auto motor und sport im neuen Design
  • 07
    Tage
  • 10
    Stunden
  • 38
    Minuten

Sportwagen Reportage

Sport-Check

Foto: Hersteller 14 Bilder

Die Enthüllung der Corvette ZR1 war nur der Startschuss für das Sportwagenjahr 2008. Auch andere namhafte Marken und Kleinserien stehen mit Überraschungen in den Startlöchern. Wir geben einen exklusiven Ausblick.

Warum in die Ferne blicken, wenn das Gute liegt so nah? 2008 zeichnet sich nämlich als überaus interessantes Sportwagenjahr ab. General Motors macht mit der Corvette den Auftakt. Nicht nur, dass die zum neuen Modelljahr leicht modifizierte C6 mit mehr Hubraum und Leistung (430 PS) ins Rennen geht. Ab Sommer steht nämlich der US-amerikanische Überflieger am Start - die ZR1. Für europäische Verhältnisse amüsant, basiert der bislang stärkste General Motors- Treibsatz auf dem sogenannten Small-Block-Aluminium-V8 der herkömmlichen Corvette mit 6,2 Liter Hubraum.

Leistung der ZR1 liegt bei 620 PS

Für die Konkurrenten vom Schlage eines Ferrari 599 oder Porsche 911 GT2 weniger lustig dürfte die Leistung der ZR1 sein. Denn der wuchtige Zweiventiler verfügt über neu gestaltete Zylinderköpfe und wird zudem mittels eines Eaton-Kompressors zwangsbeatmet. Unter einem maximalen Ladedruck von 0,7 bar mobilisiert der mit 9,1:1 verdichtete Achtzylinder 620 PS bei 6.500 Touren. Das maximale Drehmoment von 823 Newtonmeter fällt bei 4.000 Umdrehungen über das manuelle Sechsganggetriebe her. Dieses ist zwar mit der Schaltbox aus der Z06 artverwandt, verfügt jedoch über eine Zweischeiben-Kupplung. Zudem wird die Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h nicht wie bislang üblich im fünften, sondern im sechsten Gang erreicht.

Auch die weiteren Goodies der auf dem Aluminium-Chassis der Z06 basierenden und lediglich 1.520 Kilogramm schweren ZR1 lassen auf eine überzeugende Rennstreckentauglichkeit schließen. Das Fahrwerk verfügt über vom Innenraum anwählbare Abstimmungsmodi, die Bremsanlage beeindruckt mit üppig dimensionierten Carbon-Keramik-Scheiben. Um das Leistungsgewicht auf unter 2,5 Kilogramm pro PS zu drücken, bestehen auch einige Karosserie-Komponenten aus Kohlefaser - wie beispielsweise das Dach, die Motorhaube und die vordere Spoilerlippe. Auch der Preis dürfte eine herbe Kampfansage an die Konkurrenz sein. "Knapp unter 100.000 Euro", ist aus internen Kreisen zu vernehmen. 

Lotus mit Projektname "Eagle"

Bei Lotus backt man bekanntlich kleinere Brötchen. Nicht nur bezüglich des Preises, sondern auch bei der feilgebotenen Leistung und der Fahrzeuggröße. Auf der British Motor Show in London (23. Juli bis 3. August) enthüllen die Leichtbaufetischisten aus Großbritannien ihr jüngstes, wenn auch größer als Elise und Exige gewachsenes Kind. Momentan hört es noch auf den Projektnamen Eagle, soll einen neuen Kundenkreis erschließen und obendrein das Volumenmodell der Briten verkörpern.

Dementsprechend hat der britische Adler die weniger hart gesottene Coupé- Klientel im Visier. Er wird ein großzügigeres Raum- und Reiseangebot bieten, ohne dabei die Lotus-Philosophie zu vernachlässigen. Denn das Chassis des ab Beginn 2009 zunächst als Zweisitzer bei den Händlern stehenden Hecktrieblers basiert auf dem Konstruktionsprinzip des Elise: Strangpressprofile aus Aluminium bilden den soliden Rahmen für eine Kunststoffhaut. Beim Maximalgewicht sind 1.200 Kilogramm das Ziel. Für das zweisitzige Coupé wohlgemerkt, denn eine 2 + 2-Variante des Eagle soll ebenso folgen wie ein Cabrio. Spätestens dann werden auch die geplanten Optionen wie Automatikgetriebe oder stärkere Motorisierungen erhältlich sein. Zum Basispreis von 70.000 Euro wird die Kraft von 280 PS jedoch zunächst manuell verwaltet. Der natürlich vor der Hinterachse platzierte V6-Motor mit 3,5 Litern Hubraum stammt von Toyota.

