Porsche 911 GT 2

Der wilde Hund

Porsche hatte immer Kunden, die sich mit dem Alltäglichen nicht zufrieden gaben. Jetzt steht mit dem GT 2 ein neues Suchtmittel bereit.

Der GT 2 ist der leistungsstärkste Porsche, der je in Serie gebaut wurde. Er ist auch das erste Fahrzeug mit serienmäßigen Keramikbremsen. Der Preis ist dementsprechend: Er kostet mit 339.000 Mark exakt 101.750 Mark mehr als der Turbo. Äußerlich ähnelt er sehr stark dem Turbo. Am spektakulärsten ist der neue Heckflügel, der sowohl dem Abtrieb als auch der Kühlluftzufuhr dient. Darunter versteckt sich ein Ungeheuer mit 3,6 Liter Hubraum, 462 PS und einem Drehmoment von 620 Newtonmetern. Basis ist der Turbo-Motor. Doch seine beiden Lader sind für höheren Durchsatz ausgelegt.

Motor: Unkompliziert und mit ordentlichem Biss

Der Motor springt an wie jeder Allerweltsmotor, grummelt dumpf vor sich hin und nimmt willig Gas an. Das Getriebe mit sechs Gängen, externer Ölkühlung und Spritzölschmierung stammt im Prinzip aus dem GT 3. Die Übersetzungen der Gänge und des Achsantriebs sind mit denen des Turbo identisch. Wer schon bei Stadttempo den sechsten Gang einspannt, bekommt nicht das geringste Problem – wie vom Turbo gewohnt, schiebt der Drehmomentkoloss mit nur 1000 Umdrehungen so elastisch an, als wäre der Sechste für alles gut. Das Fahrwerk ist jedoch nochmals straffer gehalten als das vom GT 3. Auf der Straße bedeutet das: Jeder Kanaldeckel wird zum Intimfeind.

Auf 200 in 12,9 Sekunden.

Ein Sperrdifferenzial dient dazu, die Leistung unter allen Umständen noch besser auf die Straße zu bringen, als dies dank Heckmotor-Bauweise ohnehin schon geschieht. Und zwar so gut, dass laut Porsche 100 km/h in 4,1 Sekunden erreichbar sind (Turbo 4,2). Bei 200 km/h ist der GT 2 in 12,9 Sekunden. Wer beim Bummeln über kanaldeckelgespickte Stadt- und löchrige Landstraßen an der Straßentauglichkeit des GT 2 zweifelt, den überzeugt die Autobahn. 130 ist kein Tempo, bei 200 ist Wohlbehagen angesagt. Kurven scheinen sich automatisch zu begradigen. Keine Angst vor Überraschungen, immer innigen Lenkkontakt, kein Gieren, kein Rollen. Natürlich können die Breitwalzen und damit die Lenkung Straßenunebenheiten nicht völlig ignorieren. Darum gilt, was bisher für jeden 911 galt: Das Lenkrad locker halten, das Auto gewähren lassen, und schon läuft es geradeaus wie an einer Schnur gezogen.

Topspeed: 315 km/h

Bis 250 explodiert die Kraft nicht anders als beim Turbo. Erst was jetzt kommt, zeigt, wo ein Teil des ungeheuren Mehrpreises stecken könnte. Erst jetzt wird es etwas lauter im Auto. Und es geht immer noch mit solchem Biss voran, als hätte es der Luftwiderstand aufgegegeben, dem Tatendrang des GT 2 Einhalt zu gebieten. Erst bei 315 km/h ist Schluss. Aus 300 km/h benötigt ein exzellenter Bremser etwa sieben Sekunden bis zum Stillstand. Das ist sehr lang und doch kurz. Die Keramikverbund-Bremssscheiben sind 20 Millimeter größer als die Stahlscheiben des Turbo, aber um die Hälfte leichter. Bei normalem Straßeneinsatz sind sie so gut wie unverwüstlich, absolut unempfindlich gegenüber Streusalzen, und besitzen so hohe Reibwerte, dass Porsche aus 100 km/h einen Bremsweg von nur 34 Metern ermittelte.

Technische Daten
Porsche 911 GT2
Grundpreis 175.044 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4450 x 1830 x 1275 mm
KofferraumvolumenVDA 110 l
Hubraum / Motor 3600 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 340 kW / 462 PS bei 5700 U/min
Höchstgeschwindigkeit 315 km/h
Verbrauch 12,8 l/100 km
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