Mini Cooper S

Erster Fahrbericht des Facelifts

Foto: BMW 13 Bilder

Im November kommt der neue Mini. Seine Grundstruktur stammt vom Vorgänger, aber Exterieur, Interieur und ein Großteil der Technik sind neu.

Auf den ersten Blick hat sich gegenüber dem seit 2001laufenden Vorgänger gar nicht viel geändert. Das muss so sein, weil sichüber fünfzig Prozent aller Mini- Käufer wegen des Designs für den kleinen Flitzerentscheiden. Bei Alfa Romeo etwa spielt das nur für ein Viertel derKunden die entscheidende Rolle.

Der rundlich-knubblige Zwerg strahlt wieeh und je aus seinen treuherzigen Kulleraugen, trägt üppigen Chromschmuck zurSchau und gibt sich als charmanter Frauenversteher. Er ist der einzige,bei dem das Retro-Konzept gegriffen hat – sieht man einmal vom ewig jungenPorsche 911 ab. Der Mini ist und bleibt ein Kultmobil. Und dennochist vieles neu bei der zweiten Generation der Design-Ikone. Bodengruppeund Karosseriegrundstruktur, nicht aber die Außenhaut des vollverzinktenAufbaus wurden vom bisherigen Modell übernommen. Die siebenZentimeter mehr Länge stecken allein im Vorbau. Zum einen, um den neuenVierzylindermotor unterzubringen.
Und zum anderen, um den verschärften Sicherheitsstandards– vor allem beim Fußgängeraufprallschutz – entsprechen zu können. DerVorderwagen – mit etwas steilerer Front und nunmehr feststehenden Scheinwerfern– ist eine komplette Neuschöpfung. Den chromgefassten, zweigeteiltenKühlergrill durchziehen beim Cooper die typischen horizontalen Chromrippen.Anders beim Spitzenmodell, dem Cooper S: Hier signalisieren schwarzeGitterflächen verschärfte Sportlichkeit, gekrönt von einerfunktionslosen, aber schmucken Hutze auf der Haube. Beim Vorgänger warsie ein Muss wegen des direkt darunter platzierten Ladeluftkühlers. Ebenfallsnur optische Gründe haben die seitlichen Kiemen. Wegen der um gerademal 18 Millimeter höheren Mini-Nase rutscht die Gürtellinie minimalnach oben. Sie verläuft aber weiterhin fast parallel zur Dachlinie,die beim Cooper S in einem Spoiler mündet. Es bleibt bei der nostalgisch steilstehenden Frontscheibe, den schwarzen Dachpfosten, weit abstehenden Außenspiegelnund verchromten Türgriffen. Satte Farben – insgesamt zwölf –unterstreichen den selbstbewussten Auftritt.
Die mit geänderter Optikaufgewerteten Rückleuchten sind etwas größer geworden, die Heckklappeblieb indes unverändert. Unten im Stoßfänger findet sich als Pendantzur Front eine vergitterte Fläche wieder, in der Rück- und Nebelschlussleuchte untergebracht sind.

Der große Doppelrohrauspuff des Cooper S ist auchkünftig mittig platziert – neu ist der verkleidete Unterboden im Heckbereich. Wiegehabt sitzen die Räder – 16- Zoll-Runflats mit weicheren Flanken beimCooper S, 15 Zoll beim Cooper – weit in den Ecken und bescheren extrem kurzeÜberhänge. Radstand und Innenraumgröße entsprechen den Maßen desVorgängermodells, allerdings ist der Fußraum vorn etwas größer geworden. Unddas Kofferraumvolumen wuchs um zehn Liter, weil die Batterie imMotorraum untergebracht wurde. Das Interieur wahrt zwar den bisherigen Charakter,wird aber – soweit dies beim noch getarnten Vorserienmodell erkennbarwar – mit hochwertigeren Materialien bestückt. Das Bemühen um einebessere Verarbeitung und mehr Liebe zum Detail ist überall zu spüren: Sosind jetzt Applikationen aus echtem Aluminium oder Holz zu haben. Auchals langer Mensch sitzt man ganz passabel im neuen Gestühl von Faurecia,selbst die komfortbetonten Seriensitze bieten ausreichend Seitenhalt. Schadenur, dass die Aufhängung der Gurte nicht höhenverstellbar ist.

