Opel Frontera 2,2 DTI 16V

Obwohl der Opel Frontera lange der meistverkaufte Geländewagen in Deutschland war, konnten Antrieb, Komfort und Verarbeitung nie ganz überzeugen. Sein Nachfolger gelobt in allem Besserung.

Für das schwierigste Terrain, das der neue Opel Frontera zu bewältigen hat, läßt sich weder auf hochalpinen Schotterpisten noch in heißem Wüstensand üben: Er soll in der Spur seines seit 1991 über 200 000 mal gebauten Vorgängers bleiben und unter den beliebtesten Geländewagen Europas wieder das Spitzentreppchen erklimmen. Rund 9000 Exemplare des Offroaders will Opel im nächsten Jahr in Deutschland absetzen, obwohl die günstigen Wachstumsprognosen in diesem Segment längst zahlreiche neue Konkurrenten auf den Plan gerufen haben.

 Besonders positiv werden die Chancen der sogenannten Softroader mit selbsttragender Karosserie eingeschätzt, wo Opel allerdings erst ab dem Jahr 2000 mit einem geländetauglichen Astra Caravan – ähnlich einer 1997 in Tokio gezeigten Studie – vertreten sein wird. Der Frontera hingegen bleibt – schon wegen der konzerninternen Aufgabenverteilung – ein Offroader traditionellen Zuschnitts. Seine technische Basis liefert der japanische Isuzu Rodeo, Opel-Ingenieure in Deutschland gaben dieser Konstruktion den nötigen Feinschliff, und gebaut wird die Europaversion wie bisher bei der englischen GM-Tochter IBC Vehicles.

Schließlich goutieren auch Singles und Frauen, die nicht unwesentlich zum Verkaufserfolg des Frontera beitrugen, seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Obwohl sich die meisten von ihnen nur selten abseits befestigter Straßen bewegen, wird neben dem kraftvollen, hochaufragenden Design vor allem die universelle Geländetauglichkeit als Kaufargument genannt. Beides stand deshalb im Mittelpunkt der Überarbeitung. Unter Beibehaltung der Grundform kennzeichnen abgerundete Kotflügel, neue Stoßfänger sowie eine schlankere C-Säule die neue Karosserie, was in Verbindung mit zusätzlichen Seitenfenstern besonders beim Zweitürer die Übersichtlichkeit verbessert. 

Der Einstieg zu den Rücksitzen ist jedoch trotz seines um 13 Zentimeter verlängerten Radstands weiterhin beschwerlich, zumal die Vordersitze nach dem Vorklappen nicht wieder in der Ausgangsposition arretieren. Viel komfortabler läßt sich naturgemäß der Fond des Viertürers entern, der außerdem von 26 Zentimeter mehr Radstand und 39 Zentimeter mehr Außenlänge profitiert. Auch bei Gepäckvolumen (389/1790 statt 321/1137 Liter), Zuladung und Anhängelast (2600/2800 statt 2400 kg) bietet die Langversion mehr Reserven und dazu den Vorteil einer geteilten Heckklappe. Darüber hinaus erhält sie bereits in Grundausstattung Dachreling, Seitenschutzleisten und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung.

Allen Modellen gemeinsam sind der aerodynamische Feinschliff, verbesserte Türdichtungen sowie eine erheblich steifere Karosserie, was sich in geringen Verwindungserscheinungen und einem erheblich niedrigeren Geräuschniveau bemerkbar macht. Dazu gibt es bequeme, gut ausgeformte Sitze, eine höherwertige Innenverkleidung und ein funktionales, völlig neugestaltetes Armaturenbrett mit zwei Airbags. Luftsäcke als Seitenaufprallschutz bleiben jedoch vorerst – ebenso wie ABS, das nur beim V6 Serie ist – auf der Wunschliste. Immerhin läßt sich jetzt auch während der Fahrt von Heck- auf Vierradantrieb umschalten. Per Knopfdruck stellen dabei je eine Kupplung an der linken Antriebswelle sowie am Verteilergetriebe die Verbindung zur Vorderachse her. 

Für extreme Steigungen oder Gefällstrecken gibt es wie bisher eine Geländeübersetzung, die im Stand mit einem zweiten Schalthebel aktiviert wird. Spürbarer sind allerdings die Fortschritte im normalen Straßenbetrieb. Die vier innenbelüfteten Scheibenbremsen packen mit kräftiger Verzögerung zu, und durch die neue Zahnstangenlenkung läßt sich der Frontera viel präziser als der Vorgänger dirigieren. Von der verbreiterten Spur, der verfeinerten Vorderachse mit doppelten Dreiecksquerlenkern und der Fünflenker-Hinterachse profitieren sowohl die Fahrsicherheit als auch der Federungskomfort.

Den gestiegenen Fahrwerksqualitäten entsprechend bietet Opel nun als Spitzenmotorisierung für den Viertürer einen 3,2 Liter-V6 von Isuzu an, der über viel Drehmoment (290 Nm bei 3000/min) und eine dezente Akustik verfügt. Das kann man den beiden Opel-Vierzylindern nicht gerade nachsagen, obwohl ihnen zwei Ausgleichswellen zu guter Laufkultur verhelfen. Mit Kraft aus dem Keller und günstigem Verbrauch paßt aber gerade der 2,2 Liter-DTI gut zum Charakter des Geländewagens. Noch besser paßt freilich, daß die Preise nur geringfügig steigen, während die Kaskoeinstufung viel niedriger ausfällt. Auch an dieser Hürde muß der Frontera künftig also nicht mehr scheitern. 

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