Peugeot 406 Coupé V6

Die Haute Couture der neu aufgeflammten Coupé-Mode ist eine Kombination aus französischem Chic und italienischem Design: Das neue Peugeot 406 Coupé stammt von Pininfarina.

Mehr als jede andere Version des Automobils muß sich das Coupé durch seine Äußerlichkeit erklären, mehr noch: rechtfertigen. Für die Limousine spricht die Vernunft, für den Kombi sein größerer Stauraum, für das Cabrio der Fahrtwind, für den Geländewagen die Robustheit, und für den Van sprechen die Kinder aus erster und zweiter Ehe – alles ehrbare Motive. Ein Automobiltyp, der so kühn ist, freiwillig auf jenes Paar Türen zum Fond des Wa gens zu verzichten, die ohnehin kaum benutzt werden, kann dagegen nur auf Unvernunft bauen, also auf Schönheit, auf atemberaubende Proportionen, langgezogene Kurven, fließende Linien, ein markantes Gesicht, eine elegante Dachlinie und ein dynamisches Heck.

Wer anders als ein französischer Hersteller und ein italienischer Designer, noch dazu der renommierteste der Welt, sind dazu berufen, alle gängigen Hypothesen zum Thema auto- Wamobile Schönheit umzuwerfen und durch eine neue Wahrheit zu ersetzen: Unter den neuen Coupés ist der Peugeot 406 der Schönste im ganzen Land. Der zweitürige Peugeot auf Basis der seit 1995 gebauten Mittelklasselimousine 406 erfüllt sogar die Kriterien gutbürgerlicher Transportmittel, denn er bietet Platz für vier Personen und ausreichend Kofferraum. Die Verwandlung der eher zurückhaltendauftretenden Mittelklassefamilie 406 Limousine/ Kombi in ein berückendes Coupé erfolgte bei Peugeots Haus- und Hof-Designer Pininfarina in Turin.

Unter Berücksichtigung allgemeiner Verwandtschaftsverhältnisse, typischer Stylingmerkmale und übergeordneter Corporate Identity hat der Turiner Nobel-Karossier ein schönes Zeichen gegen galoppierende Rationalisierungswut gesetzt. Kein einziges Teil der Coupé-Karosserie ist mit der Limousine identisch. Pininfarina hat damit nicht nur den Rahmen des Möglichen ausgereizt, sondern auch die Grenzen des Möglichen verändert: Sein Coupé, der Zweitürer mit den 2+2-Einzelsitzen, ist um sechs Zentimeter länger als die Limousine und um fünf Zentimeter niedriger.

Lang und geschwungen ist schön, was für Beine gilt, kann für Motorhauben nicht falsch sein. Der niedrige, gestreckte Vorderwagen erweckt nicht den Eindruck, einen Zweiliter-Vierzylinder- Vierventil-Motor mit 133 PS und einen Dreiliter-V6 mit 190 PS nur querliegend aufnehmen zu können. Im Vergleich zur Limousine wurde sogar das Peugeot-Markenzeichen am Kühlergrill verändert. Der Löwe prangt nun so unübersehbar auf einer mehr als handgroßen schwarzen Plat- te, als wäre er das Wappentier des schwarzen Ritters auf dessen Schild. Tatsächlich ist dieses flache schwarze Ding mit dem eingelegten metalliséefarbenen Löwen das Zentrum des Designs. Alle Linien der Karosserie und damit auch alle Flächen, Wölbungen und Rundungen gehen davon aus und lassen sich darauf zurückführen: Der zu einem schmalen Schlitz geschrumpfte Kühlergrill dehnt sich sich zu den Katzenaugen der Scheinwerfer, aus deren Keilform die Flankenlinie entsteht.

Aus dem Löwenkopf wölbt sich die Motorhaube, die wiederum in eine flache Windschutzscheibe übergeht und in ein Dach, das wie ein Seidentuch im Fahrtwind nach hinten weht. Und dort bündeln sich alle Linien, Flächen und Rundungen zu einem Abgang, wie ihn in der Farbe des fotografierten V6 Coupés sonst große Bordeaux- Weine bieten Nur oberhalb der vorderen Stoßfänger wirkt das Peugeot Coupé glatt und elegant wie die alterslose Cathérine Deneuve, unterhalb der Kunststoff-Brüstung macht sich ein aggressiv und gefräßig wirkender Lufteinlaß breit, der dem schmalen Luftschlitz oben die eigentliche Arbeit abnimmt.

Unter der Karosserie steckt jene Technik, die den Peugeot 406 ganz unauffällig in die vorderen Ränge seiner Klasse gespült hat, also vor allen Dingen ein komfortables Fahrwerk mit harmonischen Fahreigenschaften. Straffer abgestimmte Feder/ Dämpfer-Einheiten und eine um zwölf Millimeter tiefergelegte Karosserie genügen für jenes etwas sportlichere Fahrverhalten, das dem Coupé-Charakter entspricht. Mit dem elitären Selbstverständnis des zweitürigen Automobils wächst in einem Coupé, das von einer Mittelklasselimousine abstammt, der Anspruch.

Also sind Seitenscheiben, die sich beim Betätigen der Türgriffe entsprechend dem Öffnen und Schließen jeweils automatisch einige Millimeter senken und heben, ebenso wenig Luxus wie Vordersitze, die beim Vorklappen der Rückenlehnen automatisch nach vorne Fahren und nach dem Zurückklappen wieder in ihre Ausgangsstellung surren. Das erlaubt Passagieren, die das Innenraumangebot des Coupés tatsächlich nutzen wollen, auch beim Sich-nach-hinten- Schlängeln auf die Fondsitze eine gute Figur zu machen. Die hinteren Einzelsitze, wegen des ohnehin niedrigeren und an dieser Stelle sacht abfallenden Dachs, etwas tiefer plaziert, empfangen Besucher mit der Würde eines Logenplatzes und ausreichend Beinfreiheit. Armaturenbrett, Instrumente und Bedienungselemente verharren zwar in der schmucklosen Sachlichkeit der Limousine, aber mit der hellen Leder- Innenausstattung tritt mehr mediterranes Flair in den Innenraum als ins Flughafengebäude von Nizza.

Beide Coupé-Versionen sollen ab Jahresmitte in Deutschland erhältlich sein, das Modell mit dem Zweilitermotor wird um die 45 000 Mark kosten, der Dreiliter-V6 soll bis zu 60 000 Mark teuer sein. Wie beim Peugeot 306 Cabrio ist Pininfarina auch für die Produktion verantwortlich. Bleibt lediglich zu hoffen, daß der italienische Meister Coupés auch so gut zu bauen weiß, wie er sie entwirft.

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Technische Daten
Peugeot 406 Coupé 3.0 V6 Peugeot 406 Coupé HDi 135
Grundpreis 31.547 € 28.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4620 x 1780 x 1360 mm 4620 x 1780 x 1360 mm
KofferraumvolumenVDA 390 l 390 l
Hubraum / Motor 2946 cm³ / 6-Zylinder 2179 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 140 kW / 191 PS bei 5500 U/min 98 kW / 133 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h 201 km/h
Verbrauch 10,9 l/100 km 6,3 l/100 km
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