Artega GT mit VW-Motor

Konzeptionell trifft der neue Lotus damit auf harte Konkurrenz. Nicht nur in Form des anvisierten Porsche Cayman, sondern auch auf einen ihm formell sehr ähnlichen Vertreter der knackigen Coupés: Der aus deutscher Produktion stammende Artega GT. Dabei ist das Erstlingswerk der Artega Automobilbau GmbH dem Lotus ein Stück weit voraus. Bereits in diesem Sommer werden die ersten Modelle ausgeliefert. Zum Basispreis von 74.983 Euro vereint der Heck-Mittelmotor-Sportwagen Großserientechnik mit Highend-Komponenten. Über das Aluminium-Spaceframe-Chassis stülpt sich eine Karosserie aus Kohlefaser. Der 3,6 Liter große, 300 PS starke V6-Motor kommt aus dem VW-Regal und wird mit dem ebenfalls aus Wolfsburg stammenden Doppelkupplungsgetriebe vereint.

Die Doppelkupplungs-Technologie hält auch bei Ferrari Einzug. Zum Einsatz kommt sie erstmals bei der intern F149 betitelten Modellneuheit, die als "Dino" schon die Gerüchteküche anheizte. Der unterhalb des F430 angesiedelte Zweisitzer dreht momentan in den unterschiedlichsten Tarnkleidern seine Abstimmungsrunden und wird auf dem Pariser Salon (4. bis 19. Oktober) seine Hüllen fallen lassen.

F149 mit maximal 450 PS

Bereits jetzt sind jedoch die Anzahl der Zylinder und die Einbaulage des Motors nicht mehr zu verbergen. Der Frontmotor-F149 basiert auf einem für Maserati konstruierten Chassis, das für eine Transaxle-Bauweise ausgelegt ist. Acht Zylinder in V-Anordnung sind für einen Sportler dieses Schlages State of the Art. Nahe liegend, dass mit dem F149 neben der Getriebetechnik auch eine neue Motorengeneration Einzug hält, die über Direkteinspritzung verfügt. Um einen gewissen Abstand zum F430 zu wahren, wird der Vierventil-V8 unter 4,5 Liter Hubraum haben - womit die angegebene Leistung bei maximal 450 PS liegen sollte. Die Auslieferung des F149 beginnt im Frühjahr 2009 - höchstwahrscheinlich zunächst als Spider und erst später als 2 + 2-sitziges Coupé.

Ob der in Detroit gezeigte Audi R8 V12 TDI Concept überhaupt das Laufen lernt, ist wenig wahrscheinlich. Die Brücke zu den mit dem R10 TDI erzielten Le Mans-Erfolgen würde der Diesel-Sportwagen natürlich vorzüglich schlagen. Ein paar Zylinder weniger machen angesichts der Platzverhältnisse im R8 allerdings deutlich mehr Sinn. Um den gewaltigen V12-Motor inklusive Getriebe, das ein Drehmoment von 1.000 Newtonmeter und eine Leistung von 500 PS verkraftet, zu implantieren, müsste man schlichtweg zu viel Auto opfern. Zudem stehen derzeit nur Wandlergetriebe für den Umgang mit derartigen Kräften im Programm.

R8 mit V8 TDI schlüssigeres Paket

Ein R8 mit V8 TDI scheint das deutlich schlüssigere Paket. Es dürfte beim momentanen Hubraumstand von 4,2 Liter sicherlich rund 400 PS leisten und ein maximales Drehmoment von über 800 Newtonmeter in die Schlacht schicken. Zweifellos wird Audi die Vorreiterrolle bei der Kombination von Sportwagen und Dieselmotor übernehmen. Die ersten Selbstzünder-R8 werden aber erst rollen, wenn die V10-Benzin-Version des Ingolstädter Allradlers das Licht der Sportwagenwelt erblickt hat. Und das wird frühestens gegen Ende des Jahres der Fall sein. Als Basis für diese neue Speerspitze mit den vier Ringen dient der Zehnzylinder-Direkteinspritzer aus Audi S6 und S8, der jedoch grundlegend weiterentwickelt wird, um dem Hochdrehzahlkonzept treu zu bleiben. Somit ist eine Leistung von 520 PS realistisch. Der etwas früher debütierende Lamborghini Gallardo greift auch auf die V10-Entwicklung zurück. Allerdings dürfte die Leistung des Italo-Keils dann bei über 550 PS liegen.

