Mini Cooper S

Eilige Druck-Sache

Was dem Mini in Cooper-Version bisher fehlte, hat der Cooper S im Überfluss: 163 Kompressor-PS verteilt auf 1.140 lecker verpackte Kilo.

BMW wäre nicht BMW, würde man sich eine solche Chance entgehen lassen: Kränkelte der 1,6-Liter-Vierzylinder im Mini bisher eher an zäher Leistungsabgabe, so gleicht derselbe Motor mit einem Roots-Kompressor versehen einem mächtigen Triebwerk. Oder noch besser einem Treibwerk. Denn der veränderte Charakter treibt den Fahrer an: Noch eine Kurve, noch ein Gasstoß, noch ein Zwischenspurt – der Cooper S macht Spaß. Mit einer Literleistung von über 100 PS werden für den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h im vierten Gang lediglich 6,9 Sekunden veranschlagt. Und 7,4 Sekunden für den Sprint bis zur 100-km/h-Marke waren bis vor wenigen Jahren noch PS-starken Sport-Limousinen vorbehalten.

Leistung satt: 163 PS, 218 km/h Spitze

Trotzdem: Anders als es die Papierform vermuten lässt, sind die bereitgestellten 120 kW (163 PS) bei 6.000/min im täglichen Gebrauch nicht waffenscheinpflichtig. Klar, die gebotenen 210 Nm bei 4.000/min sorgen im Vergleich zum Cooper (85 kW/115 PS) für mächtig Schub. Doch die Leistungsentfaltung verläuft wesentlich unspektakulärer als manchem Interessenten lieb sein dürfte. Kommt da Enttäuschung auf? Nur vorrübergehend. Den das Sportfahrwerk spendet Trost: Straffer abgestimmt und mit verstärkten Stabilisatoren versehen kauert der Mini Cooper S sieben Millimeter näher an den Gullideckeln dieser Welt.

Außerdem entfleucht dem Doppelrohrauspuff beim Beschleunigen ein satter Bariton, der Beschleunigung zusammen mit dem leisen Pfeifen des Kompressors zum Erlebnis werden lässt. So gerüstet wird es schwierig werden, die vom Werk angegebenen 8,4 Liter Durchschnittsverbrauch (EU-Zyklus) zu erreichen – auch wenn der sechste Gang des serienmäßigen Sechsgang-Getriebes als reine Schonstufe ausgelegt ist. Folge: Die Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h wird im Fünften erreicht.

Reifenluftdruckkontrolle und Notlaufreifen

Zusammen mit den optional erhältlichen 17-Zöllern mit 205/45 R17-Bereifung (Serie: 195/55 auf 16-Zoll-Felgen) klebt der Cooper S regelrecht auf dem Asphalt. Zur Agilität trägt jedoch auch die elektrohydraulische Lenkung bei, ebenso die zur besseren Gewichtsverteilung ins Heck gewanderte Batterie. Dafür wurde das Reserverad gestrichen: Ersatzweise überwacht eine Reifenluftdruckkontrolle Unregelmäßigkeiten. Sollte es trotzdem zur Panne kommen, helfen – erstmalig in dieser Klasse – Notlaufreifen (bis maximal 150 Kilometer Entfernung) weiter.

Optisch unterscheidet sich der Cooper S von Mini One und Cooper vor allem durch den markanten Lufteinlass in der Motorhaube (für den Ladeluftkühler), den verchromten Tankdeckel, den kleinen Dachspoiler und den mittig platzierten Doppelrohrauspuff mit Chromblenden.

Preis: 19.800 Euro, lange Extraliste

Also alles paletti? Nicht ganz. Ein Blick in die Preisliste bringt jeden potenziellen Cooper-S-Interessenten rasch in die raue Wirklichkeit zurück. 19.800 Euro stehen in der Preisliste, und zwar ohne Zutaten: Stabilitätskontrolle (470 Euro), Kopfairbags (300 Euro), Navigationssystem mit Farbdisplay (2.510 Euro), Rückfahrhilfe (300 Euro), 17-Zoll-Paket (1.500 Euro), Panorama-Sonnendach (800 Euro), Multifunktionslenkrad (350 Euro), Harman/Kardon Soundsystem (500 Euro), Klimaanlage(900 Euro, Klimaautomatik: 1.220 Euro), Lederaussattung (1.690 Euro), Xenonscheinwerfer (500 Euro).

So werden aus knapp 20.000 Euro schnell 30.000 Euro. Premium hat eben seinen Preis. Geplanter Jahresabsatz weltweit: 20.000 Einheiten. Die Auslieferung des Mini Cooper S startet im Juli.

Technische Daten
Mini Cooper S
Grundpreis 19.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3655 x 1688 x 1416 mm
KofferraumvolumenVDA 150 bis 670 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 120 kW / 163 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 218 km/h
Verbrauch 8,5 l/100 km
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