Pagani Zonda Roadster F

Foto: Foto: Thorsten Weigl 18 Bilder

Bei Vollgas brennt der Pagani Zonda Roadster F Gummispuren in den Asphalt. Sein schwarzes Kohlefaser-Kleid, nur durch Klarlack geschützt, macht den V12-Boliden mit 650 PS zum kostbaren
Trüffel unter den Exoten.

Eine Zehn. Alles unter der Höchstnote wäre untertrieben für den Pagani Zonda Roadster F.

Herzklopfen? Schon beim Prospekt-Blättern. Selbst unter den Exoten ist er an Eigenwilligkeit kaum zu übertreffen: Sein Carbon-Anzug ist nur mit einem Hauch Klarlack imprägniert. Unwahrscheinlich, diese 700 000-Euro- Trüffel jenseits großer Automessen aufzuspüren: Weltweit verstreut wurden in den vergangenen sieben Jahren nur 65 Zonda ausgeliefert. auto motor und sport fuhr jetzt den ersten Sicht-Carbon-Roadster, ein zweiter wird gerade produziert. Schon das Wissen um diese Exklusivität generiert Faszination. Von fern ist der sich nähernde Anonymus kaum auszumachen, so dicht schrubbt er über den Asphalt. Das Ohr erfasst ihn zuerst, dann zieht das Auge nach, bleibt an Rennwagen- Konturen und Kohlefaser-Schachbrettmuster kleben.

Der Zonda Roadster F besitzt den Sensations- Status eines Ufos. Für Blicke ist er ein schwarzes Loch, magnetisiert, kanalisiert, verschluckt sie. Wer dieses Panoptikum in der Stadt bewegt, darf nicht gerade schüchtern sein: Der offene Pagani erhebt seinen Fahrer zum Popstar, der bestaunt wird – und deshalb keinen Meter zurücklegen kann, ohne das allgemeine Interesse auf sich zu fokussieren. Die blaue Mauritius unter den Supersportlern wirkt wie aus einem einzigen Stück Kohlefaser gefertigt, so exakt setzen die Matten aneinander an. Übergänge sind wie mit dem Lineal gezogen – Zeugnis der Akribie, mit der das 35-köpfige Team um Firmengründer Horacio Pagani die Mittelmotor-Preziosen laminiert und in den eigenen Öfen bäckt. Pagani, 50 Jahre alt, Carbon-Couturier, schneidert seine Autos mit der Hingabe eines Mode-Zaren. Unsauberes Arbeiten würde der Formenreichtum schnell entlarven, die vielen Details in und an diesem Manufaktur-Sportwagen stechen sofort ins Auge. Wie bei Renn-Oldies werden die Hauben nicht nur mit Haken, sondern zusätzlich mit Lederriemen gesichert; auch die beiden Kofferräume und das Handschuhfach schließen per Minigürtel. Der Innenraum gleicht einer Ansammlung von Skulpturen; allen voran die bizarren, wie Alien-Augen aus der Mittelkonsole herausstechenden Lüftungsdüsen. Der gebürtige Argentinier Pagani liebt das Unvermutete; seine Kunden schätzen ihn dafür. Auch dafür, dass der Freund der verstorbenen Formel 1-Legende Fangio (Zonda F wie Fangio) regelmäßig mit seinen Zweisitzern die Sträßchen der Emilia-Romagna zum Glühen bringt – im Morgengrauen, rund um den Firmensitz in San Cesario sul Panaro.

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