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Skoda Karoq 2017 Fahrbericht Kompakt-SUV

Erste Fahrt mit dem Yeti-Nachfolger

Nach dem buchstäblichen Riesenerfolg des Kodiaq schiebt Skoda einen kleinen Bruder ins das boomende Kompakt-SUV-Segment nach. Der Karoq kommt zwar erst im November, wir durften ihn auf einer exklusiven Abnahmefahrt aber schon jetzt testen.

Wenn Sie bei Skoda etwas machen, dann richtig. Etwa 2009 mit dem Yeti, der nicht nur einen abenteuerlichen Namen mitbrachte, sondern auch eine Menge pfiffiger Ideen. Denken wir nur an die vielfach verstell- und demontierbaren Rücksitze. Beim Design ließ man sich damals in Mlada Boleslav ebenfalls nicht lumpen, verpasste dem kompakten SUV ein ziemlich knuffiges Gesicht samt großen Nebelscheinwerfern. Mit der Modellpflege war das Geschichte, sie zogen den ganzen Yeti irgendwie glatt, wohl auch weil das Design manch potenziellen Kunden verschreckte. Vergangenheit.

Wenn der aktuelle Skoda-Markenvorstand Bernhard Maier in Zukunft eines nicht möchte, dann mögliche Kunden zu vergrätzen. Das Segment der kompakten SUV steht unter Dampf, legte in 10 Jahren 430 Prozent zu, und da möchte Skoda mitmischen. Dass die Tschechen beim Thema SUV sogar Champions League können, zeigt der Kodiaq, zu dem selbst Fahrer des Premium-Establishments wechseln. Jetzt zünden sie in Mlada Boleslav die nächste Stufe, keinen Deut weniger ambitioniert.

Yeti ist Geschichte, der 4,38-Meter-Karoq Zukunft

Der Yeti ist Geschichte, der Karoq ist Zukunft, erhältlich ab November diesen Jahres. Basierend auf dem aktuellen MQ-Baukasten, verwandt mit dem Seat Ateca bringt er jede Menge Skodaness auf seinen 4,38 Metern Länge unter. Damit rangiert er hauchdünn über dem Seat, bleibt unterhalb des VW Tiguan und weit vom Kodiaq entfernt. Punktlandung, konzernmäßig.

Gegenüber dem Vorgänger deutlich länger (16 Zentimeter), etwas breiter und niedriger spricht er die aktuelle Designsprache der Tschechen. Und die lautet: Kristallin. Gerade Linien, aufwendige Leuchten, nix mehr mit bio-organisch oder knuddelig. So betont Designchef Karl Neuhold den kantigen Charakter, hebt unter anderem die Wimpern in den LED-Scheinwerfern und die Tornadolinie hervor. Hier gehts zur Neuvorstellung mit alle Daten.

Innenraum mit viel Platz

Bereit zur Sitzprobe? Also los. Nach dem einfachen Einstieg umkuscheln uns bequeme, recht weich gepolsterte Vordersitze mit dennoch gutem Halt. Der Karoq bietet ein angemessen luftiges Raumgefühl mit ordentlich Platz für Beine und Schultern. Mehr als im Yeti sowieso, aber auch konkurrenzfähig zur aktuellen Mitbewerberschaft. Das klar vertikal strukturierte Armaturenbrett trägt beim Abnahme-Fahrzeug neben weichen Kunststoffoberflächen noch Reste von tarnender Folie (geheim!). Unter ihr verbergen sich Leuchtleisten fürs Ambientelicht (mit verstellbaren Farben) sowie das konzernbekannte Bedienfeld der Klimaanlage. Bei Skoda in Hochglanz poliert, um sich ohne übertriebenen finanziellen Aufwand von den VW-Familienmitgliedern abzusetzen.

Skoda Karoq
Erste Mitfahrt im neuen SUV
1:06 Min.

Digitalcockpit ab Mitte 2018

Skoda liebt halt nicht nur pfiffige, sondern auch finanziell pragmatische Lösungen. Dazu zählt auch die Übernahme des TFT-Instrumentendisplays, das etwa Mitte 2018 in Serie kommt. Seine Modi passen sich speziellen Situationen an, mehr als bei VW und Audi. So gibt es eine maßgeschneidert reduzierte Darstellung. Serienmäßig bleibt es jedoch bei den großen, gut ablesbaren Rundinstrumenten. In der Mitte des Armaturenträgers integriert sich der große 9,2-Zoll-Monitor des Top-Infotainmentsystems Columbus. Er reagiert auch auf auf berührungsfreie Wischbewegungen, kommuniziert ansonsten gern per LTE, was verschiedene Onlinedienste ermöglicht. Etwa um Hilfe zu holen oder zu erfahren, ob jemand mit dem Karoq schneller als eine vorher eingestellte Geschwindigkeit fährt – schade, Kinder.

