Nissan Serena E-Power, Fahrbericht, Exterieur Jens Dralle
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Nissan Serena E-Power, Fahrbericht, Interieur 8 Bilder

Nissan Serena E-Power

Der Siebensitzer-Dreizylinder-Van aus Japan

Obwohl im Bug des Nissan Serena E-Power ein Dreizylinder-Benziner steckt, fährt der Van ausschließlich mit Elektro-Kraft. Fahrbericht.

Furchtbar, dieses Geräusch. Auf Asphalt schabendes Metall. Vielleicht auch Kunststoff, das lässt sich nicht so genau ausmachen. War ja nur kurz. Tat aber dennoch weh. Dabei schien der Winkel des Gehwegs gar nicht so spitz, das Tempo bei weitem nicht zu hoch. Dennoch schabte es beim Verlassen des Grundstücks. Vielleicht deshalb, weil das Fahrwerk des Nissan Serena betont soft ausgelegt ist, auf maximalen Federungskomfort und so die kleine Anregung durch eine schwelle Reichte, um die Karosserie eine Idee zu tief wieder einfedern zu lassen. Eine Familienkutsche für lange Strecken auf streng tempolimitierten Highways – diese Rolle sahen die Entwickler für ihn vor. In Japan. Da bleibt der 4,77 Meter lange Van übrigens auch, abgesehen von anderen asiatischen Märkten wie Singapur. Aber der Antrieb, der soll ab nächstem Jahr in Europa ebenfalls im einen oder anderen Modell von Nissan stecken. Der beliebte Qashqai könnte eines davon sein.

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Nissan
Im Nissan stecken ein paar praktische Detaillösungen. Die separat zu öffnende Heckscheibe beispielsweise oder die Schiebetüren mit Fußsensor.

Das Aggregat des Nissan ist eher mau

Was ihn so besonders macht? Vor allem die Tatsache, dass ausschließlich ein 100 kW starker Elektromotor auf die Vorderräder wirkt, der ein maximales Drehmoment von 320 Nm entwickelt. Damit, verspricht der Hersteller, sei ein Fahrerlebnis geprägt von der nachdrücklichen Beschleunigung batterieelektrischer Fahrzeuge gewährleistet. Stimmt’s? Geht so. Nein, eher nicht. Die ultimative Wucht bleibt aus, denn immerhin wiegt so ein Serena mal eben knapp 1,8 Tonnen. Aber der mit 1,74 Meter Breite angenehm schmale Nissan fährt durchaus angenehm, selbst mit vier Personen besetzt rollt er stressfrei dahin. Meistens zumindest, denn wenn ein bisschen mehr Saft gefordert ist, rumort es im Bug. Den nötigen Strom bezieht der E-Motor nämlich aus einem nur 1,8 kWh großen Akku, der dafür häufig nachgeladen werden muss. Nein, nicht an der Steckdose. Diesen Job übernimmt ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 84 PS und 103 Nm. Die Höchstleistung erreicht das intern HR12DE genannte Triebwerk bei 6000 Umdrehungen pro Minute – und das ist offenbar häufig notwendig. Der nicht besonders laufruhige Verbrenner stört dann mit angestrengtem Brummen die entspannte Atmosphäre im Serena, den Nissan mit üppig dimensionierten und bequem gepolsterten Sitzen möbliert. Dazu arbeiten Abstandsregeltempomat und Spurhalteassistent unter diesen Bedingungen einigermaßen zuverlässig, häufige Tankpausen sollten auch nicht anfallen, zumindest, wenn sich der Van ansatzweise an die Werksangabe von 5,2 L/100 km hält. Durchaus beachtlich bei einer Fahrzeughöhe von 1,87 Meter.

Raumriese mit Schwächen

Was ebenfalls die Ruhe stört: Das Quäken der japanischen Frauenstimme aus dem Handschuhfach. Dort steckt das Gerät, mit dem die Autobahnmaut elektronisch abgebucht wird. Werden könnte, steckte dort eine entsprechende Karte. Tut sie aber nicht. Es lebe das Bargeld. Und die Dame weist nun bei jeder Signalbrücke darauf hin. Abstellen lässt sie sich nicht, aber wenigstens die Fahrweise, auf das der Verbrenner leise arbeiten möge

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Etwas störend: Das Quäken der japanischen Frauenstimme aus dem Handschuhfach. Dort steckt das Gerät, mit dem die Autobahnmaut elektronisch abgebucht wird.

Ja, einen angenehmen Reisewagen baut Nissan mit dem Serena durchaus, das Raumangebot fällt selbst in der dritten Sitzreihe noch ausreichend aus. Dazu stecken ein paar praktische Detaillösungen im Auto, die separat zu öffnende Heckscheibe beispielsweise oder die Schiebetüren mit Fußsensor. Und wenn du da so vor dich hinrollst, reicht der Eco-Modus mit der betont defensiven Gasanahme aus. Im Normal-Modus fallen die Reaktionen fixer aus. Und der S-Modus? Nein, das bedeutet nicht „Sport“, sondern „Smart“. Er kombiniert die Charakteristik des Normal-Modus mit einer etwas stärkeren Rekuperation. Mit ein bisschen Übung kommst du dann durch den Stadtverkehr ohne das Bremspedal betätigen zu müssen. Na ja, fast zumindest. Geht aber schon ganz zu. Bewahrt dich aber nicht davor, bei Hof-Ein- und Ausfahrten ganz besonders vorsichtig zu sein.

Fazit

Ein durchaus interessanter Ansatz, die e-Power-Technologie, vor allem der kräftige Antritt gefällt – wenn gerade mal nicht der Benzinmotor im oberen Drehzahlbereich rumort. Für eine besonders effiziente Nutzung muss du aber eh vorausschauend und defensiv fahren. Wie dann der Verbrauch ausfällt? Wir warten gespannt auf den ersten Test.

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