Dacia Duster dCi 110 4x4, Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4, Frontansicht Dino Eisele
Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4, Navi
Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4, Cockpit, Fahrersicht
Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4, Heckansicht
Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4, Frontansicht 29 Bilder

Skoda Yeti gegen Dacia Duster

Preiswerte Kompakt-SUV im Vergleich

1.100 Kilometer muss der geliftete Skoda Yeti zum Antrittsbesuch beim ebenfalls frisch gemachten Dacia Duster zurücklegen. Kann der Dacia mit 110 PS gegen den 170 PS starken Skoda bestehen?

Autobahnromantik erschließt sich nicht jedem: Kilometer fressen -und pappige Gourmet-Sandwiches sowie phosphatpralle Trucker-Bockwurst von der Tankstelle. Dazu lauwarme Cola aus PET-Flaschen, Mautstationen, rhythmische Scheibenwischer im nächtlichen Landregen, Musik von schlechten Radiostationen und schläfrige Fotografen auf dem Beifahrersitz. Wir mögen solche Touren. „Willst du einen Yeti in Düsseldorf abholen und damit zur offiziellen Duster-Präsentation in die Provence fahren?“ Was für eine Frage! Eine kurze Internet-Recherche ergibt rund 2.200 Autobahn-Kilometer in drei Tagen. Na klar!

Skoda Yeti
Der neue Skoda Yeti auf der IAA 2013
55 Sek.

Skoda Yeti erwartet uns sanft modellgepflegt

Der facegeliftete Skoda Yeti wartet am Flughafen Düsseldorf, dschungelgrün, frisch gewaschen und vollgetankt. Im Interieur hat die Modellpflege keine allzu deutlichen Spuren hinterlassen. Es gibt jetzt nette Details wie eine LED-Taschenlampe oder ein Mülleimerchen, optional Rückfahrkamera und Einparkassistent. Navi und Infotainment sind allerdings nicht auf dem Stand der anderen Konzernmarken.

Entsprechend lang rattert das Navi, bis es die Route nach Baux de Provence ausbaldowert hat, Zeit für einen Rundgang um den erneuerten Skoda Yeti. Ein paar strenge Falten haben sie ihm ins Gesicht gekniffen, dafür entfielen die lustigen, runden Zusatzscheinwerfer, die uns an den seligen Matra-Simca Rancho erinnerten. Vielleicht wurden sie ja gerade deswegen rausgebügelt.

Zwölf Uhr mittags auf dem Parkplatz P12, und 1.100 Kilometer bis Les Baux in der Provence bei Arles. Dort wartet der ebenfalls geliftete Dacia Duster auf den ersten Vergleich. Ich weiß, was Sie jetzt denken, und Sie haben ja irgendwie recht: Das ist etwas unfair, der Dacia Duster spielt preislich in einer anderen Liga als der Skoda Yeti. Zumal wenn beide wie hier in der jeweiligen Top-Motorisierung antreten.

Skoda Yeti mit Zweiliter-TDI

Der Skoda Yeti kommt mit Zweiliter-TDI und Allradantrieb, das kostet mindestens 29.290 Euro, in diesem Fall ist es sogar ein edler Laurin&Klement, den es ab 33.890 Euro gibt. Xenon-Scheinwerfer und feines Leder sind da unter anderem schon an Bord. Ein gehöriger Abstand also zum ebenfalls topausgestatteten Duster, der selbst mit 110 dCi-Motor und Allradantrieb, gehobener Prestige-Ausstattung und allen verfügbaren Optionspaketen nur sehr knapp über die 20.000-Euro-Grenze schrappt.

Dennoch ist die Frage erlaubt, welcher der beiden preiswerten Kompakt-SUV mehr bietet, nicht nur weil beide Marken eine ähnliche Geschichte haben. Auch weil Duster und Yeti seit ihrer jeweiligen Markteinführung neben dem unerreichten Bestseller VW Tiguan zu den meistverkauften Kompakt-SUV in Deutschland zählen. Seit 2010 wurden hierzulande 64.618 Duster zugelassen, der Skoda Yeti verkaufte sich seit 2009 genau 72.022 Mal. Rund zehn Mal mehr sind es beim Tiguan, aber darum geht es hier nicht.

Die ersten Kilometer vergehen wie im Flug, die Freitags-Rushhour rund um Düsseldorf und Köln hat noch nicht eingesetzt, kein Stau auf A 57 oder der A 1. Der Skoda Yeti fliegt mit Vollgas Richtung Trier, dann Autobahn-Ende, Bundesstraße durch die Westeifel, Dauerregen, der uns für die nächsten 800 Kilometer begleiten wird.

