Porsche 991.2 Jubiläumsmodell

Unterwegs mit 911 Nummer 1.000.000

Porsche 991.2 Carrera S  1 Million 911 Jubiläum Foto: Barry Hayden/Porsche 33 Bilder

Die Fahrt mit dem Jubiläums-Elfer ist einer dieser Unternehmungen, die du vermutlich nie vergessen wirst, denkst du vorher. Nur um danach festzustellen, dass der irischgrüne Millionen-911 zuallererst ein Elfer ist, wie 999.999 andere ebenfalls.

10 Gedanken, die einem beim Fahren mit dem Jubiläumsmodell des Porsche 911 durch den Kopf driften:

1. Die Pepita-Sitze sind einer jener Posten auf der Optionsliste, die, so sagt 911-Modelldirektor Thomas Krickelberg, nicht einfach so für andere 911 bestellbar sind. Schade aber auch, die schwarzweißen Sitzflächen fühlen sich gut an und sind wunderschön, sie gehen eine seitenführungsverstärkende adhäsive Verbindung mit dem Beinkleid ein.

2. Schaltgetriebe, das überrascht. Doch der Wagen sollte so nah wie möglich an Ferry Porsches ersten 901 angelehnt sein, daher: Schaltgetriebe. Die Siebengangbox hat scheinbar etwas an Exaktheit gewonnen, die Gänge fluffen sich wie von selbst durch die Gassen, wer braucht da noch PDK?

Porsche 991.2 Carrera S  1 Million 911 Jubiläum Foto: Max Mallen/Porsche
Mit dem Jubiläums-Auto hat sich Porsche das einzig richtige Denkmal gebaut: Eines mit Sechszylinderboxer im Heck und vier Rädern dran.

3. Irischgrün ist eine der ältesten und schönsten Farben in der reichhaltigen und bunten Porsche-Palette. Das tiefe Grün ist fei von Metallic-Geflitter, tief und rein, wie die Seen in den schottischen Highlands, durch die die Jubiläumsroute führt.

4. Die Optionsliste ist nicht übervoll, wenn der Wagen zu kaufen wäre, kostete er rund 122.000 Euro ohne Mehrwertsteuer. Mit dabei: Sport Chrono-Paket und die den alten Füchsen nachempfundenen Räder. Die passen gut zum tiefen Grün, beides gibt diesem 911 S einen leicht nostalgischen Charme, auch das ist sicher beabsichtigt.

5. Hinterm Holzlenkrad vergisst du schnell, dass dieser kein normaler 911 ist, sondern ein einzigartiges Museumsstück, das nach dieser Fahrt durch Schottland eine Weltreise antreten wird. Danach kommt es nach Zuffenhausen ins Museum. Ich werde es dann besuchen, denke ich so bei mir. Erinnern Sie mich dran, falls ich es vergessen sollte.

6. Mit seinen 450 PS aus dem Leistungssteigerungs-Paket, das ebenfalls mit an Bord ist, geht das Jubiläumsauto vermutlich besser als die meisten historischen Porsche, die ihn auf dieser ersten Ausfahrt begleiten, inklusive des 959, 965 Turbo und 996 GT3.

Porsche 991.2 Carrera S  1 Million 911 Jubiläum Foto: Max Mallen/Porsche
Der Nostalgie wegen: Mahagoni-Lenkrad, Pepita-Sitzbezüge, Schaltgetriebe. Der Jubiläums-911 sollte so nah wie möglich an Ferrys Original sein.

7. Gebaut wurde der Jubiläums-911 übrigens nicht zusammen mit all seinen 911- und 718-Brüdern, sondern von den Spezialisten von Porsche Exclusive. Das Finish und die Oberflächen scheinen entsprechend einen Hauch wertiger als in einem Elfer von der Stange. Das kann jedoch ebenso am Zauber dieses Einzelstücks liegen.

8. Wir lassen Navi und Entertainment ausgeschaltet, hier macht die Sportabgasanlage die Musik. Sie scheint etwas weniger krawallig als in den aktuellen PDK-Modellen. Womöglich liegt das jedoch daran, dass im Schaltwagen die Drehzahlsprünge weniger steil sind.

9. Im Rückspiegel tummeln sich neben den bereits erwähnten Elfer weitere Autos aus beinahe 55 Jahren 911-Geschichte, unter anderem ein Softwindow-Targa von 1967, ein Carrera 3.2 Clubsport, ein 993 Targa, diverse aktuelle 991 inklusive eines 4S Targa und einer kleinen Auswahl an GT3 RS. Und mittendrin breit, flach und sponsorlackiert, zudem streng genommen gar kein 911: ein GT1.

Porsche 991.2 Carrera S  1 Million 911 Jubiläum Foto: Max Mallen/Porsche
Mit seinen 450 PS geht das Jubiläumsauto vermutlich besser als die meisten historischen Porsche, die ihn auf dieser ersten Ausfahrt begleiten.

Der 911 macht alles mit. Immer und jeder

Sie alle fahren mit Halbgas durch nordwestschottischen Landregen, das ist eine Art vertikaler See, der hierzulande unter schweres Unwetter fiele. Und dabei fällt dir ein, dass genau hier eines der Erfolgsgeheimnisse des 911 liegt: Kein anderer auch nur annähernd so leistungsfähiger Sportwagen ist derart alltagstauglich und unzickig. Du kannst durch schottischen Regen fahren, durch die Rush Hour in Nairobi, im Sommer durch Dubai, über die Nordschleife oder einfach nur zum Getränkehandel mit der großen Bierauswahl. Der 911 macht alles mit. Immer und jeder, ob es ein 67er Targa mit Plexiglasheckscheibe, ein 964 RS oder ein neuer 991 ist.

10. Am Ende der Fahrt parkt der Irischgrüne in der Boxengasse des Knockhill Raceway Edinburgh. Hier darf er nur zusehen, während seine GT3-Brüder über den Kurs toben. Du streichst noch einmal übers Pepitamuster, das Holzlenkrad und drückst die Tür ins Schloss. Was für ein Auto!

Fazit

Fazit: Mit dem Jubiläums-Auto hat sich Porsche das einzig richtige Denkmal gebaut: Eines mit Sechszylinderboxer im Heck und vier Rädern dran. Die Fahrt mit zehn unterschiedlichen Elfern aus über 50 Jahren Modellgeschichte zeigt zudem: Der 911 ist ein Erfolg, weil er sich über all die Jahrzehnte und Generationen stets treu blieb: ein Sportwagen, der mehr Kumpel ist als Diva, faszinierend schnell, doch beherrschbar; technisch hochentwickelt, aber nie kapriziös. Wir sehen uns, im Porsche-Museum.

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