Neue Mercedes M-Klasse

Zivildienst-Leistender

Foto: Hans-Dieter Seufert 17 Bilder

Die neue SUV-Reihe von Mercedes setzt verstärkt auf optimale Straßen-Eigenschaften. Aus einem ehemals rustikalen Geländewagen ist eine Allround-Luxuslimousine geworden, wie erste Fahr-Eindrücke mit dem Topmodell ML 500 beweisen.

Der Begriff Geländewagen kommt nicht mehr vor in der Beschreibung, die Mercedes für die neuen M-Modelle liefert. Was beim seit 1997 gebauten Vorgänger noch als Gütesiegel galt, ist heute megaout. Gelände zählt nicht mehr, weil dorthin kaum einer fährt. Was sich heute Offroader nennt, ist genau für das Gegenteil gemacht – nämlich für den Einsatz auf der Straße. Bisher serienmäßiges Kraxel- Instrumentarium gibt es bei der M-Klasse deshalb künftig nur noch als Extra. Offroad Pro Technik-Paket nennt es Mercedes und steckt ein Verteilergetriebe mit Geländeübersetzung hinein, dazu Sperren für das zentrale und das Hinterachs- Differenzial sowie eine Luftfederung, mit der die Bodenfreiheit um bis zu elf Zentimeter angehoben werden kann. Einen ML fürs Grobe können Hardcore-Fans also auch weiterhin bestellen. Für alle anderen müssen vier angetriebene Räder und ein individueller Bremseneingriff genügen, der die Funktion von Sperrdifferenzialen übernimmt. Desgleichen unterstreicht der Übergang vom separaten Rahmen zur selbsttragenden Karosserie den Wandel zum komfortablen Kombi. Der eingeschlagene Technik- Kurs stimmt, schon weil man die echten Geländewagen heute in der Zulassungsstatistik mit der Lupe suchen muss. Zu- 7/2005 wachs versprechen allein Allradmodelle, die von den Amerikanern als Sport Utility Vehicle bezeichnet werden und zugunsten der Klettertauglichkeit keine Zugeständnisse an den Komfort und die Fahreigenschaften auf normalen Straßen machen. Genau wie die M-Klasse. Schon auf den ersten Metern wird deutlich, dass sich ihr Charakter gewandelt hat. Die Sitzposition hinter dem Lenkrad gleicht nun der in einer normalen Limousine, wobei der Verstellbereich der bequemen Sitze dafür sorgt, dass sich auch überdurchschnittlich große Fahrer gemütlich einrichten können. Platz gibt es sichtbar mehr als im Vorgänger, auch im Fond wuchs der Abstand zu den Vordersitzen um 35 Millimeter. Dahinter tut sich ein gewaltiger Kofferraum auf, der 551 bis maximal 2050 Liter schluckt – auf einer Ladefläche, die sich nun als perfekte Ebene präsentiert. Denn im Gegensatz zu früher kann nicht nur die Lehne, sondern auch das Sitzkissen nach vorn geklappt werden. Das funktioniert mit geringem Kraftaufwand, die Kopfstützen können in Position bleiben. Gegen Aufpreis bietet Mercedes das aus dem E-Klasse-Kombi bekannte Easy-Pack-System an, das eine Unterteilung des Laderaums und eine sichere Fixierung des Gepäcks erlaubt.

