SRT Viper GTS im Fahrbericht

Schlangen-Linie im US-Sportwagen

SRT Viper, Frontansicht, Motorhaube Foto: Hersteller 22 Bilder

Eine Zeit lang schien es, als würden der Viper schon die Totenglöckchen läuten. Vergesst es – der US-Sportwagenmacho meldet sich zurück. Und wie: mit besseren Manieren, präziserem Handling und einem noch motivierteren 8,4 Liter großen V10-Saugmotor.

Puh, das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Wir hatten schon befürchtet, der Fiat-Konzern könnte die Viper sterben lassen. Oder, beinahe schlimmer noch, ins Regal greifen, irgendwas zusammenmixen und ihm den Schlangen-Stempel aufdrücken. Keine Sorge, alles bleibt gut, die SRT Viper ist eine Viper. Mit langer Motorhaube, weit hinten liegender Kabine und Stummelheck. Nicht zu vergessen die charaktervollen seitlichen Karosserieeinzüge, die Sidepipes und das Double- Bubble-Dach. Und natürlich der 8,4 Liter große Saugmotor.

Chrysler Viper SRT 3:13 Min.

Viper-Evolution von Chrysler-Sporttruppe SRT

Downsizing? Sicherlich nicht bei der Viper unter der mächtigen Karbonhaube, wo sich nach wie vor zehn Kolben eine untenliegende Nockenwelle sowie 20 Ventile teilen – immerhin variabel gesteuert. Um Ansprechverhalten und Drehfreude zu steigern, sind die Kolben bei der Neuen geschmiedet, das Schwungrad aus Aluminium gefertigt und deutlich leichter. Zudem haben die Ingenieure der Chrysler-Sporttruppe SRT an der Atmung ihres Spitzensportlers gearbeitet.
 
Eine neue Ansaugbrücke aus Kompositmaterial spart Gewicht, senkt die Ansauglufttemperatur und erhöht zudem den Durchsatz. Um die Abgase effizient wieder loszuwerden, senkte man den Gegendruck der Auspuffanlage. Obenraus ballert die SRT Viper jetzt noch freizügiger, während sie in mittleren Lagen einen Tick geschmeidiger klingen soll. Soll, denn wer dem Ding einen kräftigen Tritt aufs Gas verpasst, erntet nach wie vor Prasseln und Donnern. V10 eben – schwer einzuordnen, aber mitreißend.

Zehnzylinder entwickelt 648 PS und 800 Nm

Und die Power hält, was der Klang verspricht: Der 648 PS starke, in dämpfenden Hydroblöcken gelagerte Motor reagiert spontaner und dreht williger als seine Vorgänger. Vor allem im mittleren Drehzahlbereich, also um 4.000/min, reißt der 8,4-Liter in der SRT Viper ungestüm an. Gut, dass die Kupplung nun leichter und das Sechsganggetriebe präziser arbeiten. Bisher wirkte die Tremec-Box wie grobes Schmiedehandwerk, jetzt kommt sie Sportwagenansprüchen zumindest näher. Auch was die Übersetzung angeht, die kürzer und damit praxisgerechter ausfällt. Wahre Hochdrehzahlkompetenz sieht zwar anders aus, doch bis jenseits 6.000/min (Begrenzer bei 6.400/min) dreht der V10 nun mit Anstand. Dennoch: Ausdrehen ist ein Kann und kein Muss, mehr als 800 Newtonmeter Drehmoment machen gelassen.
 
So erklimmt das Urvieh selbst die knackigen Anstiege der Rennstrecke Road Atlanta in den USA ohne spürbare Anstrengung. Und das Fahrwerk spielt mit. Aufbauend auf eine rund 50 Prozent steifere Karosserie – ein Mix aus Stahl-Spaceframe mit Anbauteilen aus Magnesium, Aluminium und Kohlefaser – lenkt, federt und dämpft die SRT Viper mit ihren Doppeldreiecksquerlenkern aus Aluminium spürbar kompetenter als früher.

Neu: die Bilstein-Adaptivdämpfer der teureren SRT Viprt-Sportvariante GTS. Auch neu: ESP. In der Standardvariante lediglich deaktivierbar, besitzt es beim GTS noch zwei Zwischenstufen (Sport und Track). Selbst Normalbegabte können dem Grenzbereich nun nahe kommen, ohne gleich ungewollt rückwärts einzuparken. Was auch am präzisierten Handling mit weniger Untersteuern und einem breiteren neutralen Bereich liegt.

Schlangen-Ritt auf Wunsch

Kein Interesse an Neutralität? Dann hilft das Pedal rechts unten im Fußraum. Wer die Elektronik abstellt und dort kräftig drauftritt, genießt Old-School-Gefühle und sollte einigermaßen flink am Lenkrad sein. Um beim Start flink zu sein, bedarf es inzwischen keiner besonderen Fähigkeiten mehr. Es genügt, den Knopf der Launch Control am Lenkrad zu finden und zu betätigen. In etwa drei Sekunden presst es die SRT Viper auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 330 km/h liegen. Sie ließ sich in den USA nicht ausloten, hier zu Lande dürften dabei des Öfteren Stopps fällig werden – angesichts von nur 70 Liter Tankinhalt. Na denn Prost!

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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