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Renault Wind im Fahrbericht

Französisches Cabrio mit Hinguck-Garantie

Renault Wind – das heißt Auffallen um jeden Preis. Die einen werden ihn für sein Design lieben, die anderen verschmähen. Was das Fahrverhalten des Franzosen angeht, bietet die Mischung aus Coupé und Roadster einen guten Kompromiss.

Der Renault Wind ist wie das neue Trendgetränk Aperol Spritz. Klingt komisch, ist aber so. Sie kennen Aperol Spritz nicht? Der Aperitif ist eine Mischung aus Weißwein und einem Schuss Aperol. Der Renault Wind eine Mischung aus Genießen und einem Schuss Sportlichkeit. Die Fans des Kult-Getränks könnten auch potenzielle Fans des Wind werden. Renault will mit der Symbiose aus Coupé und Roadster junge Kunden zwischen 25 und 30 Jahren ansprechen. Dazu passt der moderate Preis von 16.900 Euro für den 1,2-Liter-Turbo mit 100 PS und 18.300 Euro für den 1,6-Liter-Sauger mit 133 PS in der Basisausstattung. Einen direkten Konkurrenten für das in der Länge zwischen Twingo und Clio liegende Cabrio sucht man zunächst vergeblich.

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56 Sek.

Der Renault Wind ist ein Zwitter – offen ein Roadster, geschlossen ein Coupé

Für diesen Preis kann man keinen Hochleistungssportler erwarten – und das will der etwas pummelig wirkende Zweisitzer auch gar nicht sein. Der Renault Wind ist ein Zwitter. Im offenen Zustand ein Roadster, im geschlossenen ein Coupé. Manche mögen den Renault Wind auch als Targa bezeichnen. Der Verwandlungskünstler ist das Dach. Es turnt den Insassen wie früher im Sportunterricht einen Handstand mit Abrollen vor – innerhalb zwölf Sekunden, allerdings nicht während der Fahrt. Erst fährt es senkrecht nach oben und macht dann den Abgang mit der Außenhaut auf der Unterseite ins Heck. Deshalb auch die muskulöse Schulterpartie, über deren Schönheit sich trefflich streiten lässt.

Das gilt für das gesamte Design des kleinen Franzosen. Der Renault Wind ist mit dem ausufernden Heck und der kompakten Form eben etwas extravagant. So, als wäre das Lieblings-Shirt in der Waschmaschine eingelaufen, und man zieht es aus Prinzip trotzdem an. Manche Dinge sind eben erst auf den zweiten Blick schön. Bereits auf den ersten Blick ansprechend ist die Innenausstattung der kleinen Kugel. Ein dickes Lob haben sich die Sitze verdient. Ob nun Leder oder Stoff, hängt von der Ausstattungsvariante ab. Allen gemein sind aber der enorm gute Seitenhalt und die integrierten Kopfstützen. Sonst verzichtet der Knuffel auf Schnickschnack. Er ist quasi wie geschaffen für einen DAU – den dümmsten anzunehmenden User. Alles hat seinen Platz und ist schnell zu finden. Lediglich die verschiedene Musterung an Türverkleidung und Armaturenbrett mag den ein oder anderen Ästheten stören.

Der Name Wind ist bei 130 km/h Programm

Ein klitzekleines Extra fehlt im Innern jedoch noch: ein Megaphon. Denn jenseits 130 km/h ist der Name Wind Programm. Eine vernünftige Unterhaltung mit dem Beifahrer ist aufgrund der Geräuschkulisse bei offenem Verdeck auf der Autobahn kaum möglich. Da empfiehlt es sich, den Renault Wind über die Landstraßen zu blasen und dabei dem heiseren Klang der 133-PS-Version zu lauschen. Wer ganz genau hinhört, vermag sogar ein schüchternes Blubbern beim Lupfen des Gaspedals zu hören. Eher zurückhaltend ist aber leider auch die Leistungsentfaltung des 1,6-Liter-Saugers, der aus dem Renault Twingo RS stammt. Dort hat er aber rund 120 Kilogramm weniger zu mobilisieren. Statt eines starken Winds weht unter 4.000 U/min eher ein laues Lüftchen. Nur wenn man dem kleinen Franzosen stets die Sporen gibt und ihn durch ständiges Schalten auf Drehzahl hält, lässt der Renault Wind den beschriebenen Schuss Sportlichkeit erkennen.

Wer ein paar Münzen sparen will, sollte auch über den günstigeren 1,2-Liter-Turbo nachdenken. Der stellt die Leistung dank des Turbos nämlich konstanter zur Verfügung. Der Leistungsunterschied zum großen Bruder ist nicht extrem, und bis auf die Motorisierung unterscheiden sich die beiden Modelle in Sachen Sport-Extras ohnehin nicht. Wo bleibt also das Sportlerherz, werden diejenigen fragen, bei denen selbst eines in der Brust schlägt. Doch diesbezüglich gilt: Fehlanzeige. In nächster Zukunft bleibt es bei dieser Auswahl. Eigentlich ein Wind-Jammer, denn mit mehr Leistung würde die Kurvenjagd sicher noch mehr Vergnügen bereiten.

Zum Glück ist der Renault Wind ein Cabrio

Der Renault Wind lenkt zwar zackig ein und nimmt willig jede Kurve, doch er ist und bleibt dabei ein Spaßmobil und kein reinrassiger Sportler. Trotzdem stemmt sich der Franzose nicht strikt gegen Rennstreckenbesuche und trumpft für diesen Zweck mit komplett deaktivierbarem ESP auf. Ist jenes eingeschaltet, lässt es genug Luft für zügige Manöver. Überhaupt ist der Renault Wind sehr gutmütig abgestimmt. Auf Lastwechsel reagiert der Frischluft-Zwerg nur mit einer sanften Meldung des voluminösen Hinterteils. Apropos Hinterteil: Mit der Namensgebung haben sich die Franzosen ins eigene Fleisch geschnitten. Nach der Idee für den Namen gefragt, meinten die Renault-Verantwortlichen, dass Wind ja für ein Cabrio gut passen würde und naheliegend sei. Im Englischen hat Wind aber nicht nur die Bedeutung Wind, sondern auch Blähungen. Zum Glück ist der Renault Wind ein Cabrio.

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Interessiert mich nicht.

Technische Daten

Renault Wind 1.6 16V Dynamique Renault Wind TCe 100 Dynamique
Grundpreis 18.300 € 16.900 €
Außenmaße 3828 x 1698 x 1415 mm 3828 x 1698 x 1415 mm
Kofferraumvolumen 270 l 270 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder 1149 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 98 kW / 133 PS bei 6750 U/min 74 kW / 100 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h 190 km/h
Verbrauch 7,0 l/100 km 6,3 l/100 km
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