SsangYong Korando 1.6 e-Xdi Ssangyong

SsangYong Korando

Selbstbewusster Auftritt

Die vierte Generation des Korando hat das Zeug, die koreanische Marke in Deutschland ein gutes Stück voranzubringen. Fahrbericht des 1.6 e-XDi mit Automatikgetriebe.

SsangYong Korando? War das nicht mal ein Jeep Nachbau, der bis in die 1990er Jahre hinein vor allem in Südeuropa einige Freunde fand? Richtig, aber mehr als 20 Jahre und drei Generationen später ist aus dem nischigen Offroadspezialisten ein massenkompatibler Kompakt-SUV geworden, der mit gefälligem Design und gutem Preis-Leistungsverhältnis (Grundpreis: 22.990 Euro) vor allem anderen Import-Marken den einen oder anderen Kunden abjagen soll.

Korando Nummer Vier ist mit einer Länge von 4,45 Meter und einer Breite von 1,87 Meter jeweils fünf Zentimeter länger und breiter als bislang, dafür aber etwas flacher als der Vorgänger. Damit hat er ungefähr das Format eines Peugeot 3008 oder Hyundai Tucson. Dank seines Radstands von 2,68 Meter fällt das Platzangebot überzeugend aus; hinter dem knapp 1,80 Meter großen Redakteur gibt es viel Beinraum für die Fondpassagiere; ohne Schiebedach (1.000 Euro, ab Ausstattungsniveau Onyx) bleibt hinten noch eine Handbreit Luft über dem Scheitel. Auch das Gepäckabteil kann sich sehen lassen: Es fasst bei aufgestelltem Ladeboden 551 Liter, das Abdeckrollo passt bei Bedarf in ein Fach im Untergeschoss. Optional öffnet und schließt die Heckklappe elektrisch angetrieben (500 Euro); leider ist sie nur für das Allrad-Topmodell in Verbindung mit Automatikgetriebe verfügbar.

Deutlich weiterentwickelte Innenausstattung

SsangYong Korando 1.6 e-Xdi
Ssangyong
Einen klaren Schritt nach vorne macht Ssangyong bei Optik und Haptik des Innenraums.

Motorseitig bleibt das Angebot überschaubar: Jeweils einen Benziner (163 PS/280 Nm) und einen Diesel (136 PS/320 Nm) hat SsangYong für den Korando im Programm, die beide die Abgasnorm Euro 6d Temp erfüllen. Zudem sind beide Aggregate mit Allradantrieb und Automatik sowie insgesamt fünf Ausstattungslinien kombinierbar. Für unsere erste Ausfahrt stand uns ein 1.6 e-XDi als Fronttriebler mit Automatikgetriebe in der Top-Ausstattung Sapphire zur Verfügung. Letztere umfasst neben den ohnehin serienmäßigen Sicherheitssystemen (Frontkollisionswarner mit Notbremssystem, Spurhalteassistent, Verkehrsschilderkennung, Fernlichtassistent u.a.) zahlreiche weitere Sicherheits- und Komfortextras, darunter LED-Licht, Querverkehrswarner sowie beheizte und belüftete Teilledersitze. Die Quasi-Vollausstattung treibt den Preis des Koreaners allerdings auf mindestens 39.130 Euro, doch es geht auch günstiger: Zwei-Zonen-Klima, Rückfahrkamera und ein Touchscreen-Infotainment mit Smartphone-Anbindung gibt es bereits ab Ausstattungsniveau Amber (Benziner mit Handschaltung ab 25.990 Euro).

Im Sapphire-Cockpit fällt als erstes das digitale Kombiinstrument auf (10,25 Zoll), das ab der Ausstattungslinie Onyx verbaut wird und dem Fahrer verschiedene Anzeigemöglichkeiten bietet, unter anderem auch die Kartendarstellung des Navigationssystems. In der Mitte thront das 9,2-Zoll-Touchdisplay des Navigationssystems (ab Quartz). Optik und Haptik des Interieurs gehen in Ordnung und stellen im Vergleich zu Vorgänger – und auch zum kleineren Tivoli – einen klaren Schritt nach vorne dar.

Gelassene Automatik, akzeptabler Komfort

Der Diesel ist gut gedämmt und akustisch zurückhaltend, die Sechsgang-Wandlerautomatik von Aisin schaltet im Normal-Programm früh hoch und lässt den Selbstzünder ziehen. Auch auf einen schweren Gasfuß oder manuelle Eingriffe mittels Lenkradpaddel reagiert der Automat gelassen, jegliche Hektik ist ihm fremd. Munterer wird es erst, stellt man das Fahrprogramm auf „Sport“. Dann reagiert das Getriebe flink auf Fahrerwünsche und setzt die Motorkräfte besser in Szene.

Das Fahrwerk kommt auch mit würziger gefahrenen Landstraßenkurven gut klar, hält den Korando sicher auf Kurs und quittiert hohe Tempi erst spät mit gutmütigem Untersteuern. Es bietet einen akzeptablen Komfort mit Schwächen auf gröberen Fugen und Längsrillen, was auch an der montierten 18-Zoll-Bereifung liegen mag. Lenkimpulse setzt der Korando präzise um, reagiert aber aus der Mittellage heraus etwas träge. Die Betätigungskräfte sind angenehm, lediglich beim Eingriff des Spurassistenten wird das Lenkgefühl künstlich.

Fazit

Dieser SsangYong ist weder skurril noch ein Billigheimer, sondern ein ernstzunehmender Wettbewerber im populären Segment der Kompakt-SUV. Tipp für Kaufinteressenten: Bis zum Jahresende spendiert der Importeur Kunden ein Upgrade auf das nächsthöhere Ausstattungsniveau gratis.

SUV Neuvorstellungen & Erlkönige 89. Geneva International Motor Show, 06.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien Ssangyong Korando 2019 Tiguan-Konkurrent bald auch mit E-Antrieb

Der neue Ssangyong Korando gewinnt an Größe und Komfort

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