Peugeot 307 SW

Schöner Wintergarten

Ein Auto, zwei Konzepte. Der 307 SW bietet Van-Variabilität im Kombiformat und setzt Peugeots Tradition fort, sieben Sitzplätze in einem Kombi anzubieten. Ein riesiges Glasdach sorgt zudem für Wintergarten-Atmosphäre.

Licht ist Energie, Licht bedeutet Leben. Was sich zunächst anhört wie eine Verkündung der Jünger von Fiat Lux ist in Wahrheit die Werbebotschaft für den neuen Peugeot 307 SW. Denn über 30 Prozent der Karosserie des Kombi-Vans bestehen aus Glas. Erfreulich vor allem für Passagiere in der zweiten Sitzreihe: ein freier Blick gen Himmel freut Sterndeuter und Sonnenanbeter. Das der mit einer Jalousie (elektrisch zu betätigen) versehene Glasbau damit seine Funktionalität schon erfüllt hat, begründet Peugeot mit Verbraucherwünschen und -verhalten.

Durchbilck und Raum

Diese Lifestyle orientierte Klientel verlangt aber nicht nur nach Durchblick, sondern vor allem nach persönlichem Entfaltungsspielraum. So gesehen versteht es sich von selbst, das die rund 15 Kilogramm schweren Einzelsitze der zweiten Sitzreihe gefaltet, verschoben, getauscht oder ganz ausgebaut werden können. Dabei sollte der Zugang zu den beiden optional erhältlichen Sitzplätzen sechs und sieben (jeweils 260 Euro/ Gewicht: knapp zwölf Kilogramm) lieber besonders gelenkigen Zeitgenossen überlassen werden. Denn mit einer Höhe von 1,54 Meter stoßen möglich Mitreisende schmerzhaft an die bauprinzipbedingten Grenzen. Und noch was: Trotz des recht ordentlichen Sitzkomforts in der letzten Reihe ist es ebenso von Vorteil, wenn die Wachstumshormone schon bei 1,65 Meter ihr Ziel erreicht haben. Der 307 SW ist eben „nur“ ein Fünf plus Zwei-Sitzer.

Als Fünfsitzer: Viel Platz für Personen und Gepäck

In der zweiten Reihe fühlen sich hingegen selbst großgewachsene Personen pudelwohl. Dafür sorgt unter anderem auch der im Vergleich zur Limousine um zehn Zentimeter gewachsene Radstand (Gesamtlänge: 4,42 Meter).
Praktisch: Die für ein Mehrzweckfahrzeug obligatorischen Klapptische hinter Fahrer- und Beifahrersitz sowie der nach vorne klappende und als weitere Ablage oder Armlehne zu gebrauchende, schmalere Mittelsitz (41 gegenüber 46 Zentimeter). Dahinter bleibt ohne zusätzliche Sitzgelegenheiten Platz für 520 Liter Gepäck (als Siebensitzer: 137 Liter). Verreist man zu zweit bleibt Raum für 1.539 Liter Strandgut. Und mit bis zu 524 Kilogramm Zuladung kann den Daheim gebliebenen reichlich Sand mitgebracht werden.

Motorenangebot: Zwei Benziner, zwei Diesel

Solche Touren erfordern allerdings, beim Einkauf die passende Motorisierung gewählt zu haben. Denn schon leer bringt der 307 SW (wofür übrigens SW steht, überlässt Peugeot der Fantasie der Kunden und gibt keine eigene Interpretation der zwei Buchstaben) bis zu 1,6 Tonnen auf die Waage. Deshalb werden für den Kombi-Van nur die beiden stärkeren Benzinmotoren aus dem 307-Programm angeboten: Der 1,6-Liter mit 80kW (109 PS, EU 3/D4) und der Zweiliter mit 100 kW (136 PS, EU3). Hinzu kommen die beiden Zweiliter-Common-Rail-Diesel mit 66kW (90 PS, EU3) und der mit Ruß-Filter (FAP) ausgerüstete Selbstzünder mit 79kW (107 PS, EU3).

Dabei überzeugt vor allem der stärkere Diesel auch im SW-Format durch dezente Geräuschentwicklung und gute Laufkultur. Doch zügelt das Gewicht etwas das in der Limousine vorhandene Temperament. Zügiges Reisen ist zwar trotzdem möglich (0-100km/h in 12,7 Sekunden, 183 km/h Spitze), doch kostet dies beim Tanken Expresszuschlag – trotz Diesel. Als Durchschnittsverbrauch nennt Peugeot 5,4 Liter auf 100 Kilometer.

Das Fahrwerk profitiert vom längeren Radstand

Die Masse sorgt aber auch für Klasse: Das Gewicht verleiht nämlich dem SW zusammen mit dem verlängerten Radstand ein noch komfortableres Abrollverhalten als der Limousine. Ergänzt wird dieser positive Eindruck durch den guten Geradeauslauf und ein zwar leicht untersteuerndes aber fahrsicheres Verhalten bei Kurvenfahrt. So können selbst die in Frankreich zum Teil noch gepflasterten Landstraßen die Reiselust kaum schmälern.

Die Preisliste beginnt bei 18.650 Euro

Bleibt noch zu erwähnen, das der Einstieg in die Schöne Welt bei 18.650 Euro für den fünfsitzigen, benzingetriebenen SW110 beginnt und bei 22.550 Euro für den ebenfalls fünfsitzigen, dieselbetriebenen SW Prémium HDI 110 endet. Ohne Extras versteht sich. Doch gehören bei der Prémium-Version bereits so nützliche Extras wie Klimaautomatik (Klimaanlage grundsätzlich Serie), CD-Audio System sowie 16-Zoll Leichtmetallräder zum Serienumfang. Absatzziel in Deutschland für 2002: 8.000 Fahrzeuge.

Übrigens: Wer mit all der Variabilität nichts anfangen kann, bekommt – ebenfalls ab Mitte April – den Zwillingsbruder Break: einen ganz normalen Kombi mit hinterer Sitzbank – ab 16.800 Euro.

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