Opel Antara

Blitz-Licht

Foto: Hans-Dieter Seufert 17 Bilder

Wer einen erschwinglichen Allradler im SUV-Stil sucht, wird nun auch wieder bei Opel fündig. Der neue Antara folgt den Spuren der asiatischen Konkurrenz. Der Einstiegspreis liegt bei 26.850 Euro – nicht ganz billig, aber dafür darf der Kunde mit einem Hauch von Premium rechnen.

Wenn sie drinsitzen, erst mal tief einatmen“, rät Andreas Nöth. „Und?“ Tatsächlich, der Mann, Projektleiter des Antara, hat recht: Es riecht nach Opel. Das muss kein Vorteil sein, aber es zeigt zumindest, dass die Rüsselsheimer hier nicht einfach ein fremdes Auto zum Opel umfunktionierten.

Der Hinweis ist nötig, denn der neue Opel Antara wird in Korea hergestellt. Bei Daewoo, heute Teil des General Motors- Konzerns, teilt er sich das Band mit dem Chevrolet Captiva (siehe Seite 44), mit dem er folglich auch die Basis gemeinsam hat. Aber der Antara ist kein Klon. Sein Design stammt von Opel, die Innenausstattung liefert Opel (daher der Stallgeruch), und die Abstimmung der in Kooperation entwickelten Technik ist von Opel – wo Opel draufsteht, ist auch Opel drin. Dass ihn die Marke mit dem Blitz gut gebrauchen kann, steht außer Frage.

Ein preisgünstiger SUV (Sport Utility Vehicle) tut not, sahnt die asiatische Konkurrenz in diesem Segment doch in einer Art und Weise ab, dass es den europäischen Herstellern die Tränen in die Augen treiben muss. Erschwingliche Allradler mit Offroad- Flair sind der Marktrenner – ein Trend, der hierzulande gründlich verschlafen wurde. So gesehen fällt der Antara sicher auf fruchtbaren Boden, zumal er schmuck aussieht und unter seinesgleif chen auf Anhieb zu identifizieren ist. Letzteres ist im SUV-Segment keineswegs selbstverständlich.

Der Einstiegspreis liegt bei 26 850 Euro – nicht ganz billig, aber dafür darf der Kunde mit einem Hauch von Premium rechnen: Der Antara kommt nicht im Arme- Leute-Look daher. Das wird auch beim Blick ins Innere deutlich. Was man sieht und was man anfasst, macht einen hochwertigen Eindruck. In der gehobenen Cosmo- Variante schimmert viel Aluminium, Schalter und Hebel entsprechen dem Opel-Standard. Als Gag gibt es eine Handbremse mit Alubügel, der haargenau dem daneben installierten Beifahrer- Haltegriff gleicht – nett, wenn auch nicht gerade sinnvoll. Mit knapp 4,6 Meter Länge ist der Antara kein Kompakter, aber immerhin bietet er reichlich Platz. Hinten können es sich auch Großgewachsene bequem machen, doch damit hat es sich.

Die Sitze lassen sich hier nicht verschieben, verdrehen oder in Aktentaschen und dergleichen verwandeln, und es springt auch nichts aus dem Boden. Nur die Lehnen darf man umklappen, was auch gut so ist, denn der dahinter liegende Kofferraum schluckt nur 370 Liter. Bei umgelegten Rücksitzlehnen werden es maximal 1420 Liter. Dafür kümmert sich Opel um die Sorgen des Autoalltags: Alle Antara-Varianten verfügen serienmäßig über Schienen im Laderaum, in die sich zum Sichern mitgeführter Gegenstände Netze, Trennwände, Stangen und Haken einklinken lassen. Auf Wunsch gibt es zudem eine Schublade unter dem hinteren Stoßfänger, die sich beim Herausziehen als Fahrradträger entpuppt. Das passt, denn schließlich soll der Antara, so verkünden es die Marketingexperten, den dynamischen Hobbytreibenden ansprechen. Daher ja auch der Allradantrieb, der es dem Fahrer gestattet, sein Ziel schon mal abseits der Straßen zu erreichen, vorausgesetzt, es gibt keine größeren Hindernisse zu bezwingen. Ein Geländegang fehlt, aber immerhin bietet der Wagen für starkes Gefälle ein automatisches Bremssystem (Descent Control) sowie einen Überschlagschutz, der einzelne Räder vehement abbremst.

Die Kraftverteilung auf die Räder obliegt einer elektrohydraulischen Kupplung – normalerweise treibt der quer eingebaute Motor nur die Vorderräder an. Wird mehr Traktion gebraucht, fließen bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterräder.

Im Straßenbetrieb erfreut unterdessen die Feststellung, dass es den Opel-Ingenieuren gelang, die klassischen SUV-Nachteile auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Wer mit den Federungsqualitäten einer Sackkarre und der Kurvendynamik eines Wackelpuddings rechnet, wird angenehm überrascht: Der Antara lenkt hinreichend präzise, vermeidet vorzeitiges Untersteuern, wankt bei Kursänderungen nur wenig und verschont die Insassen dank sorgfältig abgestimmten Stoßdämpfern vor heftigen Vertikalbewegungen. Damit lässt es sich gut leben.

Am Gewichtsnachteil des SUV führt indessen kein Weg vorbei. Laut Werksangabe kommen je nach Modell zwischen 1805 und 1855 Kilogramm zusammen. Das spürt man natürlich: Die vorab gefahrene Version mit dem neuen, bei Opel sonst nicht verbauten Zweiliter-Dieselmotor mit Partikelfilter muss sich an Steigungen schon schwer ins Zeug legen. Unter 2000 Touren herrscht hier Flaute – ein Mangel, der bis zum Serienstart aber noch gemildert werden soll, verspricht Projektleiter Andreas Nöth. Bei dieser Gelegenheit sollte man sich dann aber auch gleich noch um die etwas hakelige Fünfgangschaltung kümmern.

So oder so: Weniger als die hier gebotenen 150 PS und 320 Nm Drehmoment möchte man sich nicht zumuten, was dann auch die für den späteren Einsatz geplante Diesel-Variante mit 127 PS (295 Nm) nicht verlockend erscheinen lässt. Wer dagegen lieber Benzin tankt, hat gleich zum Verkaufsstart im Oktober die Wahl zwischen einem 2,4-Liter-Vierzylinder (140 PS/ 220 Nm) und einem 3,2-Liter-V6 (227 PS/297 Nm). Fazit nach der ersten Begegnung: Man sollte den neuen Opel-SUV keinesfalls abblitzen lassen.

Technische Daten
Opel Antara 2.0 CDTI Edition Plus Opel Antara 2.4 Edition Plus Opel Antara 3.2 V6 Cosmo
Grundpreis 32.300 € 29.610 € 38.650 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4575 x 1850 x 1704 mm 4575 x 1850 x 1704 mm 4575 x 1850 x 1704 mm
KofferraumvolumenVDA 420 bis 1420 l 420 bis 1420 l 420 bis 1420 l
Hubraum / Motor 1991 cm³ / 4-Zylinder 2405 cm³ / 4-Zylinder 3195 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min 103 kW / 140 PS bei 5200 U/min 167 kW / 227 PS bei 6600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 181 km/h 175 km/h 203 km/h
Verbrauch 7,4 l/100 km 9,5 l/100 km 11,7 l/100 km
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