Die Entriegelungsgriffe oben an den beiden Lehnen erleichtern denHinterbänklern den Zustieg. Die Kopffreiheit hinten ist gut, dieKniefreiheit jedoch nicht. Aber die Rücksitzlehne lässt sich nunmehrin zwei Stufen fixieren. Das Multifunktions-Lenkrad ist in zwei Ebenen einstellbar; der Drehzahlmesser schwenkt mit. Erstmals steht nuneine elektromechanische Servolenkung zur Verfügung, diegeschwindigkeitsabhängig die Übersetzung anpasst: Beim Einparkenbraucht sie wenig Kraft und nur wenig Lenkraddrehung, bei schnellerFahrt wird die Steuerung direkt und sehr zielgenau. Blickfang imInstrumententräger ist der große Tacho. Er integriert die Bedienung fürNavigation und Entertainment (optional), bleibt aber weiterhin schwer ablesbar.
Zwei Kippschalter-Batterien – eine in der Mittelkonsole, die andere imDachhimmel – vermitteln klassische Cockpit-Atmosphäre. Optimal inGriffweite sitzt der kurze Schaltknüppel. Sechs Gänge stehen serienmäßig zurVerfügung (Getrag), die Schaltung ist straff und exakt. Optional bietet Mini für alle Modelle eine Sechsstufen- Wandlerautomatik von Aisin, dasCVT-Getriebe ist passé.

Extrem fahraktive Piloten werden vor dem Schalthebelfündig: Dort sitzen nicht nur zwei große Cupholder, sondern auch zweiSchalter, mit denen zum einen die elektronische Fahrstabilitätsregelung (Serieim Cooper S: ASC+T) deaktiviert und zum anderen der Sportmoduseingeschaltet werden kann. Damit werden gleich drei Features angeschärft:Die Lenkung wird direkter, die Motorkennlinie aggressiver, und die Automatikschaltet schneller.

Überzeugend wirkt das Ansprechverhalten desaufgeladenen 1,6-Liter- Motors, ein ausgeprägtes Turboloch ist nichtzu spüren. Der Sound im Innern des Autos ist stets präsent, abererträglich. Das maximale Drehmoment steht von 1600 bis 5000 Tourenzur Verfügung, das Triebwerk lässt sich bis 6500/ min hochjubeln.Weil der Alu-Motor 20 Kilogramm weniger wiegt als der Vorgänger unddas Fahrwerk jetzt einen höheren Aluanteil aufweist, wurde das Autoinsgesamt nicht schwerer – und weist überdies eine akzeptableAchslastverteilung von 60:40 Prozent auf. Die Mini-Konstrukteurehaben es geschafft, ihrem Baby viel Sportlichkeit und dennochgenügend Komfort mit- zugeben – gegenüber dem Vorgänger wirkt geradeder Cooper S viel erwachsener. Das liegt vor allem am Fahrwerk – weiterhinmit vorderer McPhersonund hinterer Dreilenker-Achse. Die Grundabstimmunggeriet indes softer, der Federweg vorn wuchs um acht Millimeter. Sosteckt das Auto Querfugen und Fahrbahnunebenheiten besser weg. Bei schnellerKurvenfahrt zuckt schon mal das Heck – um sich gleich darauf wiederzu beruhigen. Trotzdem ungewöhnlich, dass hier einem Fronttriebler dieTendenz zum leichten Übersteuern anerzogen wurde. Für die, die es nicht anderswollen, bietet Mini knallharte Sportfahrwerke – auch für den One. ESPgibt es dagegen weiterhin nur gegen Aufpreis – was angesichts des hohen Sicherheitsanspruchsder Konzernmutter BMW unverständlich erscheint. Ab November stehen Mini Cooper und Cooper S beim Händler, im März folgt der Mini One.
Die Preise werden nur leicht oberhalb des aktuellen Modells liegen (rund16 000 Euro fürs Einstiegsmodell One). Anfang 2008 soll der Kombi(Traveller) mit mittig geteilter Heckklappe nachgereicht werden; dasCabrio wird erst 2009 abgelöst. Fahrspaß werden sie alle bieten, auchdie kommende Dieselversion. BMW rechnet mit 240 000 Kunden pro Jahr –Tendenz steigend. 
Technische Daten
Mini Cooper S
Grundpreis 21.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3714 x 1683 x 1407 mm
KofferraumvolumenVDA 160 bis 680 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 128 kW / 175 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Verbrauch 6,9 l/100 km
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