Nissan Murano

Moby schick

Foto: Hardy Mutschler 9 Bilder

Der japanische Allradler verkauft sich in den USA blendend – er gilt als schönstes aller Crossover-Dickschiffe und er ist preiswert. Doch taugt das trendige Designerstück auch für Europa?

Kaum ein Auto ist amerikanischer als dieser Japaner – auch wenn für die Europa-Version über 300 Komponenten geändert wurden. Die Amis lieben Show, und die bietet der im kalifornischen Designstudio in San Diego entworfene Hingucker der 4,80-Meter-Klasse. Dazu gehört es auch, dass manches Detail hochwertiger aussieht, als es ist.

Von oben betrachtet ähnelt die Mischung aus Kombi und SUV einem Rugby-Ball: Die leicht bauchige Form spendet Platz, wo er auch wirklich gebraucht wird – in Ellbogen-Höhe. Damit bietet der Murano Raum auch für die Big Macs unter den Passagieren. Für eine TV-verliebte Nation darf es natürlich auch am Farb-Bildschirm nicht fehlen. Im Murano spielt dieser wie mancher Hollywood-Star eine Doppelrolle: Im Normalfall sendet hier das DVD-getriebene Birdview-Navigationssystem, beim rückwärtigen Rangieren hilft eine Weitwinkel-Kamera.

Derart verwöhnt wird nicht nur der Fahrer, auch die Fondpassagiere reisen komfortabel. Nur bei kurzen Stößen wirkt die härtere Europa-Abstimmung etwas bockig. Knie- und Kopfraum gibt es dagegen vorn und hinten im XXL-Format, für ein Nickerchen auf dem Highway lässt sich die Rückenlehne um bis zu 24 Grad nach hinten neigen. Genial einfach ist der Umklapp-Mechanismus der 1/3 zu 2/3 geteilten Lehne: Ein Zug an einem der beiden, links und rechts im Gepäckraum angebrachten Hebel genügt, und die Lehne klappt von selbst nach vorn. Dadurch entsteht, ohne dass man die Kopfstützen demontieren müsste, eine fast völlig ebene Ladefläche. Alles geht easy von der Hand im Umgang mit diesem Auto, auch die Lenkung, die das große Auto handlicher erscheinen lässt, als es tatsächlich ist.

Denn während das Manövrieren in der Stadt überraschend einfach funktioniert, stößt der Murano auf kurvenreichen Landstraßen an seine Grenzen. Der aus dem X-Trail bekannte All Mode-Allradantrieb schickt bei trockener Straße 91 Prozent der Antriebskraft an die Vorderräder. Nur wenn die Elektronik dort Schlupf registriert, fließt mehr Power an die Hinterräder. Dass der Murano dabei mehr Charakterdarsteller als Kletterer ist, zeigt der konsequente Verzicht auf Gelände-Fahrhilfen wie Reduktionsgetriebe oder Sperren.

Da in den USA Diesel für lärmende Stinker gehalten werden, gibt es den Murano nur mit dem Benziner aus dem 350 Z. Während der in dem Sportler brilliert, hat er mit dem 350 Kilogramm schwereren Crossover zu kämpfen. Seidig und weich bei sanftem Umgang mit dem Gaspedal, wirkt der Motor beim Ausdrehen angestrengt wie John Kerry im Wahlkampf-Endspurt. Für das mit variabler Übersetzung arbeitende CVT-Getriebe gilt dies nur im obersten Drehzahlbereich, ansonsten kommt es seiner Aufgabe so geschmeidig nach wie Richard Geere als „American Gigolo“.

Ganz nach amerikanischem Muster läuft auch der Deal, den die Kunden beim Kauf machen: Der Murano ist mit 42.500 Euro rund ein Viertel billiger als vergleichbar ausgestattete heimische Konkurrenten.

Technische Daten
Nissan Murano I-Way
Grundpreis 46.740 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4770 x 1880 x 1685 mm
KofferraumvolumenVDA 438 bis 1965 l
Hubraum / Motor 3498 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 172 kW / 234 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Verbrauch 12,3 l/100 km
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