Perfekter Allrounder im Luxussegment

Die Frage ist berechtigt: Kann ein echter Porsche etwas anderes sein als ein Sportwagen? Die ersten Fahrkontakte mit dem Cayenne geben Entwarnung: Kein Grund für Muffensausen in Zuffenhausen.

Man kann sich dem Cayenne als rationaler Denker nähern. Dann stellt man die Sinnfrage. Man kann auch mit den Chefs der Porsche AG philosophieren: „Kein Mensch braucht einen Porsche“, sagt Vorstand Holger Härter, „und trotzdem haben wir mittlerweile über eine Million Autos verkauft“. Oder man entert den Cayenne als simpler Auto-Freak. Dann ist der Sports-Utility-Porsche einfach nur eine Wucht: Leistung im Überfluss, überzeugende On-road-Qualitäten, überraschende Handlichkeit, phänomenale Off-road-Qualitäten, gute Platzverhältnisse und ein nahezu konkurrenzlos attraktives Label auf den Hauben.

Das Leistungsangebot. Ist üppig (Cayenne S: 350 PS / 420 Nm bei 2.500/min) bis üppig im Überfluss (Cayenne Turbo: 450 PS / 620 Nm bei 2.250/min). Beide Versionen des 4,5-Liter-V8 sprechen ein typisches Porsche-schwäbisch: kernig, fauchig und im höheren Drehzahlbereich ein wenig aggressiv.

Die Straßenqualitäten. Hier setzt der Cayenne sicherlich neue Maßstäbe für den SUV-Bereich, aber alles andere wäre ja auch eine herbe Enttäuschung gewesen. Man sitzt hoch im Cayenne und fühlt sich der Straße doch sehr nahe – permanenter Allradantrieb, Elektronik, Luftfederung geben dem 2,3-Tonnen-Gerät eine erstaunliche Leichtigkeit; der Weg zu den physikalischen Grenzen scheint weit. Die Lenkung: präzise. Die gewaltigen Bremsen (17 Zoll hinten, 18 Zoll vorn): gnadenlos.

Die Off-road-Qualitäten. Unbeschreiblich. Sechsfach verstellbare Luftfederung, diversen Quer- und Längssperren, zuschaltbare Getriebereduktion, traktionsorientiertes Gelände-ABS und -ABD (automatisches Bremsdifferenzial). Dazu Böschungs- und Rampenwinkel, die den Cayenne zum extremen Hardcore-Kletterer machen. Steigfähigkeit: 100 Prozent. Wattiefe: 555 Millimeter. Schließlich die abenteuerlichen Achsverschränkungswerte: Der schwere, große Wagen (Länge / Breite / Höhe: 4,72 / 1,93 / 1,70 Meter; Radstand: 2,86 Meter) hüpft und schaukelt sich über Stock und Stein wie ein federleichter Akrobat. Der Cayenne im Gelände? Fährt auch dort hinauf und hinunter, wo stehen oder gar gehen schon längst nicht mehr möglich ist.

Und sonst? Platz für fünf, ein großer Kofferraum (540 bis 1.770 Liter).

Im Übrigen: alles Porsche hier. Auch die Preise. Bei 60.200 Euro geht’s los (Cayenne S), die Liste der sinnvollen Extras ist dann noch lang. Viel kompletter ist der Cayenne Turbo, aber für den hat Porsche auch eine ganz andere Summe in die Preisliste gedruckt: 99.876 Euro.

Geld darf aber sowieso keine Rolle spielen, wenn man Cayenne fahren will. Hohes Gewicht, großdimensionierte Stirnfläche und sattes Leistungsangebot treiben den Porsche-SUV nämlich an die Tankstelle wie einen Säufer an den Kiosk: permanent und scheinbar magisch. 14,9 beziehungsweise 15,7 Liter / 100 Kilometer gibt Porsche für den Drittelmix an, aber das ist maximal ein frommer Wunsch. Wer den Cayenne ein bisschen traben lässt, ist schnell bei 20 Litern, und schnelle Autobahn-Etappen (Höchstgeschwindigkeit: 242 / 266 km/h) sind noch einmal ein anderes Kapitel.

Um es kurz zu machen: Der Porsche Cayenne ist die schärfste Pfeffermühle aller Zeiten. Die teuerste sowieso. Kein Mensch braucht so ein Gerät. Genau das ist aber der springende Punkt. Und auch umgekehrt lässt sich eine Argumentationslinie schnitzen. Wer das perfekte Allround-Auto im Luxussegment sucht, ist hier richtig. Denn wer Porsche fährt, macht oft schon den Weg zum Ziel – eine Verheißung und damit ein tragendes emotionales Qualitätsmerkmal, das man sich leisten möchte, wenn man es sich leisten kann (und Spaß am Auto hat). Wie seine Sportwagen-Brüder ist auch der SUV ein diesbezüglich optimal gestimmtes Instrument. Der Cayenne ist deshalb ein echter Porsche.

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