Range Rover Evoque SI4

Fahrbericht mit dem 240-PS-Topmodell

Foto: Land Rover 22 Bilder

Der teuerste und schnellste Range Rover Evoque kommt mit einem aufgeladenen Benziner. Wie sich das fährt, haben wir nachgeprüft.

Nein, Land Rover macht es den Interessenten nicht einfach. Drei verschiedene Motoren in zwei verschiedenen Karosserieformen mit jeweils drei Ausstattungslinien in dutzenden Lack- und Lederfarben sind für den Range Rover Evoque im Angebot. Damit die Kundschaft nicht danebengreift, sind in der Preisliste sogar die Empfehlungen der Land Rover-Designer für bestimmte „Farb-Konzepte“ aufgeführt – und solche, die der Kunde zwar bekommen kann, aber nur mit virtuellem Stirnrunzeln der stilbewussten Entwickler.

Range Rover Evoque Si4: der stärkste Motor

Wenigstens das mit den Motoren ist übersichtlich: den 2,2-Liter-Diesel gibt es als TD4 (150 PS) und SD4 (190 PS). Darüber rangiert der (Novum in einem Range Rover) vierzylindrige Benzinmotor, der aus gerade einmal zwei Liter Hubraum stolze 240 PS generiert. Über den eD4-Diesel schreiben wir jetzt mal nichts, der ist schließlich mit seinem Frontantrieb nicht zu Ende gebaut.
 
Für den 240-PS-Benziner muss der Kunde am tiefsten in die Tasche greifen. Mindestens 39.900 Euro werden für den Range Rover Evoque Si4 fällig, 2.200 Euro mehr als für den SD4-Diesel. Allerdings mit serienmäßigem Automatikgetriebe, das kostet bei den Dieselmodellen extra.

Den Range Rover Evoque Si4 erkennt man nur am Typenschild

Der stylishe Auftritt ist bei allen Motorversionen des Range Rover Evoque gleich, alleine am Typenschild sind Benziner und Diesel zu unterscheiden. Selbst nach dem Start fällt es zunächst schwer, den Benziner zu erkennen – der Diesel gibt sich nahezu ebenbürtig leise und kultiviert. Erst der Drehzahlmesser, dessen roter Bereich um kurz vor sieben beginnt, sendet einen ersten Spannungsimpuls ans Fahrer-Auge. Schnell den Drehregler der Automatik auf D geklackert, ab durch die Mitte. Und der Unterschied wird klar.
 
Ohne Ansatz hastet der Vierzylinder davon, das Anfahrschwächeln moderner Turbodiesel ist ihm fremd. Damit der Zweiliter beim zwiebeln nicht zu blutleer klingt, hat Land Rover einen Soundgenerator von Mahle installiert. Das ist ein in das Ansaugsystem integriertes Modul, welches bei hoher Leistungsabforderung über die Ansaugluft ein kernigeres Motorengeräusch erzeugt.

Range Rover Si4 mit Sound-Generator

Funktioniert, nach Sechszylinder klingt der Evoque-Benziner trotzdem nicht. Er geht aber wie einer: Fröhlich Soundgenerator-trompetend schnippt er die Gänge der Sechsgang-Automatik durch (übrigens die identische Aisin-Warner-Box wie im Dieselmodell), bei freier Bahn geht das Spektakel bis zum Maximaltempo von 220. Und das ist ziemlich rasch erreicht. Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 verspricht das Datenblatt 7,6 Sekunden, könnte hinkommen. Ein bisschen uncool ist jedoch, dass die Automatik auch bei flottem Galopp den Kickdown bemüht, bei 160 km/h erwartet man das nicht dringend. Dem verstärkten Vortrieb ist es auch nicht dienlich.
 
Der Motor kann aber auch anders. Landstraßenschmeicheln und durch die Ortschaft flüstern, um bei Bedarf sanft, aber bestimmt Fahrt aufzunehmen. Wenn keiner hinsieht und die Kurven Freude verheißen, genügt ein kurzes Zupfen am Schaltpaddel, um ein, zwei Gänge zurück zu klicken und die sportliche Seite des Range Rover Evoque Si4 kennen zu lernen. Schon ohne das adaptive Fahrwerk (1.230 Euro) legt sich der kleine Lord tüchtig ins Zeug und lässt keinen Grund zur Klage aufkommen Die elektrische Servolenkung fein und gefühlvoll abgestimmt, die Sitze haftstark, das Fahrwerk stramm – der Evoque ist mit Abstand der sportlichste Wagen, der jemals bei Land Rover gebaut wurde. Erst recht als Benziner, der ansatzlose Antritt aus jedem Drehzahlbereich vermag Freude zu vermitteln.
 
Ob die Freude an der Tankstelle anhält, muss der Besitzer entscheiden. Die versprochenen 8,7 Liter Durchschnittsverbrauch erreicht man wahrscheinlich nur nach drei Tassen Baldrian-Tee, im Tagesgeschäft dürften es eher 10 Liter plus X werden. Immerhin: der Tank des Benziners fasst 12 Liter mehr als der in den Dieselmodellen.

Fazit: Durch den kräftigen Antritt auch aus niedrigen Drehzahlen und die hohe Leistung im gesamten, weit gefassten Drehzahlband kann der Zweiliter-Benziner im Range Rover Evoque Si4 eine reizvolle Alternative zu den Dieselmodellen sein. Spürbar flotter ist er in jedem Fall, deutlich durstiger allerdings auch.

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