Variable Rücksitze als Option, maximal 1.810 Liter Kofferraumvolumen

Beim Kofferraumvolumen ist ebenfalls alles gut: zwischen 521 und 1.630 Liter stellt die Version mit fest stehender Rückbank bereit, bei der Variante mit verstell- und demontierbaren Einzelplätzen sind es 479 bis 588 Liter. Wer alle Rücksitze herausnimmt, erhält 1.810 Liter. Ideal für alle, die es variabel mögen und ihr Fitnessprogramm beim Sitzausbau quasi im Vorbeigehen erledigen. Cleverness auch im Kofferraum: das Werkzeugfach ist links und rechts des Ladebodens verklappt, sodass man den Kofferraum nicht leerräumen muss um heranzukommen. Die robusten verschiebbaren Kunststoffhaken an den Seiten sowie die herausnehmbare Taschenlampe kommen Skoda-Fahrern bekannt vor. Ebenfalls praktisch: Halter für Regenschirm unterm Fahrersitz oder fürs Tablet in der Armlehne sowie das flexible Rollo, das sich in die Heckklappe einhaken lässt.

Erster Fahreindruck vom Skoda Karoq

Jetzt aber genug geclevert: Vor der Tür warten mit Fantasiefolie getarnten Karoq zum Fahren. Sie entsprechen der Vorserie, tragen hier und da noch Einfach-Kunststoff und lassen bei der Abstimmung klitzekleinen Raum für letzte Optimierungen. Alles andere als klitzeklein präsentiert sich das estnische Hinterland. Hier, irgendwo im nirgendwo gibt es reichlich Platz zum Fahren. Eine Autobahnstunde von Tallinn entfernt rechts abbiegen, eine Weile Landstraße, dann nochmal abbiegen durch dunklen Tann - und schwupps, da sind wir. Ambitionierte Pisten von Asphalt bis hin zu moosigen Waldwegen (genau, das Moos von der Modelleisenbahn).

TSI mit Zylinderabschaltung

Wie sagte Chef Maier bei seiner Begrüßung: Estland passt perfekt zum Karoq: viel Platz, hohe Internetkompetenz sowie die höchste Topmodelldichte weltweit. Und wir dachten, die gäbe es in unserer Firmenkantine. Kleiner Spaß. Jetzt wird es ernst, wir starten. Lässig rollt der Karoq los, das DSG legt sanft die Stufen nach. Bei Benzinern mit Allrad sowie den Zweiliter-TDI arbeitet die Siebengangversion mit Nasskupplung beim Rest die kleinere Variante DQ200 mit ebenfalls sieben Gängen, aber Trockenkupplung. Serie ist Sechsgang-Handschaltung (außer 190 PS-TDI). Wir fahren zunächst den 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS, der durch seine hohe Laufkultur auffällt, beziehungsweise nicht auffällt. Der TSI kann bei konstanter Last zwei Zylinder abschalten, wozu er auf unserer abwechslungsreichen Fahrt jedoch kaum Gelegenheit bekommt.

Ausgeprägter Fahrkomfort, Hektik bleibt draußen

Ein schlüssiges Paket, flankiert von der etwas entkoppelten Lenkung und der komfortablen Fahrwerksabstimmung (im Testwagen ohne Verstelldämpfer). Beides sorgt für maximale Ruhe in der Lenkung und im Handling, was sich auch im Sport-Programm der optionalen Modi kaum ändert. Hier wünschen sich Dynamiker schon etwas mehr Pfeffer und direktere Ansprache. Chef Maier sieht das Problem und verspricht, das sich die Ingenieure nochmal an die Abstimmung rangehen. Dank der elektrischen Servolenkung sei das keine große Sache. Zudem lege er Wert auf das spontane Zurückschalten im Sportmodus, schließlich soll der Karoq beim munteren Kurvenkratzen ja stets die volle Kraft zur Verfügung haben.

TDI mit 190 PS, Dreizylinder mit 115 PS

Und das sind im Falle des serienmäßig mit Allradantrieb und DSG gekoppelten Top-TDI immerhin 190 PS sowie 400 Newtonmeter Drehmoment. Der Zweiliter zieht allerdings auch schon bei niedrigen Drehzahlen kräftig, runterschalten ist da kein Thema. Beim Einliter-Dreizylinder schon eher, allerdings dürfte der 115 PS starke Einstiegsbenziner vermutlich auch dann nicht zu Temperamentsausbrüchen neigen. Andererseits: der Karoq überzeugt ja vor allem durch sein rundum zuvorkommendes Wesen ohne störende Ecken und Kanten. Dazu gehört auch, seinen Insassen beim Aussteigen zum Abschied keine dreckigen Hosenbeine zu verpassen, cleverem Design von Türen und Schwellern sei Dank.

Fazit

Skoda nutzt beim Karoq wieder einmal die Grundlage des Konzernbaukasten MQB, reichert diese aber um eine fette Portion Skodaness an. Dazu zählen neben prägnantem Design ein ausgeprägter Komfort, viele praktische Details sowie das inzwischen umfangreiche Optionsangebot.

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