Ssangyong Korando Fahrbericht

Gelungener Neustart

Foto: Torsten Seibt 23 Bilder

Mit dem neuen Korando will Ssangyong in Europa wieder Fuß fassen. Wir waren mit dem 175 PS starken Tiguan-Konkurrenten auf Testfahrt.

Alles zurück auf Null: ab sofort will die frisch gegründete Ssangyong Motors Deutschland GmbH den Neustart wagen. Türöffner dazu soll der neue Korando sein, und der macht auf den ersten Blick einen durchaus guten Eindruck. Dass der Korando,inzwischen immerhin die fünfte Generation seit dem Ur-Modell aus 1983, auf für europäische Geschmacksnerven kompatibles Design gewuchtet wurde, ist einem Italiener zu verdanken: Giorgio Guigaros Firma Italdesign, immerhin unter anderem auch verantwortlich für das automobile deutsche Ur-Meter, den Golf, hat den neuen Korando auf Linie gebracht.

Ssangyong Korando mit Guigaro-Design

Der Erfolg ist sichtbar, der neue Ssangyong Korando ist das erste Auto der Koreaner, dessen Optik man nicht an jeder Tankstelle erklären muss. Die Form ist im positiven Sinne Mainstream und sieht aus, wie SUV der Kompaktklasse heute eben aussehen – das war bei Ssangyong bekanntlich nicht immer so. Der Korando verteilt seine Rundungen auf eine Außenlänge von 4,41 Meter – zwei Zentimeter kürzer als der VW Tiguan. Und auch bei Breite (1,83m) und Höhe (1,68m) nähert er sich dem Klassenprimus aus Wolfsburg bis auf wenige Millimeter an.

Der Ssangyong Korando kommt mit Zweiliter-Diesel

Unter der Haube besteht derzeit keine Wahl: Zum Einsatz kommt bei allen Ssangyong Korando-Versionen ein Zweiliter-Turbodiesel mit variabler Turbo-Geometrie. 175 PS und 360 Newtonmeter serviert der Vierzylinder, der im Auftrag von Ssanyong beim Branchenriesen AVL in Graz entwickelt wurde. Vermählt ist der Euro-5-Diesel derzeit ausschließlich mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe, eine optionale Sechsgang-Automatik soll für 1.500 Euro Aufpreis gegen Jahresende folgen.

Mit Allradantrieb werden die beiden Ausstattungslinien Quartz und Sapphire angeboten. Dabei ist bereits die mittlere der insgesamt drei Versionen (Basis „Crystal“ nur mit Frontantrieb) mit 17-Zoll-Rädern, Klima-Automatik sowie allen üblichen Elektronik-Helfern wie Tempomat oder Bluetooth-Schnittstelle sehr umfangreich möbliert. Die Topversion Sapphire legt dann noch mit 18-Zoll-Rädern, Lederausstattung mit zusätzlicher hinterer Sitzheizung ein Schäfelchen nach. Aufpreisextras: bis auf ein Navigationssystem keine.

Umfangreiche Ausstattung zum günstigen Tarif

Der Ssangyong Korando in Sapphire-Vollausstattung, wie er in unserem Fahrbericht antrat, hat einen Listenpreis von 27.990 Euro und liegt damit 4.700 Euro unter dem 170-PS-Tiguan in der günstigsten Ausstattungsvariante.

Bei der Sicherheitsausstattung des Ssangyong Korando wurde ebenfalls nicht gegeizt: Seiten- und Vorhang-Airbags, Bremsassistent, ESP und aktive Kopfstützen sind stets Serie. Beim Innenraum-Design wird auf Extravaganz verzichtet, doch auch hier haben die Designer ordentliche Arbeit geleistet. Lediglich die etwas arg schräg nach oben stehenden Bedienhebel am Lenkrad fallen ins Auge. Insgesamt liegt die Gestaltung auf klassenüblichem Niveau, mit schicken Chrom-Applikationen und sauberer Verarbeitung.

Viel Platz im Ssangyong Korando

Auffallend großzügig ist das Raumangebot – nicht nur vorne. Auch auf der Rückbank gibt es reichlich Beinfreiheit und bequeme Sitze, die asymetrisch geteilte Rücklehne lässt sich in der Neigung verstellen. Der Laderaum ist mit 486 Liter durchaus großzügig, die Rücklehnen lassen sich zu einer ebenen Ladefläche umklappen, womit das Volumen auf 1.312 Liter steigt.

Die Testfahrt ging über Feldwege, Landstraße und Autobahn. Trittsicher: das Fahrwerk ist europäisch-straff abgestimmt und hat genug Reserven, um auch tiefe Schlaglöcher souverän zu kontern. Die sechs Gänge lassen sich beinahe spielerisch durchklicken, allerdings fallen die Schaltwege fast etwas zu kurz aus – die korrekte der drei Gassen zu erwischen, erfordert Gewöhnung. Die elektrisch unterstützte Servolenkung könnte noch etwas Feinschliff bei der Abstimmung vertragen: bei niedrigen Geschwindigkeiten extrem leichtgängig, verhärtet sie bei hohem Tempo zwar spürbar, lässt aber einen gewissen Grad an Exaktheit vermissen.

Passabel steht es um die Geräuschdämmung, auch bei Autobahnfahrt wird der Ssangyong Korando innen nicht zum Schreihals. Der in Österreich konstruierte Diesel zeigt sich als Turbo alter Schule: unterhalb 1.800 Umdrehungen leicht phlegmatisch, fängt er ab dieser Grenze mit kräftigem Druck nach vorne an. Knapp 2.000 Touren später ist der Spaß aber bereits wieder zu Ende, jenseits der 4.000er Marke endet das Interesse des Vierzylinders am Vortrieb. Das bedeutet reichlich Schaltmanöver, wenn man es zügig angehen möchte. Versprochener Durchschnittsverbrauch: 6,4 Liter.

Fazit: Mit dem neuen Korando könnte es Ssangyong gelingen, auch in Westeuropa wieder auf Stückzahlen zu kommen. Das Kompakt-SUV ist bei guter Ausstattung günstig bepreist, technisch auf der Höhe der Zeit und modern gezeichnet. Aufgrund der Motor-Charakteristik könnte es sich aber lohnen, auf die Automatikversion zu warten.

Info-Material: Link zum Importeur

Technische Daten
SsangYong Korando e-XGi 200 4WD Sapphire
Grundpreis 28.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4410 x 1830 x 1710 mm
KofferraumvolumenVDA 486 bis 1312 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 129 kW / 175 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 179 km/h
Verbrauch 6,4 l/100 km
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