Fahrbericht neuer Seat Ateca (2016)

Spanischer SUV souverän, aber ohne Wow-Effekt

Seat Ateca, Fahrbericht, 03/2016, SUV Foto: Seat 21 Bilder

Der neue Ateca wird ein voller Erfolg, verspricht Seat. Wir konnten den kompakten SUV in den Hügeln hinter Barcelona erstmals Probe fahren. Und in der Tat: Der Ateca schlägt sich hervorragend – überall.

Seat expandiert: Mit dem aktuellen Leon gelang der VW-Tochter der lang ersehnte Durchbruch und die Spanier etablierten sich nach Jahren wieder unter den Marken mit nennenswerten Absatzzahlen. Aber eine besonders wichtige Fahrzeuggattung fehlte noch im Portfolio: ein SUV, der den Absatzrückgang bei Vans wie dem Alhambra kompensiert. Damit hat sich Seat lange Zeit gelassen.

Der Ateca kommt für Seat zur richtigen Zeit

Ab Juli 2016 schließt der Ateca diese Lücke. Knapp 4,50 Meter lang, dezent höhergesetzt aber eindeutig mit der Seat-DNA versehen rollt der Ateca auf unsere Straßen. Bestellbar ist das Kompakt-SUV auf Basis des Modularen Querbaukastens (wie Golf, Leon und Tiguan) schon jetzt, zu einem Kampfpreis von nur 19.990 Euro für die Basisversion. Seat erhofft sich von ihrem neuen SUV die zweitbesten Verkaufszahlen nach dem Leon, der sich – wie wir wissen – auch ausgezeichnet fährt. Gilt das auch für den Ateca?

Steigen wir doch erst einmal ein. Das fällt leicht, und wenn wir es nicht gewusst hätten, könnten wir auch schwören, in einen Alhambra gestiegen zu sein. Man sitzt nicht besonders hoch. Das erhabene SUV-Gefühl, die Übersicht von oben herab, das fehlt beim Seat Ateca.

Seat Ateca, Fahrbericht, 03/2016, SUV Foto: Seat
Gut, aber man spürt das Gewicht: Der Ateca fährt wie ein dicker Seat Leon. Empfehlung: Schaltgetriebe.

190-PS-TDI im Seat Ateca als stärkster Motor

Den von uns gefahrenen Ateca treibt ein 190 PS starker 2.0 TDI an. Diese Version kostet allerdings mindestens 35.580 Euro. Sie kommt dafür ab Werk mit Allradantrieb und dem neuen 7-Gang-Direktschaltgetriebe. Und es damit geht es flott vorwärts: Dank maximal 400 Nm Drehmoment dauert es nur 7,0 Sekunden bis der knapp 1,5 Tonnen leichte Seat Ateca auf 100 km/h beschleunigt hat. Beachtlich für ein SUV. Schneller geht’s derzeit nicht, der stärkste erhältliche Benziner hat lediglich 150 PS. Aber mehr braucht’s auch wirklich nicht.

Neutral und nicht hilflos untersteuernd zirkelt sich der Kompakt-SUV um die engen Kurven im Hinterland Barcelonas, und - obacht: Dieses SUV kann richtig Spaß machen! Auch als 150-PS-Version und vor allem als Handschalter, den wir kurz fahren konnten. Hier flutscht der Schalthebel so zackig durch die Gassen wie bei einem Leon Cupra.

Das DSG arbeitet im Normalfall ebenfalls zuverlässig, ließ aber bei der Probefahrt im Normal-Modus die Drehzahl weit unter 1.200/min sinken. Die Folge: Um wieder zu beschleunigen, musste die Antriebseinheit erst wieder aus dem Tiefschlaf geholt werden. Im Sport-Modus funktioniert das besser, aber dann wird die Drehzahl fast schon zu hoch gehalten, um entspannt unterwegs zu sein. Und mal ehrlich: Wer forciert ein Kompakt-SUV ständig aufs äußerste? Trostpflaster: Der Doppelkuppler soll lernfähig sein. Außerdem entkoppelt er im Eco-Modus den Antriebsstrang und segelt im Leerlauf dahin.

Seat Ateca, Fahrbericht, 03/2016, SUV Foto: Seat
Unerwartet: Mit der richtigen Bereifung bewältigt der Ateca auch unwegsames Gelände.

Seat Ateca mit straffem, aber komfortablen Fahrwerk

Die variable Lenkung fühlt sich im Eco- und Normal-Modus arg leichtgängig an. Sport passt von der Gängigkeit der Lenkung am besten: nicht zu schwer, nicht zu leicht. Feedback kommt nicht gerade viel an, aber mit dem Ateca wird am Wochenende wohl kaum der Hockenheimring erkundet.

Chassis und Fahrwerk überzeugen: Zwar federt der Ateca vergleichsweise straff, etwa auf BMW X1-Niveau, berichtet durchaus von Unebenheiten im Asphalt. Das kann man gut finden, immerhin lässt es einen nicht in schaukeliger Unwissenheit zurück. Und auch für Langstrecken ist der Seat geeignet, selbst wenn momentan noch keine Dämpferverstellung bestellbar ist. Das kommt aber auch noch, lässt Seat auf Nachfrage wissen.

