Peugeot 108 Puretech 82

Stadtauto im Fahrbericht

asv 1814, Peugeot 108 Puretech 82 Foto: Achim Hartmann 13 Bilder

Gegenüber dem Vorgänger 107 lässt sich der neue Peugeot 108 luxuriöser ausstatten und dank einer zweiten Antriebsvariante auch stärker motorisieren. Lohnt sich das?

Ein Druck auf den Startknopf: Mit leichtem Ruckeln räuspert sich der Motor, und die Schwingungen der drei Zylinder dringen in den Innenraum des neuen Peugeot 108 Puretech 82. Startknopf? Tatsächlich, der Schlüssel kann zum Entriegeln der Türen und zum Starten des Motors in der Tasche bleiben, sofern das Innovationspaket (555 Euro) samt Rückfahrkamera und Lichtsensor an Bord ist.

Peugeot 108 Puretech bietet 82 PS

Derlei Luxus gab es beim Vorgänger 107 nicht, ebenso wenig eine stärkere Motorvariante. Der Puretech genannte 1,2-Liter-Benziner entwickelt 82 PS, das sind 14 PS mehr als der kleinere Einliter der Basisversion VTi 68 – im Stadtverkehr kaum zu spüren, auf der Messstrecke dagegen schon: Der Peugeot 108 Puretech beschleunigt zwei Sekunden schneller auf 100 km/h und zieht stärker durch, das maximale Drehmoment (118 Nm) fällt rund 20 Prozent höher aus und liegt schon ab 2.750 statt 4.300/min an. Mit einem Testverbrauch von 6,5 l/100 km liegt er aber nur 0,3 Liter über dem VTi 68.

500 Euro beträgt der Aufpreis für den stärkeren Dreizylinder, den Peugeot jedoch erst ab der Ausstattungslinie Active (als Viertürer ab 12.050 Euro) anbietet. Darüber rangiert die Topversion Allure, in der der Testwagen antrat. Dort zählt neben Klimaanlage, Lederlenkrad und 15-Zoll-Alurädern auch ein multifunktionaler Touchscreen samt Mirror Screen zum Serienumfang. Mit diesem System können Smartphone-Anwendungen auf den Sieben-Zoll-Touchscreen gespiegelt und über ihn bedient werden. Dies funktioniert mit Apple-Modellen ebenso wie bei Telefonen mit Android-Betriebssystem – das bieten bislang viele größere und teurere Modelle nicht. Allerdings ist dieses System ausschließlich an die Allure-Version gekoppelt. Damit kostet der 108 als Viertürer mindestens 13.600 Euro. Wählt man dann noch das elektrisch betriebene Faltdach, klettert der Preis des Peugeot 108 Puretech 82 auf 14.850 Euro.

Dafür gibt es bereits einen Seat Ibiza mit 85 PS, der vor allem für Fondpassagiere und Gepäck mehr Platz bietet – der Kofferraum des Peugeot 108 Puretech fasst lediglich 196 Liter. In der Stadt fühlt er sich mit seinen geringen Abmessungen von 3,48 Metern Länge und 1,62 Metern Breite am wohlsten. Wie seine technisch eng verwandten Brüder Citroën C1 und Toyota Aygo kurvt er wendig durch Seitenstraßen und von Ampel zu Ampel.

Leistungsdefizit auf Autobahnen und Landstraßen

Die Straße windet sich aus der Stadt hinaus. Spürbar verlässt der Peugeot 108 Puretech seine natürliche Umgebung. Bereits in leichten Kurven beginnt die Karosserie zu wanken. Dabei erhöhen die Ledersitze (800 Euro Aufpreis inklusive Sitzheizung) den Komfort nur bedingt, denn mit ihren weichen Wangen bieten sie nur wenig Seitenhalt.

Will man wegen des Preises auf manches verzichten, sollte man das als Erstes beim Motor tun. In der Stadt ist der Peugeot 108 Puretech auch mit 68 PS angemessen unterwegs. Auf Autobahnen und Landstraßen mag das Leistungsdefizit spürbar sein, doch dieses Terrain liegt dem Peugeot ohnehin nicht sonderlich.

Fazit

Der 82-PS-Dreizylinder wirkt ruppig, aber angemessen durchzugsstark. Dennoch bleibt der Peugeot 108 Puretech vor allem ein Stadtauto.

Technische Daten
Peugeot 108 Puretech 82 Allure
Grundpreis 13.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3475 x 1615 x 1460 mm
KofferraumvolumenVDA 196 bis 780 l
Hubraum / Motor 1199 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 60 kW / 82 PS bei 5750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch 4,3 l/100 km
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