Porsche Cayman S

Fünf gegen die Serie

Foto: Hardy Mutschler 21 Bilder

Porsche nimmt den Cayman leistungsmäßig an die imaginäre Kette, damit er dem teureren Carrera nicht zu nahe kommt. Fünf Tuner stehen bereit, das wilde Tier zu wecken und von der Kette zu lassen.

Die Fitness-Trainer haben den Cayman in eine bestechende Form gebracht. Speedart weitet die Atemwege des serienmäßig 295 PS leistenden 3,4-Liter-Boxers mittels Sportluftfilter, -auspuff und 200-Zellen-Kat; Techart und Wendland stimmen zusätzlich die Motorelektronik neu ab, was sich zu 310 beziehungsweise 320 PS summiert.

9ff und Sportec dagegen mixen das Beste aus beiden Welten: das quirlige Mittelmotor-Konzept des Cayman mit dem gehaltvollen 3,8-Liter-Boxer des Carrera S – von 355 PS auf 380 getunt, wobei eine Sportkupplung das Cayman-Getriebe vor den Kraftausbrüchen des Hochleistungstriebwerks schützt. Motiviert, energisch, machtvoll schlagen der Sportec und der 9ff los. Schon auf den ersten Metern schieben sich 9ff und Sportec an einem in Gedanken mitbeschleunigenden Cayman S vorbei. Bei Tempo 120 schießen sie aus dem Windschatten eines Carrera S.

Sportec und 9ff kombinieren die in der Kennlinie verstellbaren PASM-Stoßdämpfer mit Tieferlegungs-Federn und setzen verstärkte Stabilisatoren ein. Zusätzlich unterbinden härtere Uniball-Gelenke jeden Ansatz von Labilität im 9ff, worauf der Cayman noch linientreuer und leichtfüßiger agiert. Dagegen vermittelt der Sportec vor allem in Wechselkurven sowie bei Lastwechseln ein diffuses Übersteuer-Gefühl, welches das Vertrauen in die Hinterhand trübt.

Auch die kleine Tuning-Lösung ist verführerisch an Suchtmitteln, vor allem an akustischen. Am stärksten konturiert Wendland den 3,4-Liter. Im Schiebebetrieb singt er beruhigend, unter Last faucht er animierend, bevor im oberen Drittel die rauchige Jazz-Trompete anbläst. Vortrieb und Messwerte halten, was der Sound verspricht. Dazu ein präzises, eher dem Alltag als dem Sport verpflichtetes Fahrverhalten.

Kühner als der Wendland lässt sich der Techart um den Sachsenring feuern, verlangt dabei nach einem versierten Mittelmotor-Kenner, der den etwas kippeligen Wechsel zwischen Unterund Übersteuern im Griff hat. Auch der Techart powert explosiver als das Serien-Pendant los, doch nach dem Kaltstart erinnert das Triebwerk an einen unsauber abgestimmten Vergasermotor.

Immerhin duckt sich der Techart am geschicktesten unter dem Fahrtwind und ist nur zehn km/h langsamer als die deutlich stärkeren 3,8-Liter-Caymen mit 287 km/h. Dass die Höchstgeschwindigkeit im Vergleich zur Serie trotz gesteigerten Spurtvermögens vor allem bei Wendland und Speedart enttäuscht, liegt neben den breiten Reifen an den aerodynamisch ungünstigen Anbauteilen.

Alle fünf im Vergleich beweisen: Mit geringen bis umfangreichen Modifikationen feiert der Cayman die Porsche-Liturgie mindestens so euphorisch wie der 911. Bis das Werk ein Einsehen hat und dem Boxer die Maulsperre abnimmt, bleiben die Getunten erste Wahl – der Wendland für die Gourmets, der 9ff für die Gourmands.

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