Mercedes SL 500

Heiz-Körper

Foto: Hans-Dieter Seufert 12 Bilder

Adrenalindusche für den Mercedes SL: Neue Motoren, mehr Leistung und ein verbessertes Chassis machen den De-luxe-Roadster munter. Im achtzylindrigen SL 500 winken nun 388 PS. Die erste Ausfahrt.

Beim SL verhält es sich wie immer, wenn Mercedes faceliftet: Auf Anhieb sieht man so gut wie gar nichts. Um die Folgen der kosmetischen Operation zu erkennen, empfiehlt es sich, zum Vergleich ein Bild von der bisherigen Ausführung in die Hand zu nehmen. Ja, es stimmt tatsächlich: Die Bugschürze ist spitzer und hat jetzt drei Kühlluftöffnungen.

Die Nebellichter tragen Chromringe, statt vier Rippen im Grill sind es ab sofort nur noch drei, und die Heckleuchten unterteilt ein weißer Streifen. Außerdem sehen die Räder irgendwie anders aus – wow. Zugegeben, mehr wäre wirklich nicht nötig gewesen. Schließlich bietet der aktuelle SL auch nach vier Jahren noch einen erfreulichen Anblick – kraftvoll und edel, ein wenig massig vielleicht, aber das passt zum Auto. Ebenso wenig lässt sich am geräumigen Cockpit des Zweisitzers kritisieren. Der Wohlfühlfaktor gehörte von Anfang an zu den Hauptattraktionen des SL, so konnten die Facelifter ihre Korrekturen getrost auf Feinheiten wie zusätzliche Ziernähte, weicheres Leder und neue Farben beschränken. Auf Wunsch gibt es nun eine elektrische Betätigung des Kofferraumdeckels.

Letztere dauert zwar länger, aber die Klappe lässt sich dann auch per Fernbedienung schließen. Auch nicht schlecht: Bei geschlossenem Dach kann man neuerdings die Gepäckabdeckung herausnehmen, was den Laderaum um 22 auf 339 Liter vergrößert. Das war’s dann aber auch schon.

Für den (zweifellos bedeutsameren) Rest der Modellüberarbeitung zeichnen die Techniker verantwortlich. Da spielt sich die Hauptsache zwischen den Vorderrädern ab: SL 350 und SL 500 verfügen ab sofort über Vierventilmotoren der jüngsten Generation.

Man kennt diese bereits aus der S-Klasse – ein 3,5-Liter-V6 und ein 5,5-Liter-V8, beide technisch eng verwandt und beide leichter, stärker und obendrein sparsamer als ihre Vorgänger. Unterdessen behält der SL 600 den bisherigen Dreiventil-V12, allerdings leistungsgesteigert auf 517 PS. Die Sechs- und Achtzylinder bringen es auf 272 PS (bisher 245 PS) und 388 PS (bisher 306 PS), was schon mal zeigt, dass sich die Sache gelohnt hat. Hinzu kommt die getriebeseitige Aufrüstung: Auch im SL 350 schaltet nun die Siebengangautomatik (SL 600 noch mit Fünfgang-Automat), und wer die Gänge sportlichkeitshalber gern mal von Hand wechselt, kann bei beiden Modellen künftig eine Sportversion bestellen.

Für 290 Euro bekommt der Fahrer hier zusätzlich einen M-Modus mit um 30 Prozent verkürzten Schaltzeiten sowie Paddel am Lenkrad für den manuellen Eingriff. Weitere technische Neuerungen: ABC (Active Body Control)- Fahrwerk der zweiten Generation (Option beim SL 350), direktere Lenkung, größere Bremsen. Die Gesamtwirkung dieser Verjüngungsspritzen ist beachtlich, wie sich bei der ersten Ausfahrt mit dem SL 500 herausstellt.

Das Schwergewicht, bislang von eher ruhiger Natur, benimmt sich nun, als hätte es Adrenalin getankt – aufgeweckt, drahtig und leichtfüßiger, als es die über 1,9 Tonnen erwarten lassen. Dabei geht ein Großteil des unverhofften Temperaments auf das Konto des neuen V8-Motors. Das ebenso leistungsfreudige wie kultivierte Triebwerk hält den SL schon bei sanfter Behandlung des Gaspedals gehörig auf Trab.

Ein kräftiger Tritt jedoch, und man zischt ab wie Rocketman, begleitet von markigen Tönen, die der neu abgestimmten Auspuffanlage entfleuchen. In 5,4 Sekunden schafft der SL 500 Tempo 100 (zuvor: 6,2 Sekunden). Mindestens ebenso beeindruckt aber die Arbeit der Automatik, die ungeachtet der momentanen Gangart in bester Butler-Manier prompt und diskret den passenden Gang parat hält – besser geht das eigentlich nicht. Kaum weniger gepflegt sind die Sitten des überarbeiteten Fahrwerks. Die verbesserte ABC-Federung reduziert die Karosseriebewegungen selbst bei heftigsten Richtungswechseln auf nahe null, was im Zusammenspiel mit der schnelleren Lenkung der Freude am Kurvenfahren dient, ohne aber den hochgradigen Komfort im geringsten zu trüben. Genuss fast ohne Reue also.

Wenn hier etwas schmerzt, dann höchstens der Blick auf die Preisliste. 102 544 Euro kostet das SL 500-Vergnügen inzwischen, 2146 Euro mehr als zuvor – für Schnäppchenjäger sicher das falsche Revier. Die kommen eher beim 350 zum Zug: Den PS-ärmeren SL gibt es für 20996 Euro weniger.

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Technische Daten
Mercedes SL 500
Grundpreis 106.684 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4532 x 1827 x 1298 mm
KofferraumvolumenVDA 339 l
Hubraum / Motor 5461 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 285 kW / 388 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 12,3 l/100 km
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