Opel Antara 2011 im ersten Test

Erste Ausfahrt in Opels Mittelklasse-SUV

Opel Antara Facelift 2011 Foto: Werk 14 Bilder

Opel Antara 2011: Mit einer dezenten optischen und umfangreichen technischen Überarbeitung startet das Facelift-Modell im Frühjahr in den Markt. Wir waren mit dem Topmodell 2.2 CDTI auf erster Testfahrt.

Alles zurück auf Start: Opel nutzt das Facelift des Antara, um das Mittelklasse-SUV frisch zu positionieren. Bislang war der Modellreihe ein durchschlagender Markterfolg verwehrt geblieben, nun soll das seit Jahren boomende SUV-Segment auch für die Rüsselsheimer eine stärkere Bedeutung finden. Den Anfang macht der runderneuerte Antara, bevor 2012 das noch namenlose Kompakt-SUV auf Opel Corsa-Basis debütiert.

Opel Antara Facelift 2011 47 Sek.

Opel Antara 2011: Die Renovierung war überfällig

Beim Antara waren die Renovierungsarbeiten überfällig. Von Beginn an war das Opel-Gemeinschaftsprojekt mit Daewoo/Chevrolet von der deutschen Konkurrenz aus Köln und Wolfsburg abgehängt worden. Die Gegenmaßnahmen setzen jetzt an den bislang deutlichsten Kritikpunkten an: Effizienz und Dynamik.

Von außen erkennen nur Eingeweihte und Fans der Marke das dezente Facelift für den 2011er Jahrgang. Das Gesicht strahlt jetzt ein bisschen frecher mit neu geformter Schürze, der Kühlergrill trägt eine breite Chromspange. Nach den Detailänderungen im Innenraum muss man länger suchen, optisch unterscheidet er sich praktisch nicht vom Vor-Facelift-Modell, sieht man von einigen neuen Zierblenden und der leicht ummodellierten Mittelkonsole mit der elektrischen Parkbremse ab – die bringt immerhin neue Cupholder, wo früher der Handbremshebel war. Opel spricht von neuen, hochwertigen Verkleidungs- und Bezugstoffen, der harte Kunststoff im Armaturenbereich unterscheidet sich jedoch kaum vom bisherigen Modell.

Opel Antara 2011: Umfangreiche Neuordnung bei der Technik

Sehr viel umfangreicher fiel die Modifikation unter dem Blech aus. Allen voran die neuen Euro-5-Motoren. Die Rolle des Basismodells spielt der 2,4-Liter-Ecotec-Benziner mit 167 PS, Volumenmodell wird der neue 2,2-Liter-CDTI-Diesel. Den gibt es künftig in zwei Leistungsstufen (163 PS/350 Nm und 184 PS/400 Nm). Für alle Versionen ist ein Sechsgang-Schaltgetriebe Standard und eine neue Sechsstufen-Automatik für 1.850 Euro Aufpreis zu haben. Wir fuhren das Topmodell mit 184 PS und Automatik.

In dieser Form ist der neue Antara nur in der höchsten Ausstattung Cosmo für 37.550 Euro verfügbar, den schwächeren Diesel gibt es mit Automatik auch in der darunter rangierenden Design Edition, ab 34.180 Euro. Die günstigen Basismodelle (Benziner ab 26.780 Euro) sind nur mit Frontantrieb verfügbar.

Opel Antara 2011: Der neue Diesel hat richtig Muskeln

Der neue Diesel geht druckvoll zur Sache. Ohne auffälligen Ladereinsatz schiebt er über ein breites Drehzahlband kräftig an. Auffällig ist allenfalls eine minimale Gedenksekunde, wenn bei flotterer Fahrweise nach einer Kurve von der Bremse aufs Gas gewechselt wird, was sich etwas ungewöhnlich anfühlt. In Verbindung mit der klassenüblich sanft schaltenden Automatik bietet der neue Motor jedenfalls den satten „Gummiband-Schub“, den man beim Vorgänger sehr vermisste.

Der Motor ist gut gedämmt und lässt nur dezentes Grummeln vernehmen, insgesamt war Opel bei der Geräuschdämmung fleißig: Neue Fensterdichtungen, eine modifizierte Windschutzscheibe, mehr Dämmstoffe packen die Antriebseinheit in Watte und sperren Windgeräusche weitgehend aus. Um so vernehmlicher meldet sich allerdings das Fahrwerk zu Wort, die Abrollgeräusche sind relativ laut. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Geräuschniveau allerdings drastisch gesunken, was dem Fahrkomfort sehr gut tut.

Das Fahrwerk wurde zwar in der Konstruktion nicht angetastet, aber erheblichem Feintuning unterzogen – mit neuen Lagern, anders abgestimmten Feder/Dämpfer-Raten, strammerem Stabi. Außerdem hat Opel die Lenkung neu abgeschmeckt, direkter und feinfühliger gemacht. Das Ergebnis fällt durchaus überzeugend aus, denn der neue Antara fährt sich mit der in dieser Klasse gebührenden Straffheit, ohne unkomfortabel die Bandscheiben der Passagiere zu peinigen. Die Lenkarbeit verdient sogar das Prädikat „sportlich“, weil die Rückmeldung passt und der Antara sich zielgenau dirigieren lässt.

Den versprochenen Verbrauch haben wir nicht ganz geschafft

Bei der ersten Testfahrt hinterließ der neu abgestimmte Automatik-Allrad einen zwiespältigen Eindruck. Üblicherweise ist der Antara als reiner Fronttriebler unterwegs, die Hinterachse soll elektronisch geregelt und stufenlos zugeschaltet werden, wenn vorne Traktionsverlust droht. Allerdings verging auf der Testfahrt jeweils einige Zeit, bis die durchdrehenden Vorderräder Unterstützung aus dem Heckbereich bekamen.

Bei den Verbrauchswerten wird eine Sechs vor dem Komma versprochen, die konnten wir auf unserer ersten, zügigen Testfahrt in den schottischen Highlands allerdings nicht erreichen – der Bordcomputer vermeldete einen Schnitt von 8,0 Liter. Das geht allerdings angesichts des sehr deutlichen Temperament-Zuwachses völlig in Ordnung, im Alltagsbetrieb wird sich der Antara auch sparsamer bewegen lassen.

Fazit: Gut gelungen!

Der Opel Antara fährt sich nach dem Facelift so, wie er es eigentlich von Beginn an sollte. Die Lethargie und Tapsigkeit der ersten Generation wurde erfolgreich beseitigt. Nun kann man sich durchaus wagen, der beliebten Konkurrenz aus Wolfsburg und Köln auf Augenhöhe zu begegnen.

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