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Nissan Juke, Innenraum, Cockpit 22 Bilder

Nissan Juke 1.5dCi im Fahrbericht

SUV mal anders, aber sparsam

Der anarchisch anmutende Nissan Juke tritt nach dem 190 PS starken Turbo-Benziner nun als Diesel-Variante zu einem Probegalopp an. Verleiht der Selbstzünder mit 110 PS dem Kleinwagen mehr Alltagstauglichkeit, ohne das sportliche Image zu schädigen?

Vom Nissan Juke nimmt kaum jemand Notiz, selbst in württembergischen Dörfern zeigt niemand mit dem Finger auf ihn – zumindest dann nicht, wenn die Narrenwäsche über den Straßen flattert. Offenbar halten die Passanten den glupschäugigen Kleinwagen für einen essentiellen Bestandteil der diesjährigen Fasnachts-Kampagne, finden das Design wohl so weit überspitzt, dass es ihnen keine weitere Gefühlsregung wert ist.

Der Diesel agiert laut und rumpelig

Im Interieur des Nissan Juke findet der gestalterische Spieltrieb seine Fortsetzung. Mit der rundlichen, bunt lackierten Mittelkonsole möchten die Schöpfer des Nissan Juke an den Tank eines Motorrads erinnern, wollen damit bereits ein Stück weit Fahrdynamik suggerieren. Weitere Technik-Spielereien wie drei unterschiedliche Fahrmodi sowie eine G-Kraft-Anzeige rücken den Nissan Juke weiter in die Sport-Ecke. Dort scharrte bislang ein 190 PS starker, doppelt aufgeladener Vierzylinder-Benziner mit den Hufen, nun folgt der aus diversen Konzern-Modellen bekannte Diesel mit 110 PS.

Das 1.461 cm³ große Triebwerk entwickelt ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmeter, das ab 1.750 Umdrehungen zur Verfügung steht. Für eine besonders effiziente Verbrennung wird der Kraftstoff mit 1.600 bar eingespritzt – und jedes einzelne davon scheint sich beim Kaltstart Gehör verschaffen zu wollen. Missmutig rumpelt der Zweiventiler im Nissan Juke los, weckt laut nagelnd auch der murmeltierigsten Nachbarn. Und damit soll der Nissan Juke in 11,2 Sekunden von Null auf 100 km/h sprinten? Na, wir glauben es einfach mal, zumal der Nissan Juke in Anbetracht seines Gewichts von 1.320 Kilogramm durchaus flott beschleunigt.

Juke liebt die Kurven

Um das Fliehkraftmessinstrument zum Ausschlagen zu bewegen reicht die Kraft jedoch kaum. Es zuckt vorwiegend bei auftretender Querbeschleunigung, denn Kurven liebt der Nissan Juke. Die direkt ausgelegte Lenkung hilft im Fahrbericht, den Scheitelpunkt optimal anzupeilen, nur wenig Seitenneigung und dezentes Untersteuern stören das dynamische Vorhaben. Traktionsprobleme oder Zerren in der Lenkung wie beim Benziner weiß das milde Temperament des dCi-Motors zu verhindern. Wer möchte, kann ein bisschen mit dem Gas spielen und so das Heck zum verhaltenen Mitlenken überreden.

Zum samtpfötigen Abrollen lässt sich der Japaner dagegen überhaupt nicht bewegen. Steif bockt der Nissan Juke über Bodenunebenheiten aller Art, vor allem die Hinterräder maulen dabei polternd in den Radhäusern. Immerhin übernehmen die bequemen Sitze in der ersten Reihe einen Teil der Komfortarbeit, überdies bieten sie auch mit optionalem Lederbezug (1.200 Euro Aufpreis) ordentlichen Seitenhalt. Der Platz reicht auch für gut gedüngte Personen, der Fahrer des Nissan Juke freut sich zudem über das ausreichend verstellbare Lenkrad und den griffgünstig positionierten Schalthebel des eng gestuften, jedoch nur wenig präzisen Sechsganggetriebes. Ebenfalls positiv: Die Übersichtlichkeit der Instrumente fiel nicht übermotivierten Designern zum Opfer, stattdessen finden sich gut ablesbare Instrumente in einem modern gestalteten Armaturenbrett. Selbst das in der Variante Tekna serienmäßige Navigationssystem mit fünf Zoll großem Display lässt sich leicht bedienen, koppelt zudem fix per Bluetooth das Mobiltelefon an die Freisprechanlage. Auch der iPod kann ohne spezielles Kabel per USB-Schnittstelle über den berührungsempfindlichen Monitor gesteuert werden – vorbildlich.

Kleiner Kofferraum, enger Fond

Viel mehr Praxisnutzen bietet die Karosserie dagegen nicht, die Übersichtlichkeit speziell nach schräg hinten wird nur noch von fensterlosen Lieferwagen unterboten. Mitreisenden auf der Rücksitzbank sind im Nissan Juke kaum zu beneiden, weder in der Länge noch in der Höhe können sie sich so richtig entfalten. Immerhin passen selbst dicke Winterstiefel auf großen Füßen unter die Vordersitze. Dass unter dem knubbeligen Heck nur magere 251 Liter Stauraum (auf ebenfalls überschaubare 830 Liter erweiterbar) verbleiben, überrascht da nur noch besonders naive Autokäufer. Hier kommen die Nachteile der außergewöhnlichen Karosserie-Narrenkappe zum Tragen. Unter dem Blech herrscht bei der Diesel-Variante des Nissan Juke dagegen eher Fastenzeit.

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Technische Daten

Nissan Juke 1.5 dCi Tekna
Grundpreis 21.940 €
Außenmaße 4135 x 1765 x 1565 mm
Kofferraumvolumen 251 bis 830 l
Hubraum / Motor 1461 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 81 kW / 110 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h
Verbrauch 4,8 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
SUV Tests 1210, Nissan Juke 1.6 DIG Nissan Juke 1.6 DIG 4x2 im Test Crossover-SUV mit Turbo-Benziner

Der Nissan Juke kommt mit einem extrem eigenständigen Design daher.

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