Seat Altea

MSV Düsburg

Foto: Reinhard Schmid 8 Bilder

Sportlich, zügig, vielseitig – so betritt das Multi Sports Vehicle von Seat die Arena der Minivans. Es basiert auf der Plattform von Audi A3 und VW Golf.

Multi Sports Vehicle, kurz MSV. So tituliert die spanische Emotionsabteilung des VW-Konzerns ihren Minivan-Erstling. Statt des strengen Geruchs gefüllter Windeln soll ihn die harzige Note von Öl, Benzin und Gummi umwehen. Ideallinie statt Baby-Bremsspur. Rein virtuell jedenfalls. Angesichts kostensparender Baukastensysteme muss man halt bei Marketing und Design Gas geben, um sich nicht in der konzerninternen Konkurrenz zu verheddern.

Mit dem Touran, Volkswagens Hardcore-Pragmatiker, will man sich sowieso nicht messen, der Altea ist elf Zentimeter kürzer. Mit 2,58 Meter Radstand entspricht der Altea haargenau den Plattformspendern Golf und Audi A3. Mit denen verbindet den Seat auch die Zahl seiner Sitzplätze, nämlich fünf. Eine Option auf sieben wie etwa beim Touran ist nicht vorgesehen. Überhaupt dürften Stühlerücker und -klapper den Altea stinklangweilig finden. Mehr als die geteilte Lehne der Rücksitzbank umlegen ist nicht. Das langt aber trotzdem für die meisten Aufgaben. Neben 1320 Liter Gesamtvolumen, das 96-Liter-Staufach im doppelten Kofferraumboden mitgerechnet, erleichtern die weit öffnende, senkrechte Heckklappe sowie diverse Ablagen Groß- und Kleintransporte. 

Nicht zu vergessen ein umfangreiches Arsenal aus Ösen und Netzen zur Ruhigstellung der Ladung im regulär gut 400 Liter fassenden Kofferraum. Und das macht Sinn, denn der Altea verführt mehr als andere Minivans zum Antesten von Längs- und Querbeschleunigung. Eingepackt in üppig ausgeformte Sportsitze, die Höhlen-Instrumente im Blick und das kleine Lenkrad fest in der Hand werden selbst brave Bausparer zu glutäugigen Kurvensuchern. Die Grundlage schafft das vom Audi A3 übernommene Fahrwerk, dessen Härte allerdings in Ingolstadt blieb. Eine Überarbeitung der Feder- Dämpfer-Abstimmung sowie von Stabilisatoren und den Gummi-Metall-Lagern passen McPherson-Vorderachse sowie Vierlenker-Hinterachse der höher bauenden Karosserie an.

Straff, aber nicht unkomfortabel absolviert der Altea die Pflicht in Form von Flickstellen, Querfugen und anderen asphaltösen Unpässlichkeiten. Bei der Kür in Form verschärften Kurventempos überzeugt er mit verhältnismäßig geringer Seiten- und Wankneigung sowie ehrlicher Rückmeldung. Zu der die elektro-mechanische Lenkung mit klar definierter Mittellage, direktem Ansprechen und fein dosierbaren Lenkkräften einen Großteil beiträgt. Bei Seitenwind oder hängender Fahrbahnoberfläche übernimmt sie sogar kleinere Korrekturen am Geradeauslauf. Um Korrekturen im Grenzbereich kümmert sich das serienmäßige ESP mit sensiblem Eingriff. 

Der ist nur selten nötig, der Altea ist neutral bis untersteuernd ausgelegt, reagiert selbst auf provozierte Lastwechsel gutmütig. Als gutmütiger Kumpel erweist sich auch der Zweiliter- TDI aus dem Konzernregal. Nach überstandenem Turboloch generiert er freizügig brummend und vibrierend stämmig Leistung und Drehmoment. Ab 4000/min verlässt ihn ein wenig der Elan, das präzise schaltbare Sechsganggetriebe muss ran und den Vierventiler in seinen Schokoladen-Drehzahlbereich um 3000/min bringen. Im sechsten Gang treten die Motorgeräusche dann selbst bei schneller Autobahnfahrt in den Hintergrund und machen Platz für zirpende Windgeräusche aus Richtung B-Säule.

Eine weitere Überraschung: die gegenläufigen Scheibenwischer. Im Ruhezustand parallel zur A-Säule geparkt, decken sie von getrennten Motoren betrieben ein großes Wischfeld ab und sorgen für klare Sicht. Die ist dafür nach schräg hinten durch die Form von C-Säule und Heckfenster eingeschränkt. Überhaupt nicht eingeschränkt geht es auf den hinteren Plätzen zu, solange man zu viert bleibt. Der undankbar schmale Mittelplatz taugt nur als Notsitz für Kurzstrecken. Die anderen beiden bieten mit stark ausgeformten Wangen außergewöhnlich viel Seitenhalt. Bein- und Kopffreiheit fallen ebenfalls üppig aus. Ganz im Gegensatz zum Einstandspreis des ab Anfang Juli erhältlichen Altea. Er beträgt in der Basisversion mit dem 102 PS starken 1,6-Liter- Benziner 16 890 Euro. 

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Technische Daten
Seat Altea 1.6 Reference
Grundpreis 18.090 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4280 x 1768 x 1568 mm
KofferraumvolumenVDA 409 bis 1320 l
Hubraum / Motor 1595 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 75 kW / 102 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 181 km/h
Verbrauch 7,7 l/100 km
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