Opel Omega 2,2 16V

Hausputz bei der Marke mit dem Blitz: Nach dem Anfang des Jahres dezent gelifteten Vectra soll ab Oktober auch der Opel Omega wieder besser einschlagen. Der überarbeitete Modelljahrgang verspricht eine elegantere Optik sowie mehr Ausstattung und Qualität zu attraktiven Preisen.

Gegen Ausbrechen in kritischen Fahrsituationen hält Opel ein Stabilitätsprogramm für weniger erforderlich als gegen Einbrechen der Verkaufszahlen. Nach fünfeinhalbjähriger Bauzeit mit anhaltendem Käuferschwund sollen zwar Investitionen von 300 Millionen Mark und 3000 veränderte Bauteile den Absatz des Omega in Deutschland bei 34 000 Autos pro Jahr stabilisieren, aber auf Sicherheitsfeatures wie ESP, hintere Sidebags und seitliche Kopfairbags muss man weiterhin verzichten.

Stattdessen gibt es zum Jahrgang 2000 ein klassisches Facelift, bei dem vor allem das V-förmig zugespitzte Gesicht mit integriertem Kühlergrill und Klarglas-Scheinwerfern für mehr Eleganz und Familienähnlichkeit sorgt. Zusammen mit größeren Heckleuchten sowie in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern, Flankenschutzleisten und Seitenschwellern muss das reichen, um den etwas biederen Vorgänger und dessen gravierende Qualitätsmängel vergessen zu lassen. Ein Blick in den Innenraum unterstreicht diesen Eindruck.

Das Raumangebot für Passagiere und Gepäck präsentiert sich unverändert großzügig, doch edlere Materialien, neue Türverkleidungen mit Ablagen sowie ein Cockpit mit durchgehender Oberkante und modifizierter Mittelkonsole vermitteln ein gehobenes Qualitätsgefühl und steigern zugleich die Funktionalität.

Die Bedienung für Audio-, Telematik- und Navigationssystem (Extra) wurde in einer Einheit zusammengefasst, gegen Aufpreis ist künftig ein Farbmonitor im Blickfeld des Fahrers lieferbar. Zur erweiterten Serienausstattung gehören schon beim Basismodell Klimaautomatik, Radio mit Cassetten- oder CDLaufwerk, Multifunktionslenkrad und die von Saab übernommenen aktiven Kopfstützen vorn. Im Elegance kommen Lendenwirbelstützen, elektrische Fensterheber hinten, Nebelscheinwerfer, Xenon-Licht mit Reinigungsanlage sowie 16- Zoll-Alufelgen hinzu, während der Sport ein strafferes Fahrwerk, Sportsitze, Aludekor innen und 17-Zoll-Leichtmetallräder aufweist. Letztere sind auch bei der um Navigation, Lederausstattung, elektrische Sitzverstellung, Tempomat und CD-Wechsler angereicherten Topversion Executive an Bord.

Seiner gediegenen Note entsprechend rollt der Omega geschmeidig ab und steckt sogar grobe Unebenheiten gelassen weg. Behagliche Sitze tragen zum gehobenen Komforteindruck bei. Andererseits gehen mit der weichen Fahrwerksabstimmung ein Stuckern der Vorderachse auf kurzen Bodenwellen und Lastwechselreaktionen in forsch gefahrenen Kurven einher, die sich jedoch mit der geschwindigkeitsabhängigen Servotronic-Lenkung der Sechszylinder-Modelle gut korrigieren lassen.

Alle Versionen profitieren künftig von einem Bremskraftverstärker, der bei schneller Pedalbetätigung den Systemdruck erhöht und das Auto aus 100 km/h rund einen Meter früher als bisher zum Stillstand bringen soll.

Ansonsten blieb das Fahrwerk weitgehend unverändert, wenn man einmal von den neu gestalteten, 15 bis 17 Zoll großen Rädern absieht. Trotz elf Zentimeter mehr Länge bei identischem Radstand (2,73 Meter) ist der Omega noch immer eine handliche Größe. Besonders gut motorisiert wirkt hingegen selbst das Spitzenmodell kaum, denn in Laufkultur und Leistungsentfaltung reicht der Dreiliter-V6 nicht an die besten Sechszylinder seiner Klasse heran. Ein rund 310 PS starker Omega V8 mit Corvette- Motor soll zwar im nächsten Sommer für einen Imageschub sorgen, doch das Hauptgeschäft erwartet Opel wie bisher von dem auf 144 PS erstarkten Basismodell.

Auch ohne ESP verkörpert es am ehesten, was Opel-Käufer unter Stabilität verstehen: Trotz besserer Ausstattung, Qualität und Laufkultur bleibt sein Preis annähernd gleich.

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