Range Rover 5.0 und Classic

Jubiläumsfahrt durch New York

Range Rover 5.0 V8 SC, Range Rover Classic Vogue, New York, Impression Foto: Nick Dimbleby 18 Bilder

Der Range Rover mag ein feiner Engländer sein – bei seiner Entstehung haben ihm jedoch die Amerikaner geholfen. Zu seinem 45. Jubiläum rollen wir durch New York City und erinnern uns.

Angenommen, wir würden mit dem ersten Range Rover einen DNA-Test machen – das Ergebnis wäre zu 99 Prozent eindeutig: Er ist der Urvater der heutigen Luxus-SUV. Zumindest hier, in Europa. Eine wichtige Zutat für die Erfolgsgeschichte des Range kam jedoch aus Amerika, weshalb wir seinen 45. Geburtstag denn auch dort feiern.

Multitalent Range Rover mit 3,5-Liter-V8

Sollte jemals der wildeste Großstadt-Dschungel gesucht werden, New York City hätte beste Chancen auf den Titel. Der Trubel in den Schluchten zwischen den gläsernen Riesen lässt nie nach, egal wie viele Spuren die Straßen bieten.

Neben dem Heer gelber Taxen stolzieren vor allem große SUV über die voll besetzten Asphaltbühnen. Kein Wunder, ihre Besitzer haben da oben alles besser im Blick. Zudem schätzen sie die Vielfältigkeit ihrer Autos: Unter der Woche bringen sie die Familie behütet von A nach B, am Wochenende tragen sie alle aufs Land hinaus und ziehen notfalls auch tonnenschwere Anhänger. Selbst wenn die härteste Prüfung für ihren Allradantrieb darin besteht, den höchsten Bordstein möglichst stilvoll zu erklimmen – das Gefühl, solch ein Wagen komme wirklich überall durch, ist ein unschlagbares Kaufargument.

Dieser Trend entstand in Amerika bereits in den 60er-Jahren. Rover-Ingenieure bekamen Wind davon, als sie nach neuen Ideen suchten. Amerikanische Autohändler erzählten den neugierigen Briten, dass da ein Markt für allradangetriebene Freizeitmobile heranwachse. Will sagen: Immer mehr Kunden sehnten sich nach der motorisierten eierlegenden Wollmilchsau. Also einmal „Auto mit allem“ – mit super Fahrkomfort, guten Offroad-Talenten und genügend Kraft. Für diesen Käuferkreis gab es damals auch schon Angebote – zum Beispiel den Jeep Wagoneer, den Ford Bronco und den International Harvester Scout. Allesamt bequeme, hohe Karossen mit kraftvollen Benzinern und zuschaltbarem Vierradantrieb.

Charles Spencer „Spen“ King, seines Zeichens Chefingenieur für die Pkw bei Rover in England und außerdem ein cleverer Typ, erkannte das Zeichen aus Amerika sofort. Mit reichlich Land Rover im Blut – die Marke gehörte damals zwar zu Rover, war aber 1948 von seinen beiden Onkeln Spencer und Maurice Wilks gegründet worden – träumte er laut davon, den Komfort und das Fahrgefühl seiner Limousine mit den 4x4-Talenten eines Land Rover zu kreuzen.

1966 begannen die Arbeiten am ersten Prototypen des Range Rover, dem 100-Zoll-Station-Wagon. Obwohl es nicht in Kings Bereich fiel, setzte er sich für moderne Materialien und wegweisende Technik ein. Deshalb wurden die Karosse und der 3,5-Liter-V8, den Rover von General Motors einkauft hatte, aus Alu gefertigt. Alle vier Räder bekamen Schraubenfedern und Bremsscheiben.

Dem damaligen Chefingenieur von Land Rover, Tom Barton, schmeckte das ganz und gar nicht. Er wollte sich nicht von der Pkw-Abteilung bevormunden lassen und konnte sich nicht vorstellen, dass sich so ein luxuriöser Geländewagen zum Preis einer edlen Limousine verkaufen lassen würde.

Bereits Ende 1970, also rund ein halbes Jahr nach der Präsentation des fertigen zweitürigen Range Rover, waren er und die übrigen Kritiker beruhigt. Der Plan ging auf, der Range Rover kam gut an. Was vor allem an seiner überzeugenden Art lag, kraftvoll, komfortabel und elegant über jeden Untergrund zu gleiten. Das Konzept war in Europa so überraschend wie neu. Genau genommen ist es jener Mix, den Spen King damals im Kopf hatte, der bis heute den Erfolg der Range Rover ausmacht – und den anhaltenden Trend der SUV beschreibt.

Range Rover stilsicher durch die Jahrzehnte

Das wird auch auf unserer kleinen Zeitreise mit den zwei Range Rover klar. Obwohl beide 45 Jahre trennen, verkörpern sie diese lässige, unverwechselbare Art. Sie schwimmen wie edle kleine Jachten durch den dichten Verkehr von Manhattan, die Übersicht ist gut, der Komfort beeindruckend, das Gefühl von Sicherheit grandios.

Obwohl der Classic aus heutiger Sicht einfach ausgestattet ist, fühlt sich der Fahrer auf wunderbare Weise vom Lärm und Stress der Umwelt entkoppelt. Im aktuellen Modell ist es genauso – hier werden die Passagiere auf Wunsch von reichlich Luxus gehätschelt. Was nach der Tour mit beiden Modellen am meisten erfreut? Die Tatsache, dass der Range auch nach vier Generationen nicht aufdringlich, nicht peinlich, nicht verspielt ist. Man kauft ihm seine technischen Talente ab, ohne sie sofort testen zu wollen. Aber vor allem gefällt sein unverwechselbarer Stil – die Marke war bis heute klug genug, diesen nicht zu verwässern oder ihn gar wegzusparen.

Obwohl Land Rover in den vergangenen Jahren unterschiedliche Eigentümer hatte – mit jeweils recht unterschiedlichen Strategien –, und die hochpreisige Konkurrenz zunimmt, haben sich die Range Rover ihre eigene Klasse bewahrt. Damit gewinnen sie zwar nicht jeden Vergleichstest, aber doch viele Kundenherzen.

Auch in Nordamerika, wo der Range kurioserweise erst 17 Jahre später an den Start ging als bei uns – und das, obwohl der Trend dort damals so klar war.

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Technische Daten
Range Rover 5.0 V8 SC Autobiography
Grundpreis 132.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4999 x 1983 x 1835 mm
KofferraumvolumenVDA 909 bis 2030 l
Hubraum / Motor 5000 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 375 kW / 510 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Verbrauch 12,8 l/100 km
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