Sport-Abt-Zeichen für den Polo

Sportlich orientierten Polo-Fahrern mit schmalem Geldbeutel macht Abt ein interessantes Angebot. Im VS3 entlockt eine modifizierte Motorsteuerung dem 1,4-Liter-TDI satte 95 PS.

Serienmäßig schon mit 75 PS ordentlich motorisiert, legen die Allgäuer für die leistungshungrige Kundschaft beim 1.4 TDI gleich zwei Schippen nach. Durch einen kleinen Eingriff in die elektronische Motorsteuerung steigt der Output des Dreizylinders um 15 kW (20 PS), das maximale Drehmoment wächst gar um 35 Nm auf 230 Nm bei 2.300/min. Die Tatsache, dass das Chiptuning inklusive Einbau und Papiereintrag rund 1.030 Euro kostet, relativiert sich aber nach einem Blick in die original VW-Aufpreisliste in Windeseile. Häkchen beispielsweise aus der Option Klimaanlage entfernen und schon ist das Tuning locker finanziert. Sportler schwitzen eben.

Wenig schweißtreibend dagegen ist der Umgang mit der Extra-Power. Turbotypisch gönnt sich der Dreizylinder nach einem Tritt aufs Gaspedal einen kurzen Moment der Besinnung, um seinen Abgasstrahl zu sortieren. Dann tritt er umso beherzter an. Von knapp 2.200/min bis 4.500/min reicht das Feuerwerk, das so abrupt im Drehzahlbegrenzer endet, wie es beginnt. Keine Spur mehr vom trägen Drehvermögen des Serienaggregats. Wer flott vorankommen will, sollte den Drehzahlmesser also nicht aus dem Blick verlieren und stets die nächsthöhere Gangstufe parat halten. Werden Schalthebel, Kupplungs- und Gaspedal virtuos bedient, stürmt der VS3 in 12,7 Sekunden auf Tempo 100, rund eine Sekunde fixer als der Serien-Polo. Gleichstand mit den Fahrwiderständen stellt sich erst bei 178 km/h ein (Serie: 170 km/h), die der VS3 ohne langen Anlauf erreicht.

Wer dem kleinen Schwarzen jedoch zu heftig die Sporen gibt, wird in zu schnell angegangenen Kurven mit kräftigem Untersteuern bestraft. Zudem ringen die 205er-Schlappen auf den 16-Zoll-Abt-Felgen auf feuchtem Untergrund wiederholt um Haftung. Begleitet wird das dynamische Treiben vom unüberhörbaren, allzeit präsenten Dieselnageln und deutlichen Vibrationen, die der VS3 vom Serienpendant geerbt hat. Erfreulich jedoch: Selbst wer das Leistungspotenzial dauerhaft nutzt, kommt mit einem Mehrverbrauch von knapp 0,5 Litern pro 100 Kilometer davon.

Kein Erbfehler, sondern anerzogen ist die poltrige Fahrwerksabstimmung. Lediglich mit geänderten Federn um 30 Millimeter tiefer gelegt, nimmt der VS3 kleine Unebenheiten noch gelassen hin, größere Fahrbahnverwerfungen sorgen dagegen schon für derbe Versetzer. Eine andere Dämpferabstimmung könnte hier Wunder bewirken.

Von zweifelsfreier Wirkung sind dagegen die Karosserieanbauteile wie Front- und Heckspoiler sowie der Frontgrill mit Abt-Chromemblem. Tadellos verarbeitet und passgenau machen sie aus dem kleinen Wolfsburger einen echten Hingucker, zumindest so lange, wie der Blick dem flinken Allgäuer habhaft wird.

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