Opel Astra 1.8 16V Cabrio

Das neue Opel Astra Cabrio erfüllt zwei Aufgaben: Es bringt frischen Wind ins Opel-Programm und ist zugleich eine reizvolle Alternative unter den wenigen offenen Viersitzern der Komoaktklasse.

Wer in Deutschland Autos baut, muss mindestens ein Cabrio im Angebot haben. Das gehört einfach zu einem guten Modellmix dazu, wenn man
in dem Land mit der höchsten Cabrio-Quote Europas zu Hause ist. Fast 50 Prozent aller auf dem alten Kontinent neu zugelassenen offenen Autos wurden letztes Jahr in der Bundesrepublik registriert.

Die General Motors-Tochter Opel, in den letzten Jahren auch wegen ihres langweiligen Modellprogramms nicht gera-de vom Erfolg verwöhnt, stößt jetzt mit Macht in das seit
1999 vernachlässigte Cabrio-Segment. Zum offenen Astra, der ab 10. März bei den Händlern steht, kommt mit dem Speedster (siehe Seite 82) noch ein extrem sportlicher Vertreter hinzu. Beide haben das Zeug, dem angestaubten Opel-Image etwas Glanz zu verleihen.

Das aktuelle Astra Cabrio basiert anders als der vor zwei Jahren eingestellte Vorgänger nicht auf der Limousine, sondern auf dem noch relativ jungen, im Jahr 2000 präsentierten Coupé. Dieser Abstammung verdankt es seinen sportlichen Auftritt, der von einer ausgeprägten Keilform, dem stämmigen Hinterteil und der extrem flachen Frontscheibe maßgeblich geprägt wird.

Dass die Opel-Techniker dem Astra viele Zutaten spendiert haben, die ein Cabrio gut und teuer machen, merkt man spätestens bei der Öffnungs-
zeremonie. Sie läuft zum größten Teil automatisch ab, denn der Astra besitzt – das ist ein Novum in der Kompaktklasse – serienmäßig ein elektrohydraulisches Stoffverdeck.

Mit Hilfe des mittig im vorderen Dachrahmen versenkten Griffes wird das Verdeck entriegelt und eine Handbreit nach oben gedrückt. Den Rest erledigen unsichtbare Heinzelmännchen auf Knopfdruck in rund 30 Sekunden: Die Scheiben senken sich etwas ab, das Dach gibt die Verdeckklappe frei und faltet sich dann wie von Geisterhand in den Verdeckkasten hinter den Rücksitzen.

Kein Rucksack also mehr huckepack, der die Sicht nach hinten beeinträchtigt und jegliche formale Eleganz im Keim erstickt. Wie bei den ganz großen Cabrios auch liegt das dreilagige und mit einer beheizbaren Glasheckscheibe bestückte Verdeck gut geschützt unter der festen Abdeckung.

Auf Wunsch kann der Bedienungskomfort sogar noch gesteigert werden: Die vollautomatische Version inklusive elektrischer Ent- und Verrie-
gelung des Verdecks kostet
900 Mark Aufpreis (Serie
beim 2,2-Liter-Modell). Sie erlaubt als große Showeinlage die Dachsteuerung per Funk über die Zentralverriegelungstasten im Autoschlüssel.

Für genussvolles Offenfahren bringt der Astra vorzügliche Voraussetzungen mit. Die flache, weit über den Fahrgast-raum reichende Frontscheibe entpuppt sich als ausgesprochen wirkungsvoller Windabweiser. Man sitzt vorne weit-
gehend zugfrei und vortrefflich vor lästigen Wirbeln geschützt, was zumindest auf kurzen Strecken auch den Verzicht auf Brille und Mütze ermöglicht. Fondpassagiere, da macht auch der Astra keine Ausnahme,
haben im viersitzigen Cabrio deutlich schlechtere Karten.

Fährt man zu zweit, lässt sich die Frischluftbefächelung vielfältig steuern. Beispielsweise durch die einfache Montage des Windschotts (lediglich bei 1,6-Liter 500 Mark Aufpreis). Deckt es die Rücksitze ab, wird an den Sitzlehnen vorbeiströmende Zugluft unterbunden. Ist es hochgeklappt und sind die Seitenscheiben (alle vier voll versenkbar) ausgefahren, kräuselt der Fahrtwind selbst bei hohem Autobahntempo nur noch ganz zart das Haupthaar.

Zu den besonders praktischen Details zählen der se-
parate Schalter zur zentralen Betätigung aller Seitenscheiben sowie die mustergültige Unterbringung des Windschotts im Kofferraum: Es verschwindet in einer Halterung unterhalb des Verdeckkastens – da ist
es immer gut aufgeräumt und beansprucht wenig Platz.

Das Verdeck (Hersteller Edscha) gefällt in geschlossenem Zustand durch ansprechende Formstabilität. Es bläht sich bei höherem Tempo kaum auf und verursachte bei den Probefahrten auch keine ungebührli-
chen Windgeräusche. Außerdem bescheinigen ihm die Opel-Entwickler eine ähnlich gute Wärmeisolation wie dem Stahldach des Astra Coupés. Dass es andererseits die
Übersichtlichkeit nach hinten stark beeinträchtigt, ist ein cabriospezifischer Nachteil.

Das gilt auch für den in der Nutzbarkeit und im Volumen eingeschränkten Kofferraum. Ihm muss man allerdings zugute halten, dass er in dieser Klasse die Maßstäbe setzt: Mit 330 Liter Kapazität übertrifft er sogar den Stauraum des BMW Dreier Cabrios.

Vorne lassen weder das Raumangebot noch die übersichtlich angeordneten Bedienungselemente Wünsche offen. Die Plätze im Fond haben eher Notsitzcharakter: Wenig Beinfreiheit, steile Lehnen und die extrem harten, ungepolsterten Rahmenkopfstützen (Überrollbügel) erfordern Kompromisse. Das gilt nicht für die Serienausstattung, zu der schon bei der Basisversion vier Airbags, elektrische Fensterheber, zweifach verstellbares Lenkrad und ABS gehören. ESP gibt es nur in den beiden stärkeren Modellen.

Mit drei Vierventilmotoren (siehe nebenstehende Tabelle) geht das Cabrio an den Start. Von denen – so schätzen die Marktforscher – wird der 1,8-Liter mit 125 PS die höchs-
te Nachfrage (rund 50 Prozent) erreichen. Er zeigte sich bei
der ersten Ausfahrt kultiviert und drehfreudig, wirkt aber bei niedrigen Drehzahlen schlapp. Die Kraftübertragung übernimmt ein kurz übersetztes Fünfganggetriebe, für das Topmodell gibt es ab Herbst auch eine Vierstufen-Automatik.

Wie sein Vorgänger und der offene Kadett (rund 50 000 Exemplare jeweils) wird auch
dieser Opel bei Bertone in
Turin gebaut. In diesem Jahr will Opel hier zu Lande noch rund 5400 Cabrios verkaufen. Das sollte bei der günstigen Einpreisung (ab 40 800 Mark) leicht gelingen.

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Technische Daten
Opel Astra Cabrio 1.8 16V Bertone Edition
Grundpreis 24.419 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4239 x 1684 x 1400 mm
KofferraumvolumenVDA 390 bis 1100 l
Hubraum / Motor 1799 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 85 kW / 115 PS bei 5400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Verbrauch 8,4 l/100 km
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