Renault Grand Kangoo dCi 110 im Fahrbericht

Großer Koffer-Traum

Renault Grand Kangoo dCi 110, Frontansicht Foto: Dino Eisele 20 Bilder

38,4 Zentimeter mehr Länge, zwei Zusatzsitze, maximal 4.600 Liter Ladevolumen. Wenn mehr, dann richtig, dachte sich Renault wohl beim Grand Kangoo. Zeigt er wahre Größe?

Der Kangoo ist der Hofnarr von Renault. Womöglich besteht sein wichtigster Charakterzug darin, dass er sich selbst nicht so richtig ernst nimmt und für nichts zu schade ist. Das wissen wir seit dem ersten Werbespot, der das Liebesspiel zwischen einem Kangoo und einem Rhinozeros (oder war es ein Renault-zeros?) thematisierte. In seiner zweiten Generation hat er sich schon als extra-kurzer Bebop zweifarbig bemalen lassen, um als selbstironischer Lifestyle-Kastenwagen grandios zu scheitern. Jüngst hat er es hinbekommen, den Daimler-Leuten einzureden, es sei eine klasse Idee, wenn sie ihn als Mercedes kostümierten. Nun tritt er da als Citan auf.

Radstand fällt extrem lang aus

Und jetzt haben sie bei Renault eine Langversion auch aus der Pkw-Variante gemacht. Dabei haben sie – wie es aussieht, ohne dafür einen Designer zu bemühen – die Flanken hinter den Schiebetüren um 38,4 Zentimeter verlängert. Als Grand reckt sich der Renault Kangoo nun auf 4,60 Meter. Damit ist er zwar noch immer kürzer als ein VW Jetta, doch wegen des langen Radstands von 3,08 Metern droht er sich in engen Parkhäusern zu verkanten.

Dagegen entspannt die Streckung Geradeauslauf und Kurvenfahrt. In Biegungen schunkelt auch der Renault Grand Kangoo, bleibt aber ruhiger und reagiert gelassener auf Lastwechsel, gut abgesichert vom ESP.

Renault Grand Kangoo mit Platz bis zum Abwinken

Vor allem maximiert der Renault Grand Kangoo den Raum. Weil der ganze Anbau ja an den Kofferraum geht, genügt der Platz dort locker für zwei weitere Sitze. Sie entstammen dem Grand Scénic, bieten selbst Erwachsenen guten Komfort, lassen sich längs verschieben – so steigert sich das Volumen des Kofferraums über die minimalen 300 Liter –, klappen oder ganz ausbauen. Wobei der Begriff des Ausbaus das Procedere nicht ganz trifft, weil es klingt, als könne man dabei eine klare Vorgehensweise befolgen. Dagegen gelingt die Extraktion der Sitze eher zufällig nach vielfachem Herumzerren an den Hebeln.
Sind die Biester endlich draußen, passen bis zur Fensterkante 750 Liter rein, taucht dazu die unverändert geräumige Fondbank ab, entsteht eine containerhafte Kofferhalle mit völlig ebenem Boden, die mit 4.600 Liter sogar die Ladekapazität eines komplett ausgeräumten VW Multivan übertrifft. Was da alles rein kann!

Und was da alles drin ist, zerrt der 1,5 Liter große Diesel mit kerniger Entschlossenheit voran und auf maximal 170 km/h. Wobei der Wind oberhalb von Tempo 130 stürmisch um den Kasten des Renault Grand Kangoo brandet. Für die große Reise qualifiziert sich der Grand dennoch mit günstigem Verbrauch (7,5 L/100 km), netter Federung und ordentlichen Sitzen.

Alles zusammengerechnet, kostet der nur in einer – ausreichend ausstaffierten – Version erhältliche Renault Grand Kangoo nur 350 Euro mehr als der kurze. Also: Wer kann, der Grand.

Fazit

So baut man Familienwagen: Der lange Kangoo ist enorm geräumig, flott motorisiert, praktisch, günstig und fährt sicher.

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Technische Daten
Renault Grand Kangoo dCi 110 Grand Kangoo
Grundpreis 21.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4666 x 1829 x 1802 mm
KofferraumvolumenVDA 300 bis 750 l
Hubraum / Motor 1461 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 81 kW / 110 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch 4,5 l/100 km
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