Mini Cooper S E Countryman All4, New York, Impression Günter Schmid
Mini Cooper S E Countryman All4, New York, Impression
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Mini Cooper S E Countryman All4, New York, Impression 18 Bilder

Mini Cooper S E Countryman All4 im Fahrbericht

Mit dem Plug-in-Hybrid unterwegs in Manhattan

Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall, wusste schon Frank Sinatra. Wir gucken mal, wie gut der erste Plugin-Hybrid von Mini durch die Häuserschluchten pirscht. Kann der Cooper S E Countryman hier überzeugen?

Es dauert immer einen Moment – oder zwei oder drei. Erst dann bist du so richtig eingegroovt in New York. Acht Millionen Einwohner, 50 Millionen Touristen. Also pro Jahr, obwohl man an manchen Tagen denkt, sie hätten sich alle zu einem Flashmob in Manhattan verabredet. Die Stadt, die niemals schläft, kann zwar laut und leise, aber eigentlich steht der Regler immer auf laut. Ob Autohupen, Feuerwehrsirenen, Laubbläser in den Häuserschluchten, Videoinferno am Times Square, Schiffsdieselwummern am Ufer des Hudson River oder Helikoptergeschrammel im Luftraum darüber.

All das schreit doch buchstäblich nach einem Flüsterer, finden Sie nicht? Voilà, gehen wir also mal lautlos auf Tour. Nein, nicht mit Rikscha, Mietfahrrad oder zu Fuß, sondern im Mini Cooper S E Countryman, dem ersten Plug-in-Hybriden der Marke. 40 Kilometer soll er rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei fahren. Soll. Realistisch dürften so um die 30 daraus werden – ausreichend für die meisten Alltagsaufgaben.

Kräftiger Boost im Mini

Also auch für den Big Apple? Könnte knapp werden, denn wer auch nur einen Bruchteil sehen will, kommt nicht einmal mit den vollen 40 Kilometern aus, sodass der 7,6-kWh-Akku ab und zu ans Kabel muss. Was sich lohnt, denn trotz seiner 1,7 Tonnen kommt der S E auch rein elektrisch ziemlich flott aus den Blöcken. 88 PS und 165 Newtonmeter Drehmoment aus dem Stand eben, die Elektrofans kennen das.

Mini Cooper S E Countryman All4, New York, Impression
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Manhattan ist berühmt für seine Fassaden, Mini für knuffiges Handling

Vibrationen? Äh, nö. Die Beschleunigung reicht, um die knallgelbe Taxihorde beim Ampelstechen gehörig abzuledern, die rein elektrisch erreichte Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h für ein paar Monate Knast inklusive Sheriff-Einzelbehandlung. Im Ernst, Mangel fühlt sich anders an. Und das Tollste für BMW-Fans unter den Mini-Fahrern: Im E-Modus hat der Countryman Heckantrieb.

Buchstäblich, denn sowohl E-Maschine als auch Antriebsachse sitzen hinten. Ebenso wie der Akku, was die Gewichtsverteilung zart nach hinten verschiebt. Nix Nasenbär also, was aber ja noch nie ein Mini-Problem war. Wer richtig vorwärtskommen will, drückt das Fahrpedal im E-Modus einfach über den Widerstand. Kick-down – und tschüss. Jetzt rupft der Boost den Countryman in 6,8 Sekunden auf Tempo 100. 224 PS und 385 Newtonmeter Systemleistung plus Allradantrieb.

Konzern-Brüderschaft

Kommt Ihnen bekannt vor? Okay, Fleißkärtchen nehmen, setzen. Denn ja, es stimmt, der BMW 225xe Active Tourer war zuerst da, und mit den Konzernmodellen mit Vorderradantrieb teilt sich der Mini nicht nur die Plattform (UKL), sondern auch die Antriebsstränge. Hier also den Plugin-Hybrid. Wo bei den größeren, standardmäßig hinterradgetriebenen Geschwistern ein Zweiliter-Vierzylinder arbeitet, steckt hier der konzernbekannte 1,5-Liter-Dreizylinder mit 136 PS unter der Haube, schickt seine Kraft per Sechsgang-Wandlerautomat an die Vorderachse.

Dreizylindertypisch ist er kein Flüsterer, aber ein Sympathieträger, der sich bestens mit der E-Maschine versteht. Schließlich bringt er seine Spitzenleistung schon bei 4400/min an den Start. Gutes Stichwort, wir starten jetzt mal, flanieren am Ufer des Hudson entlang. Na ja, es ist natürlich besseres Ampel-Hopping. Kein Thema, auch ohne Hilfe des Benziners spielen wir vorn mit, gewinnen beim Bremsen regelmäßig wieder ein paar Kilowattsekündchen zurück.

Piloten mit sehr sensiblem Bremsfuß spüren bisweilen die etwas softe Rekuperation per Generator, die hydraulische Bremse wird erst bei höherem Verzögerungsbedarf beigemischt, was insgesamt geschmeidig klappt. Taktische Spurwechsel im mehrspurigen City-Gerangel gelingen noch besser, die präzise Lenkung überzeugt wie bei den konventionellen Mini.

