Opels Maxi-Kompakt-Konzept heißt Signum

Der Signum basiert auf dem Vectra und beschreitet Neuland in der Mittelklasse. Mit einem Heck, das steil endet wie bei einem Kombi, bietet er mehr Platz und mehr Variabilität. Erster Fahrbericht.

Signum klingt gut, so gar nicht nach Opel. Und nicht nur, weil hinten im Namen das „a“ fehlt. Signum klingt trendy. Muss es auch – schließlich soll das Auto mit dem neuen Namen die Marke nach oben bringen. Die Zeiten, als die Modelle mit dem Blitz im Logo den Sexappeal ­einer Strickjacke ausstrahlten, sollen vorbei sein. Adieu Omega, es lebe der Signum. Um in der Mittelklasse, ins­besondere der anspruchsvollen, wieder Fuß zu fassen, entschieden sich die Marketingexperten für ein neues, so noch nicht da gewesenes Karosseriekonzept. Mehr Mut heißt das Motto, und der zeigt sich in einer Karosserieform, die bislang bei Limousinen nur in den unteren Klassen üblich war. Der Signum verfügt nämlich weder über ein Stufen- noch über ein Schrägheck, sondern endet steil wie ein Kombi. Vorteil: In der Raumausnutzung ist der Opel Signum herkömmlichen Limousinen klar überlegen. So misst er in der Länge mit 4,64 Metern nur vier Zentimeter mehr als der Vectra, auf dem er basiert, aber innen bietet er erheblich mehr Platz, was er seinem um 13 Zentimeter längeren Radstand verdankt. Wer beim Signum vorn ein­steigt, wird von den zusätzlichen Zentimetern allerdings nichts bemerken. Auf den Vordersitzen fühlt man sich wie im Vectra, zumal auch die Cockpitgestaltung an das Schwestermodell erinnert. Zwar lässt zusätzlicher Zierrat – auf Wunsch sogar mit Schildpattdekor – alles etwas hochwertiger erscheinen, doch die Platz­verhältnisse und der erfreulich hohe Sitzkomfort entsprechen denen im Vectra. Auf Wunsch offeriert Opel dem Signum-Fahrer ab Herbst allerdings einen „medizinisch empfohlenen“ Multikontursitz mit Belüftung.

Kompletten Artikel kaufen
Fahrbericht Opel Signum 3.0 V6 CDTI
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 2 Seiten)
1,49 €
Jetzt kaufen

Vom üppig bemessenen Ab­stand zwischen den Achsen profitieren hingegen die Fondpassagiere, zumal sie in den Genuss des neuen „FlexSpace“-Konzepts kommen. Hinter dem innovativen Marketingbegriff verbirgt sich eine nicht ganz so innovative Sitzanordnung: Je nach Platzbedarf können die hinteren Einzelsitze um bis zu 13 Zentimeter hin- oder her­geschoben werden, und auch die Neigung der Lehne lässt sich justieren. Nutzt man die Verstellmöglichkeit aus, bietet der Signum zwei Personen einen Sitzkomfort, der an die Maßstäbe der Oberklasse grenzt, allerdings auf Kosten des Kofferraums, der dann auf 365 Liter schrumpft. Andererseits bietet sich die Möglichkeit, den Laderaum durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1410 Liter zu vergrößern, wobei eine vollständig ebene Ladefläche entsteht. Um den Aufenthalt auf den Rücksitzen noch attraktiver zu machen, wird zusätzlich ein so genannter Travel Assistent die umfangreiche Liste der Extras ergänzen. Der Assistent entpuppt sich als voluminöser Kas­ten zum Einbau zwischen den hinteren Einzelsitzen, in dem der Fondpassagier zwei Klapptische, Cupholder, Zwölf-Volt-Steckdose, eine Kühlbox sowie eine Halterung für DVD-Spieler vorfindet. Was die technische Substanz betrifft, so hält sich der Signum an das vom Vectra vorgegebene Muster. Allerdings ergänzen zwei neue Benzinmotoren die Palette.

Erstmals bietet Opel einen Direkteinspritzer an, der in 2,2 Liter Hub­raum 155 PS erzeugt. Außerdem steht ein Zweiliter-Turbo mit 175 PS zur Verfügung. Zusätzlich wird der bekannte 1,8-Liter mit 122 PS angeboten, während der 3,2-Liter-V6 mit 211 PS die Topmotorisierung darstellt. Auch mit Dieseltriebwerken kann gedient werden: Zweiliter mit 100 PS, 2,2-Liter mit 125 PS sowie – neu im Vectra – ein Dreiliter-V6 mit 177 PS. Tur­bo­benziner und V6-Diesel sind mit einem neuen Sechsgang­getriebe gekoppelt. Für erste Fahreindrücke ließ Opel die Dreiliter-Dieselvariante antreten, die dem Signum zu beachtlichem Antriebskomfort verhilft. 370 Nm Dreh­­moment sorgen für guten Durchzug, allerdings zeigt sich, dass 177 PS bei einem Wagengewicht von knapp 1,7 Tonnen in Sachen Dynamik nichts Außergewöhnliches zu leisten vermögen. Gleichwohl bewegt sich der Signum erfreulich leichtfüßig. Handlichkeit ist seine Stärke, umso mehr, wenn man das klassenübergreifende Raumangebot ins Kalkül zieht. Im Federungskomfort muss man beim V6-Diesel dagegen Abstriche machen, zumal wenn er auf den optionalen 17-Zoll-Rädern rollt: Dann werden besonders kurze Stöße deutlich spürbar. Ab 28 900 Euro ist er zu haben, doch wer sich mit der Basismotorisierung begnügt, kommt schon mit 23 000 Euro zum Zug – 2750 Euro mehr, als ein vergleichbarer Vectra kostet.

Neues Heft
Top Aktuell Skoda Scala Skoda Scala (2019) Polo in Golf-Größe schon ausprobiert
Beliebte Artikel Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan S (2019) Fahrbericht Dieselfrei und Spaß dabei Skoda Kodiaq RS Skoda Kodiaq RS Fahrbericht So fährt der sportliche Siebensitzer-SUV
Anzeige
Sportwagen Toyota Supra - Sportcoupé - Fahrbericht Toyota GR Supra (2019) Premiere in Detroit Lexus RC F Track Edition Lexus RC F Track Edition (2019) Mit 500 PS auf die Piste
Allrad Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro, Exterieur, Heck SUV Neuzulassungen November 2018 Audi und Porsche unter Druck
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) GT3 Porsche 911 (996) Kaufberatung Jetzt steigen die Preise Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker
Promobil Dethleffs Globeline (2019) Dethleffs Globeline T 6613 EB Neue Baureihe auf Sprinter Mitmachen und gewinnen 5 x Eiskratzer Sets von KUNGS
CARAVANING LMC Style Lift 500 K (2019) Premiere LMC Style Lift 500 K Hubbetten-Caravan für Familien Dethleffs Generation Scandinavia 695 BQT Dethleffs Generation Scandinavia Neuer Grundriss mit Bugküche