Renault 16, Peugeot 304 Cabrio und Alpine A310

Foto: Archiv 7 Bilder

Neben gutem Essen und Wein kommen aus Frankreich auch interessante Klassiker für Einsteiger, meint Ulrich Bethscheider-Kieser.

Wegen ihrer Freude an gutem und ausgiebigem Essen sind sie bei uns bekannt, die Franzosen. Auch wegen ihrer guten Weine, die zu jeder passenden Gelegenheit entkorkt werden. Genussvoll setzen sich die Franzosen auch mit dem Thema Auto auseinander. Auto fahren in Frankreich heißt, es leger anzugehen – entspannt auf weichen Sitzen Platz zu nehmen und dank ebenso weicher Fahrwerke gemütlich über die Route Nationale zu schaukeln. So tummeln sich denn auch in der französischstämmigen Klassiker-Szene vor allem bequeme Limousinen.

Praktisch und groß, komfortabel und günstig: Renault 16

Ein geradezu typischer Vertreter dieser Gattung ist der Renault 16. Unter den französischen Sänften war die Limousine lange Zeit verkannt – obwohl das Auto durchaus Geschichte geschrieben hat.

Denn als der R 16 im Jahr 1965 auf den Markt kam, bedeuteten eine große Heckklappe sowie die umklapp- und verschiebbare Rückbank noch etwas ganz Neues. Fast so praktisch wie ein Kombi, aber geprägt von einem eleganten Erscheinungsbild und überdies auch noch mit grandiosem Fahrkomfort gesegnet, war der R 16 auf seine Art konkurrenzlos.

Unter seiner kantigen Motorhaube besitzt der R 16 einen längs eingebauten, robusten Aluminium-Vierzylindermotor, das Getriebe ist in Fahrtrichtung vor dem Motor platziert. Anfangs nur 55 PS stark, folgte 1968 der TS mit 83 PS und feiner Ausstattung und Rundinstrumenten.

Unter Kennern sind die Autos aus der ersten Generation von 1965 sowie frühe TS gesucht. Ebenso beliebt ist aber auch der ab 1974 gebaute R 16 TX mit den charakteristischen Doppelscheinwerfern, 93 PS starkem 1,6-Liter-Motor, elektrischen Fensterhebern und Fünfganggetriebe.

„Ideal für Einsteiger ist zudem der weniger gefragte R 16 TL“, weiß Dietrich Wenner vom Club Renault 16. „Dieser Typ bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist einfacher auf dem Markt zu bekommen.“ Ordentliche Exemplare des TL sind schon für gut 2.500 Euro zu haben, während die gefragteren Versionen in Topzustand 7.000 Euro erzielen können.

Cabrio-Vergnügen en miniature

Der Peugeot 304 wurde nur fünf Jahre lang gebaut. Heute sind schon für ein paar tausend Euro Exemplare auf dem Markt zu bekommen. „Vor solchen Modellen muss man fast abraten“, warnt Roger Lange vom Peugeot 204-304-Team. Denn Korrosion gilt bei dem kleinsten Franzosen als größter Schwachpunkt, und zusätzlich raubt eine sehr bescheidene Ersatzteilsituation vielen 304-Besitzern den letzten Nerv. „Der 304 ist ein pflegeintensives Auto“, weiß Lange. Nach seiner Einschätzung sind eher 6.000 bis 8.000 Euro für ein ordentliches Exemplar zu investieren.

Derart dürften erfreuliche Cabrio-Touren zu zweit dann garantiert sein. Denn der kleine 304 gefällt mit seinem drehfreudigen 1,3 Liter-Vierzylinder. Bei dem geringen Fahrzeuggewicht macht schon die gewöhnliche 65-PS-Version Freude, im 304 S kamen ab 1972 dank Doppelvergaser muntere 75 PS zum Einsatz.

V6 mit Plastiküberzug

Sportwagen und Frankreich – zwei Themen, die sich nicht sonderlich weit überschneiden. Zu den wenigen Sportwagenherstellern der Grande Nation gehört Alpine. Berühmt geworden ist die längst im Renault-Konzern auf- und untergegangene Marke durch die kleine, kompromisslose A 110. Für Einsteiger ist jedoch die jüngere A 310, und hier speziell die Version mit dem 2,7 Liter großen Sechszylindermotor im Heck, interessant.

Der ab 1976 gebaute komfortorientierte Sportwagen wurde lange Zeit von Liebhabern wenig beachtet – entsprechend moderat entwickelten sich die Preise. Für ein gutes Auto sind nach Einschätzung von Manfred Gantenbrink, Chef des seit 30 Jahren bestehenden Alpine-Club Le Turbot, etwa 10.000 bis 15.000 Euro zu investieren.

Die ab 1983 angebotene S-Version brachte mit ausgestellten Kotflügeln optisches Tuning ab Werk und ist unter Kennern als Original gesucht. Puristen stehen zudem auf die frühen, bis 1981 gebauten Versionen mit Dreiloch-Felgen.

Technisch birgt die A 310 V6 nur geringe Risiken. Der Sechszylinder, der als so genannter Europa-Motor seinerzeit auch in Limousinen von Peugeot, Renault und Volvo zum Einsatz kam, gilt als robust. Und die Kunststoffkarosserie der A 310 ist rostresistent und bietet auch die Möglichkeit, eventuell nicht originale Tuningmaßnahmen wieder zurückzubauen.

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Technische Daten
Renault 16 1.5 Renault 16 TS Renault 16 TX Peugeot 304 S Cabriolet Renault Alpine A 310 V6
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4230 x 1650 x 1450 mm 4230 x 1650 x 1450 mm 3759 x 1563 x 1328 mm 4180 x 1640 x 1150 mm
Hubraum / Motor 2664 cm³ / 6-Zylinder
Höchstgeschwindigkeit 147 km/h 165 km/h 166 km/h 155 km/h 220 km/h
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