Peugeot RCZ R im Fahrbericht

Gelungener Sportwagen mit 270 PS

Peugeot RCZ R, Seitenansicht Foto: Rossen Gargolov 17 Bilder

Der neue Peugeot RCZ R mit 270 PS aus nur 1,6 Litern Hubraum ist mehr als nur eine Topversion – er ist das stärkste Modell, das die Franzosen jemals in Serie angeboten haben.

Ein Vierzylinder-Turbo mit 270 PS? Heute nichts Besonderes mehr. Aber aus nur 1,6 Litern Hubraum? Obwohl Peugeot schon in Le Mans, in der Rallye-Weltmeisterschaft und in der Formel 1 aktiv war, spielten Hochleistungsmotoren bei Serienmodellen der Marke bisher keine Rolle. Das ab Werk bis dato stärkste Aggregat war ein Dreiliter-V6-Diesel mit 240 PS, der einst das elegante 407 Coupé in Verbindung mit einer Wandlerautomatik komfortabel über die Autobahn gleiten ließ.

Peugeot RCZ R ist ein echter Sportwagen

Dagegen besitzt der Peugeot RCZ einen völlig anderen Charakter. Und in der neuen R-Variante verwandelt sich das Coupé endgültig in einen echten Sportwagen. So kitzeln die Ingenieure 70 zusätzliche PS aus dem aufgeladenen Direkteinspritzer, wodurch seine Literleistung mit 169 PS noch höher ausfällt als die eines Porsche 911 Turbo (137 PS pro Liter).

Zudem kombiniert Peugeot den Vierzylinder mit einem kürzer übersetzten Sechsganggetriebe. Damit dreht der Peugeot RCZ R selbst im sechsten Gang fast in den Begrenzer, wobei kurz zuvor bei 250 km/h elektronisch abgeregelt wird.

Schnelle Autobahn-Etappen sind also mit einem hohen Drehzahl- und Geräuschniveau verbunden, zumal das kernige Grummeln des Motors erst oberhalb von 200 km/h vom Wind übertönt wird. Nehmerqualitäten fordert auch die stramme Federung, die den Fahrer über den Straßenzustand nie im Unklaren lässt.

Eher für die Rennstrecke gedacht

Doch genug gejammert, der Peugeot RCZ R richtet sich schließlich an Sportfahrer – und die dürften an ihm ihre helle Freude haben. Ohne spürbares Turboloch entwickelt der 1,6-Liter mächtig Schub aus dem Drehzahlkeller und stürmt Richtung Begrenzer, untermalt von einer herrlich sonoren Klangkulisse. Ohne sensiblen Gasfuß müssen die mit 19-Zöllern bestückten Vorderräder aber mächtig kämpfen, um das gewaltige Drehmoment in Vortrieb zu verwandeln, wobei ihnen beim Rausbeschleunigen aus Kurven ein Torsen-Differenzial hilfreich zur Seite steht.

In der Lenkung ist von diesen Kräften nur wenig zu spüren. Sie lässt zwar Fahrbahnstöße durch, gefällt aber mit feinfühligem Ansprechen und guter Rückmeldung. Der stärkste Peugeot RCZ folgt dem gewählten Radius ohne Zögern und weitgehend neutral, während sich der Fahrer von den bequemen Sportsitzen noch etwas mehr Seitenhalt wünscht.

Peugeot RCZ R – Nichts für kleines Portemonnaie

Gut zum dynamischen Charakter passen auch die kräftigen Bremsen und die mit metallischer Präzision einrastenden Gänge der mit etwas Nachdruck zu bedienenden Schaltung. In welcher Fahrstufe der Peugeot unterwegs ist, spielt kaum eine Rolle – ein Tritt aufs Gas, und es geht flott voran. Kein Wunder, dass dies nicht ohne Auswirkungen auf den Testverbrauch bleibt (10,6 l/100 km).

Grundpreis (41.500 Euro) und Unterhalt erfordern ebenfalls ein gut gefülltes Portemonnaie. Sehr viel Geld für einen Zweitürer mit 1,6-Liter- Vierzylinder – nicht aber für einen gelungenen Sportwagen mit 270 PS.

Fazit

Der RCZ R erweitert das Angebot an noch erschwinglichen Sportwagen um eine individuelle und überzeugende Alternative.

Technische Daten
Peugeot RCZ R 1.6 270 THP R
Grundpreis 42.100 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4294 x 1845 x 1352 mm
KofferraumvolumenVDA 321 bis 639 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 199 kW / 270 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
0-100 km/h 6,3 s
Verbrauch 6,3 l/100 km
Testverbrauch 10,6 l/100 km
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