Ruf Roadster 3.8 im Fahrbericht

Exklusive Ausfahrt im Coupé-Cabrio

Ruf Roadster 3.8 Foto: Rossen Gargolov 25 Bilder

Schöner als im Ruf Roadster 3.8 lässt sich das Fahrvergnügen eines Cabrios und eines Coupés kaum vereinen. Obwohl Ruf brachialere Sportwagen als den Roadster im Programm hat, ist dieser Neuling aus Pfaffenhausen ein ganz besonderer Typ. Exklusive Ausfahrt im ersten je gebauten Ruf Roadster mit Verbrennungsmotor.

Sonnenschein, 21 Grad und endlose Landstraßen. Die neueste Schöpfung von Ruf wird in diesen Herbsttagen im Unterallgäu perfekt auf die neue Heimat eingestimmt. "Sun Valley, California" verrät die im Navigationssystem abgespeicherte Adresse das zukünftige Revier des Exoten. Der erste jemals gebaute Ruf Roadster 3.8 atmet ab November die milde Brise Kaliforniens durch seine Lufteinlässe.

Hommage an den 67er Porsche 911 Targa

"Optisch ist der Wagen wie schon unser eRuf Roadster eine Reminiszenz an den 67er Targa", erläutert Alois Ruf, während er auf ein Plakat mit der gesamten Elfer-Modellhistorie deutet. Frischluftvergnügen mit Targa-Überrollbügel und versenkbarer Kunstoffheckscheibe - eine Kombination, die erstmals auf der IAA im September 1965 von Porsche präsentiert wurde und ab Modelljahr 1967 in Serienfertigung ging.

Bei Ruf blickt man heute durch dreilagiges Polyglas nach hinten. Ohne die kleinste Bügelfalte versteht sich, denn per Knopfdruck kann der Fahrer die flexible Heckscheibe mit Hilfe von E-Motor und Seilzug über einen Schalter in der Mittelkonsole faltenfrei spannen. Wie beim Retro-Vorbild öffnet sich die Kunststoffscheibe über einen Reißverschluss. "Am schönsten hört man den Boxer-Gesang, wenn nur die Heckscheibe geöffnet ist", schwärmt Ruf. Wer vom Fahrtwind nicht nur das Nackenhaar, sondern den gesamten Schopf durchgewirbelt haben will, kann zusätzlich die beiden Dachhälften aus Karbon entfernen.

Unter dem Targa-Bügel aus Aluminium verstecken sich zwei Stahlträger, die fest mit der Bodengruppe verbunden sind und somit als vollwertiger Überrollschutz dienen. Doch zum dreimonatigen Komplettaufbau von einer nackten Coupé-Karosse bis hin zum fertigen Ruf Roadster gehört noch mehr.

Als Erinnerung an den Carrera RS 2.7 der Jahre 1972 und 1973 gibt’s beim Ruf Roadster 3.8 einen Karbon-Heckdeckel mit Bürzel-Flügel. Die Spiegel stammen vom Ruf CTR 3, während sich die Frontschürze mit LED-Technik für Blinker und Standlicht auch am Rt 12 S findet. Für den dynamischen Targa-Auftritt trägt der Ruf Roadster nicht nur 19-Zoll-Schmiederäder im hauseigenen Design, sondern auch eine verkürzte Frontscheibe sowie kürzere Seitenscheiben.

Ruf Roadster mit 3,8-Liter-Boxer und 385 PS

Weniger Überraschungen liefert das Triebwerk unter der Roadster-Silhouette. Der erste Ruf Roadster mit Verbrennungsmotor rollt mit serienmäßigem 3,8-Liter-Boxer und 385 PS sowie PDK-Getriebe aus dem Manufakturbetrieb in Pfaffenhausen. Mit gewohnt begeisterndem Vortrieb schnurrt das Premierenexemplar über die verlassenen Landstraßen im Unterallgäu und rennt mit seiner direkten Lenkung souverän durch Kurven. Während dabei standesgemäße Verwirbelungen bei komplett geöffnetem Roadster im Innenraum zum Programm gehören, hört der Fahrer es auch mit geschlossenen Dachhälften und Heckscheibe rauschen. Hörbare Windgeräusche begleiten die Ausfahrt, sobald die Tachonadel des US-Modells über 60 Meilen klettert.

Doch die Sportwagenschmiede mit 65 Mitarbeitern hat nicht ohne Grund einen offiziellen Herstellerstatus. Bei Ruf wird mit höchster Präzision an den Modellen gefeilt. Bevor der Ruf Roadster 3.8 amerikanischen Boden befährt, erhält er neue Dichtungen gegen die Windgeräusche.

Nicht nur bei der Verarbeitung sorgt sich Ruf gewissenhaft um seine Kunden. Fast jeder Wunsch wird erfüllt. Vom 3,6-Liter-Aggregat bis zum 560 PS starken Turbomotor - der Roadster ist mit verschiedenen Motorisierungen erhältlich. Zudem sind optional Schalensitze mit klassischem Karomuster mit wechselbaren Polstern im Programm. "Ob unter der Wochen oder am Sonntag - Roadster-Fahrer können ihr Fahrzeug immer richtig einkleiden", unterstreicht Alois Ruf die Exklusivität des neuesten Modells.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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