Mercedes Vaneo

Das Raumfahrzeug mit A-Klasse-Technik will mit seiner auf Zweckmäßigkeit ausgelegten Karosserieform und hohem Qualitätsanspruch das Segment der Kompaktvans aufmischen.

Aus Erfahrung wird man klug – heißt es. Diese Erkenntnis muss bei Mercedes zu dem Entschluss geführt haben, bei dem neuen Kastenwagen Vaneo – Mercedes sagt lieber Kompakt-Van – einen neuen Weg zu beschreiten. Anders als der zweite Van in der Mercedes- Familie, die auf dem reinen Nutzfahrzeug Vito basierende V-Klasse, nutzt der Vaneo die A-Klasse als Basis. Dazu gehört der Sandwich-Boden ebenso wie die seinerzeit speziell für die A-Klasse entwickelten Motoren und Getriebe sowie die Konstruktion von Vorder- und Hinterradaufhängung. Wesentlicher Unterschied: der deutlich gewachsene Radstand (2,90 Meter), der für das überragende Raumangebot des knapp 4,20 Meter langen Vaneo sorgt.

Große Schiebetüren ermöglichen guten Zustieg in die zweite Reihe

Die Sitzposition auf den recht kleinen Vordersitzen ist wie bei der A-Klasse gewöhnungsbedürftig, das Raumgefühl ist jedoch luftiger. Und auf der straffen, aber bequemen Fondsitzbank sind Platzangebot und Sitzkomfort mehr als ausreichend. Die großen hinteren Schiebetüren ermöglichen einen sehr komfortablen Zustieg in die zweite Reihe. Lediglich Armauflagen in den Schiebetürverkleidungen werden vermisst. Einen guten Eindruck hinterlassen die für Polster, Verkleidungen und Armaturentafel verwendeten Materialien sowie deren Verarbeitung. Selbst auf holprigen Straßen knarzt und klappert nichts. Die in der Ambiente-Ausstattung serienmäßigen Applikationen in Wurzelholz-Optik verbreiten einen Hauch von Luxus, sehr praktisch sind die zahlreichen Ablagen – etwa das Fach unter dem Lenkrad, die Schubladen unter den Sitzen und die Ablage mittig auf der Armaturentafel für Handy, Sonnenbrille oder Landkarte. Die sparsame Instrumentierung entspricht jener der A-Klasse, auch die Schalter und die Anordnung der Bedienelemente sind aus dem Kompakt-Modell bekannt. In der insgesamt breiteren Armaturentafel des Vaneo strömt die Frischluft aber aus rechteckigen anstelle der ovalen A-Klasse-Lüftungsdüsen.

Ladevolumen: Als Fünfsitzer 715 Liter, als Einsitzer 3.500 Liter

Das größte Pfund des Vaneo ist zweifellos sein überragendes Platzangebot. Im Normalfall beträgt das Ladevolumen bis zur Höhe der Rücksitzlehnen 715 Liter. Je nach Bedarf kann der Laderaum durch Umklappen und Ausbauen einzelner Sitze – die Rücksitzbank ist im Verhältnis 60:40 teilbar – stufenweise auf 3.000 Liter bei dachhoher Beladung vergrößert werden. Entfernt man auch den Beifahrersitz, gewinnt man zusätzlich 500 Liter Stauraum. In diesem Fall kann bis zu knapp drei Meter langes Ladegut trocken transportiert werden.

Alle Motoren stammen aus der A-Klasse

Ebenfalls an den Organspender A-Klasse erinnern die mäßige Traktion und die starken Antriebseinflüsse in der Lenkung. Vor allem beim kraftvollen und drehfreudigen 125 PS-Aggregat des Vaneo 1.9 zerren die Antriebskräfte beim starken Beschleunigen ziemlich an den Vorderrädern. Außerdem wird der Motor beim Ausdrehen laut. Das gilt auch für den 91 PS starken Common-Rail-Diesel aus dem Vaneo 1.7 CDI, der seine Kraft jedoch harmonischer auf die Straße bringt.

Der Federungskomfort ist zufriedenstellend

Dem Federungskomfort zugute kommt der lange Radstand. Der Vaneo ist zwar keine Sänfte – schließlich muss die Federung Reserven für die üppige Zuladung von rund 550 Kilogramm bereit halten -, er pariert Fahrbahnunebenheiten aber deutlich souveräner als die A-Klasse. Auch der nervöse Geradeauslauf des kleinen Bruders ist dem kompakten Van fremd.

Verkaufsziel: jährlich 50.000 Fahrzeuge

Zunächst sollen jährlich europaweit 50.000 Vaneo abgesetzt werden, bei Bedarf kann die Produktion aber auf 70.000 Einheiten hochgefahren werden. Im Visier hat Mercedes speziell freizeitorientierte, anspruchsvolle junge Familien und Paare mit großem Platzbedarf – und ordentlich gefüllter Haushaltskasse. Die Idee, einen Kompaktvan in Kastenwagen-Optik mit Premium-Anspruch fahren zu wollen, kostet nämlich mindestens 37.843 Mark.

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