Pro & Contra

Honda S 2000

Für die einen ist der S 2000 ein echter Sportwagen mit einem fantastischen Hightech-Motor, für die anderen ein lauter, unkultivierter Zweisitzer ohne jeden Nutzwert.

Pro – Uli Baumann: „Bravo Honda, so muss ein Sportwagen geschaffen sein.“

Wenn man den Sportwagen neu erfinden müsste, Honda hätte mit dem S 2000 wohl die besten Voraussetzungen dafür. Super Sitzposition, wie angegossen, aber dennoch nicht zu eng. Dazu gesellen sich ein tadelloses Go-Kart-Handling, ein sportlich straffes Fahrwerk ohne unangenehme Härten und ein Sportmotor wie ein Gedicht. Satte 240 PS bei einer Nenndrehzahl von 8.300/min schöpfen die Japaner aus nur zwei Liter Hubraum und das ohne Aufladung und doppelten Boden. Entsprechend der Papierform legt der Vierventiler dann auch los – dreht willig und begierig hoch, und hoch heißt hier wirklich hoch, und sorgt mit seiner Soundkulisse bei jeder Drehzahlorgie erneut für einen Ohrenschmaus. Das man nebenbei sehr schnell unterwegs ist und reichlich Fahrspaß genießt, versteht fast von selbst. Aber auch untertouriges Fahren macht das Sportaggregat klaglos mit. Und dann ist da noch die knackige Sechs-Gang-Schaltung – so präzise, so leichtgängig, da könnten es auch sieben, acht oder neun Fahrstufen sein.

Exzellent gelöst auch das Fahrer orientierte Cockpit. Alles Schalter und Bedienfunktionen liegen in Fingerreichweite und lassen sich narrensicher bedienen.

Dennoch muss sich der S 2000 in einigen Punkten Kritik gefallen lassen. Ledersitze, aber keine Sitzheizung. Elektrische Außenspiegel, aber keine beheizten Gläser. Wer jedoch nach zu wenig Stauraum schreit, der sitzt eindeutig im falschen Auto.

Contra – Malte Dringenberg: „Ein nettes Spielzeug – aber kein richtiges Auto.“

Sicher der Honda S 2000 ist ein nettes Spielzeug. Für Spielkram ist er mir aber mit 35.000 Euro – das waren einmal 70.000 Mark – viel zu teuer. Bei einer solchen Summe verlange ich auch ein gutes Stück Alltagtauglichkeit. Und die fehlt dem S 2000 in weitestgehend Teilen. Denn das von meinem Kollegen so hochgeschätzte Fahrwerk geht den S 2000-Insassen spätestens nach einer Stunde Fahrt nicht nur auf die Nerven, sondern auch die Knochen. Selbst topfeben erscheinende Autobahnen führen zu permanenten Stößen ins verlängerte Rückgrat. Und der hochdrehende, erst oberhalb von 6.000/min aufwachende Motor sorgt speziell auf der Autobahn für eine Geräuschkulisse, die zu dauerhaften Hörschäden führen dürfte – und so begnügt man sich mit Tempo 160.

Im Stadtverkehr wirkt der Honda dagegen müde und schlapp. Dynamik verspürt nur, wer den S 2000 hochdreht. Die Folge: Passanten und andere Fahrer kommentieren die Fuchsschwanz-Manier mit eindeutigen Handzeichen. Doch weil es mit der Laufkultur des Honda-Aggregat nicht weit her ist, vergeht die Lust am Hochdrehen auch ohne ein derartiges Feedback.

Innen glänzt der Honda – im wahrsten Wortsinn – mit billig wirkendem Hartplastik rundum. Keine Spur von Sportwagen-Feeling. Das können auch die Sportsitze nicht erzeugen: Sie bieten zwar guten Seitenhalt, aber wegen der hohen Sitzposition thront der Fahrer regelrecht hinter dem kleinen Lenkrad. Und was ist mit Ablagen für den Kleinkram des Alltags? Fehlanzeige! Die Türtäschchen packen noch nicht einmal einen Schlüsselbund. Einzige Staumöglichkeit: Eine Ablagebox zwischen den Sitzlehnen – doch da kommt der Fahrer während der Fahrt nicht dran.

Technische Daten
Honda S2000 2.0
Grundpreis 35.450 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4135 x 1750 x 1285 mm
KofferraumvolumenVDA 143 l
Hubraum / Motor 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 176 kW / 240 PS bei 8300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 241 km/h
Verbrauch 9,9 l/100 km
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