Großzügiger Fond und Kofferraum im Ateca

An Platz mangelt es dem Seat Ateca nicht: Im Fond finden zwei Personen mehr als genug Platz vor, selbst wenn der Vordermann zwei Meter misst. In den Kofferraum mit 510 Liter (Vorderrad-Varianten) respektive 485 Liter (Allradler) passt das Gepäck jeder vierköpfigen Familie.

Seat Ateca, Fahrbericht, 03/2016, SUV Foto: Seat
Platz gemacht: 510 Liter fasst der Ateca-Kofferraum bei allen Fronttrieblern, bei Allradler sind es 485 Liter.

Dabei hilft die Komfort-Öffnung der Heckklappe mit einer Kickbewegung unter die Stoßstange. Wer besonders auf Messi steht, kann den imaginären Fußball unter dem Ateca gerne nochmal antippen. Dann schließt sich der Kofferraum wieder. Clever, gerade beim Ausladen von Getränkekisten oder Ähnlichem.

Neues Infotainment und viele Assistenzsysteme

An die Infotainment-Fans hat Seat auch gedacht: Ein neuer 8-Zoll-Touchscreen integriert alle bekannten Funktionen. Navigieren, Musizieren, Telefonieren. Wie schon beim Leon oder Ibiza reagiert das System, wenn sich eine Hand nähert und zeigt dann Optionen an, die sonst verborgen bleiben. Besonders cool: Das Mobiltelefon kann induktiv geladen werden, wenn es dieses Feature unterstützt. Apples iPhone kann das nur mit einer speziellen Hülle, bei Geräten von Samsung oder Sony funktioniert das kabellose Laden jetzt schon.

Zu den Systemen, die den Fahrer beim Fahren unterstützen, zählt nicht nur ein Abstandsregel-Tempomat oder ein Notbremsassistent, sondern auch ein Notfallsystem, das automatisch Hilfe ruft, sollte der Fahrer kollabieren. Außerdem verfügt der Seat Ateca über Kameras an Front- und Heckschürze sowie in den Außenspiegeln. Das hilft beim Rangieren und Einparken. Die Front- und Seitenkameras sind dann sehr nützlich, falls man mit dem Ateca doch einmal Offroad unterwegs sein sollte. Wir konnten das testen und blieben selbst bei schlammigen Geläuf mit extremen Böschungswinkeln nicht stecken. Aber Matsch und Geröll dürfte der erste Seat-SUV eher selten zu Gesicht bekommen.

Fazit

Mit dem Ateca bleibt Seat konservativ und wagt keine riskanten Experimente. Er sieht aus wie ein hochbeiniger Leon, und er fährt auch so. Dafür ist er gefälliger als ein Alhambra und günstiger als ein VW Tiguan. Souverän, aber der Wow-Effekt bleibt aus. Außer man fährt Offroad.

Technische Daten
Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive Xcellence Xcellence Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive Xcellence Xcellence
Grundpreis 36.820 € 33.180 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4363 x 1841 x 1625 mm 4363 x 1841 x 1625 mm
KofferraumvolumenVDA 485 bis 1579 l 485 bis 1579 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 140 kW / 190 PS bei 3500 U/min 110 kW / 150 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 212 km/h 196 km/h
Verbrauch 5,5 l/100 km 5,1 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Neues Heft
Top Aktuell Honda CR-V Honda CR-V im Fahrbericht 1,6-Tonnen-SUV braucht nur 6,3 Liter
Beliebte Artikel Seat-Chef De Meo Ateca ist Auftakt für SUV-Familie Ford Focus ST Turnier, Seat Leon St Cupra 280, Skoda Octavia RS 230 Combi, VW Golf R Variant Focus, Leon, Golf, Octavia Kompaktsportler im Kombikleid
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
Sportwagen Porsche 911 991 (2018) GT3 Touring-Paket Porsche 911 Carrera bis GT2 RS Elfer-Einmaleins in 5 Minuten Subaru WRX STI Diamond Edition Subaru WRX STI Diamond Edition 354 PS aus Südafrika
Allrad Jeep Gladiator JT Pickup Jeep Wrangler Gladiator (2019) Erste Bilder durchgesickert Toyota Tundra Kalifornien Toyota Tundra im Waldbrand-Einsatz Retten bis das Rücklicht schmilzt
Oldtimer & Youngtimer Mercedes 280 SE 3.5 Cabriolet W111 (1970) Wiesenthal Mercedes-Auktion Wiesenthal Familiensammlung unterm Hammer Porsche Carrera GT Werksrestaurierung Porsche Classic Carrera GT 13 Jahre alt, aber jetzt fabrikneu
Promobil Berner Oberland Idyll inmitten der Viertausender Bern und das Berner Oberland Promobil Newsletter Jetzt kostenlos abonnieren
CARAVANING Bleder Insel Caravan-Tour Slowenien Schöne Städte und Landschaften Caravanpark Sexten Ist Camping schon zu teuer? Steigende Preise und Platzmangel