Nissan Qashqai Facelift 2017 Fahrbericht Wolfgang Groeger-Meier
Nissan Qashqai Facelift 2017 Fahrbericht
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Nissan Qashqai Facelift 2017 Fahrbericht 11 Bilder

Nissan Qashqai (2017) Facelift im Fahrbericht

Erster Fahreindruck von Nissans neuem Kompakt-SUV

Der Nissan Qashqai ist das wichtigste Pferd im Stall der Japaner. Entsprechend gründlich ging man an das Facelift des Kompakt-SUV. Wir waren mit dem Modelljahr 2017 auf erster Testfahrt.

Wenn sich ein Produkt trotz eines einigermaßen bizarren Namens als Verkaufsschlager entpuppt, kann es so schlecht nicht sein. Das darf man Nissan in jedem Fall attestieren, denn der Qashqai hat in den vergangenen zehn Jahren tüchtig abgeräumt. 2,3 Millionen verkaufte Exemplare weltweit sind deutlich, in Europa ist es der meistverkaufte Nissan überhaupt. Zum turnusmäßigen Facelift der 2014 eingeführten zweiten Generation wurde deshalb umfangreich am Bestseller gefeilt, um das Interesse wach zu halten. Die Konkurrenz im Segment wird ja nicht eben kleiner.

Gegen Aufpreis mit Voll-LED-Licht

Zuerst die optischen Facelift-Fakten: Kühlergrill, Motorhaube, Scheinwerfer und Frontschürze kommen neu und zackiger daher, die Rückleuchten wurden ebenfalls überarbeitet, Voll-LED-Scheinwerfer gibt es optional oder im Ausstattungspaket.

Nissan Qashqai 2017: schickeres Cockpit

Nissan Qashqai Facelift 2017 Fahrbericht
Wolfgang Groeger-Meier
Wichtigstes Element im Facelift-Cockpit ist das neue, unten abgeflachte Multifunktionslenkrad.

Das Cockpit wurde frisch tapeziert, zu sehen vor allem am Lenkrad. Das neue, unten abgeflachte Multifunktionslenkrad wirkt deutlich moderner und fasst sich gut an, die Tasten sind einfacher zu bedienen als beim Vorgänger. Sonst noch? Lüfterdüsen und Türgriffe wurden überarbeitet, ab dem Acenta gibt es zusätzliche Ziernähte, oberhalb des Tekna wird außerdem eine noch schicker ausgestattete Tekna+-Variante eingeführt. Besonders stolz ist man bei Nissan auf die neuen Sitze mit längerer Sitzfläche und ergonomischer Ausformung, die zwar immer noch einen Tick zu weich, aber insgesamt bequem sind und beim Tekna+ mit aufwendig gestepptem Leder bezogen werden.

Geräusche besser gedämmt

Die neue Form der Rücklehne mit einer hinteren Ausbuchtung im Gestell bringt außerdem mehr Kniefreiheit in der zweiten Reihe. Dinge, die im Verborgenen passiert sind: Neue Geräuschdämmung in den Türen und Radhäusern sowie dickeres Glas in den hinteren Seitenscheiben. Was das Geräuschniveau tatsächlich merklich senkt, der neue Qashqai ist ein Leisetreter. Dazu trägt auch eine neue Unterbodenverkleidung mit aerodynamischem Feinschliff bei, was die Windgeräusche aus diesem Bereich reduziert.

Kleine Änderung mit spürbarem Praxisnutzen: alle vier Seitenscheiben lassen sich nun mit einem Knopfdruck automatisch auf- und zufahren, was auch mit der Fernbedienung funktioniert. Praktisch zum schnellen Durchlüften beim Einsteigen.

Nissan Qashqai, Nissan X-Trail, Frontansicht

Teilautonomes Fahren ab 2018

Das Multimediasystem wurde zwar überarbeitet und modernisiert, dabei allerdings die Einbindung von Smartphones über die Bluetooth-Verbindung hinaus vergessen – Android Auto und Apple Carplay gibt es bis auf weiteres nicht. Aber dafür Digitalradio, DAB+ ist künftig Serienstandard. Das bei der statischen Premiere auf dem Autosalon in Genf versprochene „ProPILOT“-System lässt jedoch noch bis 2018 auf sich warten. Damit wird der Qashqai künftig teilautonom fahren können und im Stau oder auf längeren Autobahnstrecken automatisch Tempo, Abstand und Fahrspur halten können.

Die Motoren und deren Antriebskomponenten bleiben auf dem bekannten Level, was ein bisschen bedauerlich ist. Denn so gibt es auch künftig keine Automatik für den stärkeren 163-PS-Benziner und beim kräftigen 130-PS-Diesel mit Automatik keinen Allradantrieb, die Gründe dafür liegen im Dunkel der Marketingentscheidungen.

Nissan Qashqai 2017: Auf Testfahrt mit dem Benziner

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Nissan
Die Anpassung von Fahrwerk und Lenkung geriet umfangreich und ist deutlich spürbar. Der neue Qashqai fährt besser.

Die erste Testfahrt mit dem überarbeiteten Modell absolvierten wir mit Fremdzündung. Der 1,6-Liter Benziner war schon immer ein braver und angenehmer Alltagsbegleiter, jetzt ist er auch noch einen Tick leiser geworden, der neuen Dämmung sei Dank. Die Leistungsentfaltung des Vierzylinder-Turbo sorgt nicht unbedingt für Herzrasen, im unteren Drehzahlbereich fehlt ihm ein wenig Elan und oben raus die Drehfreude. Doch er macht seine Sache ordentlich und ist im Alltag ausreichend druckvoll. Klar wahrnehmbar sind hingegen die Nachjustierungen bei Fahrwerk und Lenkung, die umfangreich ausgefallen sind. Die Stoßdämpfer und Federn wurden neu abgestimmt, die Befestigung überarbeitet, ein steiferer Stabi montiert. Die Roll- und Nickbewegungen sind damit merklich reduziert worden Die ebenfalls neu abgestimmte Lenkung mit verbesserter Rückstellung fühlt sich präziser an. Ohne pseudosportliche Härte ist der Qashqai damit auch bei engagierter Fahrt sehr feinfühlig und präzise zu dirigieren, die Abstimmung gehört klar zum Besten in dieser Klasse.

Preise ab 20.490 Euro

Zum Markterfolg des Qashqai tragen auch seine familienfreundlichen Preise bei, das bleibt beim neuen Modell trotz Anpassung nach oben bestehen. Die Basisversion startet bei 20.490 Euro, Verkaufsstart ist im August.

Fazit

Üblicherweise muss man um die Kosmetik zum Anlass eines Facelifts keine großen Worte machen, doch der überarbeitete Qashqai ist auch technisch spürbar besser geworden. Die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung ist sehr gut gelungen und könnte auch etwas mehr Leistung vertragen, als die überschaubare Motorenpalette bereithält. Der gute Geräuschkomfort kommt dazu, der Qashqai ist ein angenehmer Allrounder ohne auffällige Schwächen.

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