Renault Dezir im Fahrbericht

Sportwagenstudie mit Elektromotor

Renault Dezir Foto: Hans-Dieter Seufert 18 Bilder

Dezir nennt Renault die jüngste Studie eines Elektro-Sportwagens, bei dem nicht nur die asymmetrischen Flügeltüren überraschen. Erste Fahreindrücke.

Flach und geduckt steht das Concept Car Renault Dezir da. Das Versprechen von Leistung im Überfluss, das Warten auf schweres Wummern eines großvolumigen V8-Motors oder mindestens das potente Rauschen eines aufgeladenen Sechszylinders liegt förmlich in der Luft. Aber das antrainierte Empfinden, bei dem sich Töne und Beschleunigung zu einem Gesamterlebnis verdichten, bedarf einer neuen Grundabstimmung. Denn während der Horizont durch die flache Windschutzscheibe des Renault Dezir auf den Fahrer zueilt, dringt aus dem Motorraum ein Sound, der irgendwo zwischen Raumschiff-Enterprise-Warp-Antrieb und Straßenbahn auf Steroiden liegt. Der Renault Dezir ist ein E-Auto - und was für eins.

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Fahrbericht Eco Drive Renault Dezir
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Renault Dezir mit 110 kW starkem Elektromotor

Effizienz hin oder her, sparen und wenig Kohlendioxid produzieren schön und gut, aber vor allem sollte er begehrenswert aussehen. Schließlich steht Renault Dezir frei übersetzt für Begierde oder Verlangen. Mit dieser Studie will Renault eine neue Formensprache definieren und die Kunden auf den nächsten Clio einstimmen, der ab 2012 in den Verkaufsräumen steht. Er wird ein Gesicht bekommen, das eine klare Verwandtschaft zur Studie aufweist, erklärt Renault Dezir-Designer Axel Breun. Auch der stark herausgearbeitete Renault-Rhombus an der Front wird wohl erhalten bleiben, steht er doch für ein neues Selbstbewusstsein der Franzosen, die sich beim Thema Elektromobilität ganz vorn sehen.

Bereits im nächsten Jahr startet der E-Motor des Renault Dezir mit 110 kW und 226 Nm Drehmoment im Fluence, wo er die Vorderräder antreibt. In der 830 Kilogramm leichten Studie wirkt das noch hinter den Insassen und dem Wechsel-Akkublock platzierte Triebwerk dagegen auf die Hinterräder, denn Plattformspender ist der Mégane Trophy mit 3,5-Liter-V6-Mittelmotor und 360 PS. Doch abgesehen davon ist der Renault Dezir anders, ganz anders.

Flügeltüren schwenken in gegenläufige Richtungen

Um den Renault Dezir  leicht zu machen, setzten seine Entwickler auf das Rohrrahmen-Chassis eine nur 1,16 Meter hohe Karosserie aus Kevlar und Aluminium. Statt konventioneller Scheinwerfer gibt es schmale LED-Pixel in Punktform - das Tagfahrlicht sitzt sozusagen hinter einem gelochten Visier. Weitere Highlights des Renault Dezir sind das Leuchtenband am Heck sowie die durchbrochenen Sitzoberflächen, die sich illuminieren lassen.

Auch bem Einstieg bricht der Renault Dezir mit den Konventionen. Die linke Tür schwenkt ähnlich wie bei einem Lamborghini nach vorn oben, die rechte hingegen nach hinten hoch - zum Schließen sind lange Arme kein Nachteil, wenn man erst einmal Platz genommen hat. Beide Sitze des Renault Dezir bilden eine Einheit, ohne jedoch zu einer Bank zu verschmelzen. Schon die betonte Ausformung der Sitzgelegenheiten macht klar: Seitenhalt ist wichtig.

Navigationssystem des Renault Dezir bietet eine Übersicht an Stromtankstellen

Schließlich kauert sich der Renault Dezir wie ein Sportwagen tief auf die Straße, und das Cockpit umspielt seine Passagiere, grenzt den Bereich des Fahrers von dem viel luftigeren des Beifahrers ab. Allerdings ist die Sicht nach draußen so schlecht, dass Kameras weit oben in den Türen des Renault Dezir für Abhilfe sorgen sollen. Man muss sich an diesen Blick auf die Welt erst einmal gewöhnen und wünscht sich vor allem, niemals mit dem Renault Dezir in ein Parkhaus zu geraten. Ein Navigationsgerät, das bei der Suche danach helfen könnte, ist jedoch ebenso an Bord wie eine Übersicht mit Stromtankstellen in der Nähe. Immerhin ist der Plan für eine Kleinstserie nicht komplett vom Tisch, eventuell sogar als offener Spider und dann möglicherweise bereits 2012.

Renault Dezir fährt 160 Kilometer weit

Dieses Wissen weckt Hoffnungen, denn der Lithium-Ionen-Akku mit 24 kWh verspricht einen Aktionsradius von maximal 160 Kilometern. 180 km/h schnell dürfte der Renault Dezir rennen, bis abgeregelt wird, um den E-Motor zu schonen. Dessen Wirkungsgrad geht bei hohen Drehzahlen ohnehin stark zurück und reduziert die Reichweite. Daran kann auch die Rekuperationsfunktion wenig ändern, die bei kräftigem Bremsen ebenso Energie in den Akku spült wie das gemütliche Dahinrollen im Schiebebetrieb. Die Spontanität, mit der E-Mobile wie der Renault Dezir die Befehle des Fahrpedals in Längsdynamik umsetzen, bereitet jedoch zu viel Spaß, als dass man sich lange mit Bummeleien aufhält.

In Gedanken eilt man schon mit dem Renault Dezir früh am Sonntagmorgen über die Hausstrecke, pfeift um die wohlbekannten Kurven, lässt sich vom sehr verbindlich abgestimmten Fahrwerk die aktuellen Straßenschäden mitteilen, um dann zum Abschluss ganz leise auf den Parkplatz des Bäckers zu rollen. Dort wird er die anderen Brötchenholer verblüffen, weil sie ihren Augen kaum trauen werden - und ihren Ohren noch weniger. 

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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