Skoda Yeti ein prima Autobahn-Reiseauto

Hinter Nancy wird es dunkel, die Autobahn einsamer, die Lichter sind spärlicher. Mit den bequemen Sitzen und dem großen Tank (60 Liter) ist der Skoda Yeti ein prima Autobahn-Reiseauto, bei Frankreich-Höchsttempo 130 km/h nervenschonend leise und sparsam. Fast schweigend verrinnen die letzten 300 Kilometer, der Fotograf döst in die Nacht hinein. Lyon, ein kleiner Stau, die Rhone, Südfrankreich, hier sind wir. Am nächsten Morgen wirkt die Provence wie frisch gewaschen, der Regen hat Straßen und offenbar auch den Wind durchgespült.

Im Hotel-Carport wartet der Dacia Duster, ebenfalls dunkelgrün und mit Ledersitzen. Die sind beim Prestige für 18.490 Euro serienmäßig dabei, beim billigeren Lauréate kosten sie 600 Euro extra. Wichtiger jedoch: Der Dacia Duster hat jetzt serienmäßig ESP. Und er verfügt, wie auch Sandero und Logan MCV, über die Eco-Taste, die Leistung und Drehmoment auf Wunsch zugunsten des Treibstoff-Konsums zurückfährt. Dazu haben sie ihm etwas Chrom über den Kühlergrill geglittert, was ganz gut aussieht.

Und wie schlägt er sich jetzt gegen den viel teureren Skoda Yeti? Die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden kleinen Offroadern offenbaren sich auf den ersten Landstraßen-Kilometern rund um Les Baux. Auch wenn der Skoda Yeti keinesfalls eine Sänfte ist, so bügelt er Unebenheiten doch viel geschmeidiger glatt als der steifbeinige Duster. Bei schneller Kurvenfahrt gibt sich der Dacia Dacia zudem viel sperriger, will mit großen Lenkbewegungen durch Biegungen gezwungen werden, durch die der Skoda Yeti leichtfüßig durchtanzt.

Dacia Duster mit besseren Offroad-Eigenschaften

Anders sieht es jenseits des Asphalts aus. Da kann der Dacia Dacia mit seiner größeren Bodenfreiheit durchaus auch Gröberes überwinden, zudem lässt sich sein Allradantrieb per Knopfdreh sperren, je die Hälfte der Antriebskraft fließt dann nach vorn und hinten. Da muss der Skoda Yeti passen, zumal er hier in der urbanen Ausführung vorfährt. Er ist ebenso als Outdoor mit rustikaleren, mattschwarzen Anbauteilen verfügbar.

Wesentlich mehr Platz im Interieur hat der Dacia nicht zu bieten, trotz seines fast zehn Zentimeter längeren Radstands, auch beim Ladevolumen gibt es kaum nennenswerte Unterschiede. Wohl aber bei der Variabilität: Wie schon beim Vorgänger lassen sich die Rücksitze des Skoda Yeti einzeln nach vorn klappen oder komplett rausnehmen. Überhaupt ist seinem sorgfältig verarbeiteten und gut möblierten Interieur der Mehrpreis deutlich anzumerken. Dagegen wirkt der Dacia Duster raubauzig wie ein rumänischer Waldarbeiter. Das kann man dennoch durchaus sympathisch finden bei dem Preis.

Vielleicht reicht es, um dem preiswerteren Auto den Vorzug zu geben. Wir haben keine Wahl, der Skoda muss zurück nach Düsseldorf. 1.100 Kilometer, los geht’s!

Fazit

Skoda Yeti: Schon vorher so etwas wie der Musterknabe seiner Klasse, ist der Skoda Yeti durch das Facelift noch etwas besser geworden. Nur ein moderneres Infotainment und ein großzügigeres Raumangebot fehlen ihm, um selbst deutlich teurere deutsche Premium-Kompakt-SUV aufzumischen.

Dacia Duster: Auch wenn der rumänische Kompakt-SUV in der Summe seiner Eigenschaften nicht an den Yeti heranreicht, ist er doch insgesamt besser geworden und ein sehr faires Angebot. Komfort und Agilität sind nicht seine Stärken, das werden die meisten Kunden locker verschmerzen.

Technische Daten

Dacia Duster dCi 110 FAP 4x4 Prestige Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 Ambition
Grundpreis 18.490 € 29.530 €
Außenmaße 4315 x 1822 x 1695 mm 4223 x 1793 x 1691 mm
Kofferraumvolumen 443 bis 1604 l 405 bis 1580 l
Hubraum / Motor 1461 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 81 kW / 110 PS bei 4000 U/min 125 kW / 170 PS bei 4200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 168 km/h 201 km/h
Verbrauch 5,2 l/100 km 5,7 l/100 km
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