Rinspeed Presto

Ein echter Mini-Max

Zwei- oder Viersitzer? Die Antwort auf diese Frage kommt bei der Studie Presto der Schweizer Firma Rinspeed per Knopfdruck. Denn der Cityflitzer verlängert sich elektrisch um einen dreiviertel Meter.

Es ist wie die Erfüllung eines uralten Autofahrer-Traums: Aus einem viersitzigen Familienauto wird innerhalb von Sekunden ein Cityflitzer im Smart-Format, der in jede Parklücke passt.

Der technische Ablauf liest sich nüchtern: Zwei rollengelagerte Stahlträger links und rechts des Unterbodens lassen, angetrieben von einem Elektromotor, den Presto mit seinen Teddybär-Augen und den übergroßen 17-Zoll-Rädern auf Knopfdruck um 75 Zentimeter zusammengleiten. Ein Pärchen U-förmiger Buchsen verkeilt sich danach am Endanschlag spielfrei in massiven Verriegelungsschlitzen, während sich die Glasfaser-Außenhaut passgenau über die beiden seitlichen Edelstahlrohre schiebt.

Unter dem je nach Lichteinfall zwischen den Farben Blau und Grün wechselnden Lack des Presto stecken ein Großteil Mercedes A-Klasse, eine Prise Smart, ein Hauch Mercedes Sportcoupé. So entstammt die komplette Vorderwagenbasis nebst Motor und der Hinterachse dem Mercedes A 170 CDI. Die A-Klasse mit ihrem Frontmotor und dem hochgelegten Unterboden war die ideale Grundlage für das Push-Pull-Auto. Bei den Scheinwerfern greift Rinspeed-Chef Frank Rinderknecht auf jene des Sportcoupés zurück, verfeinert diese aber mit einem optischen Gag: Per LED-Technik schreiben die Lichter nun Stop, Turn oder einfach Presto in die Glasflächen.

Konsequent dem Ansatz des Stadtautos folgend, ließ Rinderknecht den 1,7-Liter-Common-Rail-Diesel auch gleich noch für besonders sauberen Erdgas-Betrieb auslegen. Der Gasbehälter befindet sich im Heckboden, der Diesel-Tank wanderte aus praktischen Gründen in den Vorderwagen. Doch das sind nicht die einzigen Klimmzüge, die Rinderknecht anstellen muss, um den Presto fahrbar zu machen.

So befindet sich der Auspuff jetzt nicht mehr am Heck, sondern sitzt in Form von zwei schmucken Edelstahlrohren links und rechts neben den Vorderrädern. Die kompletten Brems-, Gas- und Elektronikleitungen winden sich in Schleifen und warten wie der klappbare Heckboden auf ihr Stretching-Programm. Wenn sich der Innenraum dann zur vollen Größe entfaltet, lassen die signalorangefarbenen Seitenteile und die vom Smart entlehnten Sitze mit den massiven Gurtaufnahmen den Fahrer fast vergessen, dass er nur auf ein A-Klasse-Cockpit schaut.

Vorwärts geht der jüngste Rinspeed-Spross mit dem Nachdruck des drehmomentstarken CDI-Motors, der Fahrtwind fegt dem Fahrer dabei nahezu ungebremst ins Gesicht. Und in der Kurzversion gebärdet sich der Presto ganz minicarlike, sehr handlich mit etwas Stuckerneigung. In voller Größe schwingt er dann wesentlich souveräner über Bodenwellen, wirkt dafür aber auch ein wenig schwerfälliger.

Doch das Fahrvergnügen ist beim Presto zweitrangig, der Reiz liegt in seinem Mini-Max-Konzept – auch wenn er über den Status einer Studie nicht hinauskommen dürfte.

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