MG TF

In der Kürze liegt die Würze

Der MG TF, Nachfolger des Mittelmotor-Roadsters MG F, soll die traditionsreiche britische Sportwagen-Marke auf die Überholspur bringen. Erster Fahrbericht.

Mit neuem Fahrwerk, durchweg kräftigeren Motoren und vor allem frischem Styling tritt der MG TF gegen Toyota MR-2, Fiat Barchetta oder Mazda MX-5 an.

Scharf gezeichnete Linien strecken die Silhouette des überarbeiteten MG trotz der kaum veränderten Abmessungen (3,94 Meter). Allerdings zeigt sich der Innenraum des TF teilweise etwas lieblos gestaltet – die Kunststoffblenden auf der Mittelkonsole und die Schalter entsprechen nicht dem schneidigen Auftritt des Roadsters. Dieser Umstand lässt sich zumindest durch die Wahl anderer Ausstattungsfarben mildern. Dagegen bleibt ein wesentlicher Kritikpunkt: Das Cockpit ist für große Fahrer zu eng geschnitten. Zwar werden sich MG-Fans unter 175 cm Körpergröße hinter dem Lenkrad pudelwohl fühlen, doch größere Fahrer müssen die Höhenverstellung des Lenkrads bis zum oberen Anschlag ausnutzen, um Platz für die Beine zu finden.

Der neue TF tritt in vier Motorvarianten an – vom 115 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder bis zur 160 PS starken 1,8-Liter-Topvariante. Dabei empfiehlt sich besonders der TF 160, denn nur er nutzt serienmäßig den Vorteil einer spürbar leistungsfähigeren und standfesten Bremsanlage mit 304 mm großen Scheibenbremsen vorn. Im Verbund mit dem optionalen Sportpaket – tiefer gelegtes Fahrwerk, härtere Stoßdämpfer – wird aus dem TF 160 eine inspirierende Fahrmaschine.

Zugute kommen dem Mittelmotor-Roadster dabei die versteifte Karosserie, die nun deutlich direktere Lenkung und das grundlegend neu konstruierte Fahrwerk. Konventionelle Stoßdämpfer/Schraubenfedern ersetzen die bisherigen Hydragas-Dämpfer, an der Hinterachse kommt eine Mehrlenker-Konstruktion zum Einsatz. Resultat: Der MG TF 160 überzeugt durch sein wieselflinkes, neutrales Handling und durch eine enorme Gutmütigkeit – trotz des Mittelmotorkonzepts reagiert der TF selbst beim abrupten Gaswegnehmen in Kurven nicht mit Tücke, sondern bleibt fast neutral auf Kurs.

Den Kurzen aus England gibt es in Verbindung mit dem 160-PS-Power-Paket für rund 25.000 Euro. Sparsame MG-Freunde entern für 20.200 Euro die 115-PS-Einstiegsvariante. Das ist, um es auf den Punkt zu bringen, viel Roadster fürs Geld.

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