Plural für Karosseriekonzept? Pluriel

Der Citroën Pluriel ist das Multitalent unter den Cabrios. Er ist erschwinglich (ab 15.850 Euro), kompakt (3,93 m lang 1,70 m breit, 1,56 m hoch), positiv und fröhlich. Einfach genial. Ein erster Fahrbericht.

Der Pluriel – zu deutsch: Plural – ist nicht nur das preiswerteste Viersitzer-Cabrio, sondern zugleich wendiger Stadtflitzer, heimelige Faltdach-Laube im Stil des einstigen 2 CV, luftige Freilichtbühne für den Ausflug zu viert und mit umgeklappten Rücksitzen ein Kleinlaster, der notfalls auch einen Esstisch wegsteckt.

Ein wahres Multitalent also, aber eines, das seinesgleichen fordert. Denn zwischen die diversen Aggregatzustände haben die Götter kunstfertige Handgriffe und das Studium eines Faltblattes gelegt, damit die Verwandlung ohne Blessuren für Mensch und Maschine vonstatten geht.

Zur Eröffnung des Daches genügt noch ein Dreh am Vorwahlschalter, um das vierlagige Faltverdeck in acht Positionen zurückgleiten zu lassen. Dabei verhindert eine ausklappbare Spoilerlippe oberhalb der Frontscheibe, dass die Luftwirbel allzu wummernd in den Ohren dröhnen. Zugiger – und lauter – wird es naturgemäß, sobald die rahmenlosen Seitenfenster per Einzeltasten elektrisch versenkt werden und nicht einmal eine B-Säule den Fahrtwind bremst.

Wenn schließlich die Verdeckplane über die heizbare Heckscheibe fährt und beide als kompakte Einheit in einem Fach unter dem Ladeboden abtauchen, stehen nur noch die geschwungenen Dachbögen dem klassischen Cabrio-Feeling im Weg. Die lassen sich zwar mit wenigen Handgriffen demontieren, können aber wegen ihrer Größe nicht im Wagen untergebracht werden.

Der Pluriel ist so vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser

Ebenfalls nicht optimal: Bei häufigen Umbaumaßnahmen fällt bisweilen das eine oder andere Plastikteil ab, so dass man der Alltagserprobung mit einiger Spannung entgegensehen darf. Immerhin wirkt die in Roh- und Unterbau verstärkte Karosserie selbst auf schlaglochsatten Rüttelpisten erstaunlich steif, zitter- und geräuscharm.

Das quirlige, etwas straffe Fahrwerk mit elektrischer Servolenkung, ABS und Bremsassistent ist ebenso an Bord wie Front- und Seitenairbags, während es ESP nur beim 1,6-Liter-Topmodell gibt (Serie). Zudem wird der Vierventiler – anders als der 1.4 – grundsätzlich mit einem automatisierten Schaltgetriebe namens Sensodrive geliefert, das sich bequem und ruckarm per Paddel am Lenkrad bedienen lässt, aber bei sportlicher Fahrweise wenig Spaß bereitet.

Der Freude am pfiffigen, auch in der Umsetzung gelungen Konzept des Pluriel tut dies wenig Abbruch. Da scheinen Lieferfristen unvermeidlich.

Technische Daten
Citroën C3 Pluriel 1.4 Style Citroën C3 Pluriel 1.6 16V Senso Drive Style
Grundpreis 16.390 € 18.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3934 x 1700 x 1559 mm 3934 x 1700 x 1559 mm
KofferraumvolumenVDA 266 l 266 l
Hubraum / Motor 1360 cm³ / 4-Zylinder 1587 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 54 kW / 73 PS bei 5400 U/min 80 kW / 109 PS bei 5800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 164 km/h 188 km/h
Verbrauch 6,9 l/100 km 6,5 l/100 km
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