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Das erheblich bessere Platzangebot verdankt die M-Klasse einer rundum größeren, auf ei- ner um 95 Millimeter längerem Radstand ruhenden Karosserie. Sie misst nun in der Länge 4780 Millimeter (plus 150 mm) und in der Breite 1911 Millimeter (plus 71 mm). Ein stattliches, an die Maße der Luxusklasse heranreichendes Auto, das sein Wachstum optisch geschickt dadurch kaschiert, dass die Höhe der Karosserie um fünf Millimeter geschrumpft ist. Das anvisierte Ziel, Luxuslimousine und Geländewagen miteinander zu vereinen, trifft auch das Ambiente im Innenraum. Hochwertige Materialien, wohin man blickt, dazu eine mercedes-typisch funktionelle Gestaltung, die bei der Bedienung keine Rätsel aufgibt. Neu ist unter anderem ein Knopf, mit dem sich die Kennung der optionalen Luftfederung beeinflussen lässt. Bei den bisherigen Ausführungen der Airmatic in E- und S-Klasse hatte der Kunde nur die Wahl, statt der Standard-Einstellung eine sportlich-straffe zu wählen. Beim ML wird auch jenen Rechnung getragen, die nicht um die Kurven flitzen, sondern möglichst komfortabel reisen wollen. Normal-Justierung also, dazu jeweils noch eine, die mehr zu sportlicher Straffheit oder zu bestmöglichem Federungsverhalten beiträgt. Airmatic kostet in jedem Fall Aufpreis, auch die neue M-Klasse rollt serienmäßig mit konventionellen Schraubenfedern vom Band. Eine intensivere Betrachtung der Fahrwerkseigenschaften bleibt deshalb späteren Testberichten vorbehalten. Nach der ersten Ausfahrt in einem ML 500 mit Airmatic steht allerdings jetzt schon fest: Der Federungskomfort hat sich weit entfernt von dem, was MLFahrer kennen. Geschmeidiges Abrollen, souveränes Federn auf kurzen und langen Bodenwellen summieren sich zu einem höchst positiven Gesamteindruck – etwa so, als sei die M-Klasse direkt vom Pferdekutschen-Zeitalter in die Neuzeit gesprungen. Dazu kommen verbesserte Handling-Eigenschaften, die der Zahnstangenlenkung mit variabler Übersetzung ebenso zu verdanken sind wie dem neu konstruierten Fahrwerk, das nun vorn eine Doppelquerlenkerachse und hinten eine Vierlenkerachse aufweist.

Die aktive Sicherheit hat dadurch gewonnen – die passive setzt mit dem aus der S-Klasse bekannten, hier aber optionalen Pre-Safe- System neue Akzente. Vernetzt mit ABS, Bremsassistent und ESP erkennnt Pre-Safe unfallträchtige Situationen, strafft die Sicherheitsgurte, bringt den Beifahrersitz in eine optimale Position und schließt gegebenenfalls das Schiebedach. Der Kern des Allradsystems mit einem die Kraft im Normalfall zu je 50 Prozent auf Vorderachse und Hinterachse verteilenden Mittendifferenzial blieb unverändert – aber damit erschöpfen sich schon die Parallelen zum Vorgänger. So bieten jetzt alle Modellvarianten serienmäßig die extrem unauffällig arbeitende Siebengang-Automatik. Bedient wird sie in der M-Klasse mit einem Wählhebel an der Lenksäule. Die beiden vorerst lieferbaren Dieselmotoren präsentieren sich als neu konstruierte V6- Aggregate mit Vierventiltechnik. Sie treiben die Modelle ML 280 CDI und ML 320 CDI an, wobei die Modellbezeichnungen keinen Hinweis geben auf den tatsächlichen Hubraum. Der beträgt in beiden Fällen drei Liter, für den Unterschied in Leistung und Drehmoment (siehe Tabelle) sorgt das elektronische Motormanagement. Dazu gibt es noch zwei Benziner im ML 350 (3,5-Liter- V6-Vierventiler) sowie ML 500, dessen fünf Liter großer Achtzylinder der bisherigen Motorenfamilie mit drei Ventilen pro Zylinder entstammt. Speziell der letztere bietet dank seiner auf 306 PS (bisher 292 PS) gesteigerten Leistung ein souveränes Motorvergnügen und Fahrleistungen, die in den Sportwagen- Bereich hineinragen. Rund 2000 Euro mehr als bisher muss man für die MKlasse hinlegen. Dafür bekommt man zwar keine spezielle Gelände-Ausrüstung mehr – aber ein Auto, das seinem Vorgänger auf der Straße um Lichtjahre voraus ist.

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Technische Daten
Mercedes ML 500
Grundpreis 66.343 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4780 x 1911 x 1815 mm
KofferraumvolumenVDA 551 bis 2010 l
Hubraum / Motor 4966 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 225 kW / 306 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 240 km/h
Verbrauch 13,4 l/100 km
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