Der Schlaglochtest

Das gilt auch für den Komfort. Hier scheint der Countryman sogar etwas von der veränderten Gewichtsverteilung zu profitieren, denn das Extragewicht von E-Maschine und Akku steckt im Bereich der Hinterachse, was für eine ausgeglichenere Verteilung sorgt. Es reicht zwar nicht, um die New Yorker Schlaglöcher, in denen man halbe Kleinwagen versenken könnte, ohne harte Schläge zu überstehen, doch die meisten Fiesheiten federt und dämpft der Countryman ordentlich weg. Und das will was heißen angesichts von teils grob abgefrästen Oberflächen, Gullydeckeln oder Kopfsteinpflaster.

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Vom Bordstein bis zur Skyline - Brooklyn plus Manhattan Bridge als goldenes Dreieck

Auf der Brooklyn Bridge läuft es, wir sausen hin, sausen zurück, cruisen durch Little Italy und Chinatown. Nur wenn wir weiter ausschließlich stromern wollen, muss der S E jetzt an die Dose oder in den Save-Modus. In Letzterem bringt er den Akku per Verbrennereinsatz am Generator auf 90 Prozent Ladezustand und hält ihn.

Ansonsten entscheidet der Mini im Auto-Modus selbstständig, wie er am sparsamsten mit dem Inhalt fährt – bis 80 km/h zwar möglichst elektrisch, doch die Hemmschwelle, den Verbrenner mitzunutzen, ist niedrig. Ganz Ausgefuchste können sich zudem mittels Navigationssystem und Routenplanung bei der optimalen Betriebsstrategie helfen lassen.

Und bitte niemals an Containerschiffe, Kreuzfahrer oder den globalen Flugverkehr denken, sonst macht das wohlige Gutmenschsein gleich weniger Spaß. Lieber an die Nachbarn zu Hause oder die Jogger hier in New York denken. Letztere sind eh ein herrliches Studienobjekt, für das wir uns jetzt mal gut zwei Stunden Zeit nehmen. Denn während der Mini am Kabel einer Ladesäule nuckelt, gönnen wir uns einen Cappuccino und schauen der Völkerwanderung in Funktionsklamotten zu.

Sie sind zwischen 14 und 80, Durchtrainierte, Schnelle, Verbissene. Die mit dem harten kurzen Schritt wegen der straffen Rennschuhe und die im Finisher-Hemd, es gibt die Schlurfer, die Tänzer, die Verdrehten und die Eleganten. Sie haben einen kleinen Fetisch? So im Bereich partiell angeschwitzte Baumwoll-Shirts in Kombination mit engen Lauf-Tights? Dann meiden sie in New York die neuralgischen Punkte wie Central Park, das Hudson-Ufer, ach – eigentlich die halbe Stadt. Sie würden es nicht aushalten.


Great! Awesome, Honey!

Interessant auch die Vernetzung des Läufers. Ohne Smartphone in der Hand oder der Oberarmtasche geht nichts mehr. Musik, Datenaufzeichnung, Telefongespräche („Yes, Honey, great!“ „Awesome!“) wird da ins weiße Freisprechkabel posaunt. In solchen Momenten wünscht man sich dann doch eine Schnelllademöglichkeit für den Mini oder ist versucht, auf den ganzen E-Kram zu pfeifen, es einfach bloß dem Dreizylinder zu besorgen.

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Perspektivwechsel: Manhattan mal von der anderen Seite betrachtet

Der hat nix dagegen, brummt freudig los, während die vielleicht besten Mini-Sitze aller Zeiten den Körper beim Beschleunigen ebenso gekonnt stützen wie bei forscher Kurvenfahrt. Was der Plug-in-Hybrid aber am besten kann, ist dank E-Unterstützung ansatzlos ein paar Meter gutzumachen. Etwa, wenn die Ampel auf Gelb wechselt. Wo sich manche Automaten oder Doppelkuppler trotz Kick-down erst mal im Schlupf verheddern, macht der S E einfach einen großen Satz nach vorn – in der Praxis entscheidender als Megabeschleunigung obenraus oder revierabsteckender Pubertär-Motorsound.

Damit hat es der S E eh nicht so, lieber verwöhnt er den Fahrer durch entspannende Fahrkultur. Für alle, die genau hinhören, musiziert er dennoch mit zischelndem Turbolader samt rhythmischem Abblasgeräusch. Doch am schönsten ist es, praktisch lautlos durch die Gegend zu fahren, den Radau draußen zu lassen.
Ob in New York oder anderswo.

Technische Daten

Mini Countryman Cooper S All4 Cooper S E
Grundpreis 37.500 €
Außenmaße 4299 x 1822 x 1559 mm
Kofferraumvolumen 405 bis 1275 l
Hubraum / Motor 1499 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 165 kW / 224 PS bei 4400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 198 km/h
Verbrauch 2,1 l/100 km
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