Mosler MT900 GTR-XX ab Frühjahr in Europa

Eine weitere Stufe darüber rangiert der neue Mosler MT900 GTR-XX. Das überarbeitete Modell des US-amerikanischen Kleinserienherstellers ist ab Frühjahr auch in Europa zu haben. Es setzt auf die Kräfte des 7,0 Liter großen, bis zu 620 PS starken V8-Motor aus der Corvette Z06. Vor allem bezüglich des Gewichts soll der MT900 GTR-XX weiter abgespeckt haben und maximal nur 1.120 Kilogramm wiegen. Optisch ist das Update des Supersportlers primär an der Heckpartie zu erkennen, die eine neue Leuchteneinheit und einen überarbeiteten Diffusor bekam. Darüber hinaus gab es Feinschliff im Bereich der Fahrwerksgeometrie und der aerodynamischen Effizienz. Zudem wurde der Innenraum weiter verfeinert. Der größtenteils in Kohlefaser gefertigte GTR-XX ist optional mit einem sequenziellen Getriebe zu haben. Mit Preisen ab 223.000 Euro ist der Mosler zwar kein Schnäppchen, aber bezüglich der zu erwartenden Fahrdynamik ein gutes Angebot und wohl einer der Überflieger für dieses Jahr. 2009 folgt eine limitierte Sonderserie mit Biturbomotor.

Japaner mit verstärktem Engagement

Im nächsten Jahr greifen auch die japanischen Hersteller wieder verstärkt ins Sportwagengeschäft ein. Neben dem GT-R offeriert Nissan die Weiterentwicklung des 350 Z. Das komplett neu entwickelte Coupé lautet dann auf den Namen 370 Z und basiert technisch auf dem G 37 der US-Tochtermarke Infinity, befeuert durch einen 3,7 Liter großen V6-Motor mit rund 330 PS. Unter den jeweiligen US-Labels starten auch Honda (Acura) und Toyota (Lexus) durch - jedoch in der Leistungsklasse von über 500 PS. Wobei der knapp geschnittene Lexus LF-A auf die Kombination von zwangsbeatmeter V8-Maschine und Heckantrieb baut.

Der Acura NSX wird von einem fünf Liter großen V10-Sauger angetrieben - ebenfalls in Frontmotorbauweise - und verfügt über Allradantrieb. Angesichts dieser technischen Eckdaten wird die lange erwartete Neuauflage des Japan-Sportlers zweifellos nicht mehr zu den Leichtgewichten des Genres zählen. Gerade die vermeintlich lange Entwicklungsgeschichte des NSX zeigt, dass der Blick in die Kristallkugel oftmals in die Irre führt. Bleiben wir bei dem, was die Sportwagenwelt für 2008 bereit hält. Das ist schließlich eine Menge.

Neues Heft
Top Aktuell 01/2019, Jochen Knecht im neuen Mercedes CLA auf der CES Las Vegas 2019 Erster Check Mercedes CLA II (2019) Ein Stern, der deinen Namen kennt
Beliebte Artikel H&R Audi A5 Sportback Beau mit Tiefgang H&R Federsysteme für Audi A5 Sportback Infiniti QX50 Fahrbericht Infiniti QX50 Toller Motor mit guter Hülle
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
Sportwagen Toyota GR Supra A90 (2019) 2020 Ford Mustang Shelby GT500 - Muscle Car - Carbon Fiber Track Package Ford Mustang Shelby GT500 (2019) Power-Pony mit über 700 PS
SUV Kia Telluride Detroit Motor Show 2019 Kia Telluride SUV (2018) Achtsitzer Korea-SUV Audi Q2 2.0 TDI Quattro, BMW X2 xDrive 18d, Exterieur SUV Neuzulassungen 2018 Auf diese SUV fährt Deutschland ab
Oldtimer & Youngtimer BMW 5er E34 Scheunenfund Bulgarien BMW-Scheunenfund Elf alte 5er in Bulgarien entdeckt Everytimer ETA 02 BMW 1er Cabrio Umbau Everytimer ETA 02 Retro-Cabrio auf BMW 1er-Basis
Promobil Clever Vans Campy Free (2019) Clever Campy Free (2019) Beach-Bulli-Alternative auf Citroën Jumpy Eura Mobil Integra Line 720 QF (2019) Eura Mobil Neuheiten 2019 Neuer Längsbetten-Grundriss
CARAVANING Dethleffs c'go up Hubbett-Caravan für Familien Beauer 3X Seite Neuvorstellung BeauEr 3X Schicker Franzose zum Ausziehen