Subaru Outback

Unverhofft kommt Soft

Foto: Hersteller 8 Bilder

Nach langer Vorglühzeit hat nun auch Subaru einen Selbstzünder im Programm. Der 150 PS starke Zweiliter-Vierzylinder im Outback lässt schon wegen seiner Bauweise aufhorchen: Er ist der erste Boxer-Diesel der Welt.

Subaru und Tuning? Da kann es sich ja nur um den Impreza WRX STi handeln, den wilden Hund im Programm und Ex-Rallye-Weltmeister. Doch anders als beim Aushängeschild der Marke wurde diesmal nicht ein Auto, sondern ganz zeitgemäß der Verbrauch tiefergelegt. Konnte man Portemonnaie und Umwelt bisher nur durch Umrüstung der Ottomotoren auf Flüssiggas schonen, so hat der Allrad-Spezialist jetzt erstmals auch einen genügsamen Diesel zu bieten.

Zweiliter-Vierzylinder-Boxer mit 150 PS

Zwei Liter Hubraum, Common-Rail-Einspritzung und Turbolader mit variabler Schaufelgeometrie lauten die konventionellen Eckdaten, aber ansonsten ist das Triebwerk kein bisschen gewöhnlich. Denn nach Art des Hauses sind die vier Zylinder nicht in Reihe oder V-Form, sondern paarweise gegenüberliegend angeordnet. Ein Boxer also, wie ihn außer den tapferen Japanern nur noch Porsche für seine Sportwagen favorisiert. Dabei gibt es gute Gründe für dieses Konzept, auch wenn es aufwendig und teuer ist. So treten mangels störender Massenkräfte kaum Vibrationen auf, und die flache, kompakte Bauweise hilft, den Schwerpunkt des Wagens zu senken.

Zusammen mit dem symmetrischen Aufbau des Allradantriebs ohne unnötige Umleitung des Kraftflusses – eine Subaru-Spezialität – verspricht beides bessere Fahreigenschaften und ein agileres Handling.

Darüber hinaus werden jetzt endlich alle Modelle der Legacy- Familie serienmäßig mit ESP geliefert. Dass der neue Selbstzünder in der großen Baureihe debütiert und nicht in den kleineren Impreza (ab Jahresende) und Forester (Herbst), dämpft zunächst die Erwartungen. Denn während die Offroad-Kombis Audi A6 Allroad und Volvo XC 70 mit fünf oder sechs Zylindern, reichlich Hubraum sowie mindestens 180 PS wuchern, muss sich der vergleichbare, leer 1.505 kg schwere Outback mit zwei Liter Volumen und 150 PS begnügen.

Stärkere Motoren ab 2009

Erst ab 2009 folgen Varianten mit 177 und 204 PS, und der vorläufig offene Partikelfilter wird noch in diesem Jahr durch ein geschlossenes, effizienteres System ersetzt. Doch ein Schwächling ist der Boxer-Diesel keineswegs, wie schon der Vergleich mit dem ebenfalls taufrischen Common- Rail-TDI im Audi A4 zeigt. Statt 320 Nm bei 1.750/min wuchtet er 350 Newtonmeter bei 1.800 Umdrehungen auf die Kurbelwelle, ECE-Verbrauch und CO2-Ausstoß liegen etwa auf gleichem Niveau.

Nur 5,8 Liter pro 100 Kilometer sollen im gemischten Betrieb durch die Einspritzdüsen fließen - fast vier Liter weniger als beim Zweiliter- Benziner mit gleicher Leistung im Legacy, der im schwereren Outback mangels Kraft (196 Nm bei 3.00/min) erst gar nicht angeboten wird. Abgesehen vom dezenten Kaltlaufnageln und vom schmalen nutzbaren Drehzahlband - ab 3.500 Touren steigt zwar das Geräusch, aber kaum noch das Tempo -wirkt der Diesel hingegen sehr gut passend und enorm kultiviert.

Die Leistung, aufgebaut auf hoher Laufruhe und Elastizität, reichtlocker für spontanen Antritt, flottes Überholen und maximal 200 km/h. Zudem entfaltet sie sich ohne spektakulären Turbo-Bumms und annäherndso gleichmäßig wie bei einem Benziner. Allerdings erfordert die leichteAnfahrschwäche einen behutsamen Umgang mit Kupplungs- und Gaspedal, umden Motor beim Start nicht abzuwürgen. Auf eine Automatik muss manderzeit ebenso verzichten wie auf eine sechste Fahrstufe, die Verbrauchund Drehzahl weiter senken könnte. Doch selbst mit dem relativ langübersetzten Fünfganggetriebe sind die Wind- und Fahrgeräuscheverblüffend niedrig, obwohl die Seitenscheiben ohne Rahmen auskommenund der Outback sich stärker aufplustert als der zivile Legacy Kombi.

Solides Multitalent

Denn seine Qualifikation fürs Grobe bezieht der Offroad-Ableger nicht nur aus rustikalen Stoßfängern, Seitenschürzen und Radhausverbreiterungen, sondern vor allem aus seiner größeren Bodenfreiheit. 20 statt 15 Zentimeter Distanz zum Untergrund, permanenter Allradantrieb und das serienmäßige Sperrdifferenzial sind gute Argumente, um Feldwege, Wiesen und Schotterpisten beherzter in Angriff zu nehmen als sonst. Dabei regelt die Viscokupplung am Mittendifferenzial die Kraftverteilung automatisch, wenn einzelne Räder auf rutschigen Oberflächen durchzudrehen drohen.

Ein Reduktionsgetriebe wie bei den Benzinern mit Handschaltung gibt es beim Diesel zwar nicht, doch mit professionellen Geländewagen dürfte der Outback ohnehin kaum verwechselt werden. Dazu ist er einfach zu schick und edel - kein grobes Arbeitstier, sondern ein gepflegtes, solides Multitalent für Tierärzte, Almwirte oder Familien mit erweitertem Mobilitätsbedarf. Menschen mithin, die für gute Traktion, komfortable Federung, großzügiges Raumangebot und eine hochwertige Ausstattung bereitwillig auf letzte Dynamik und Fahrpräzision verzichten. Denn ansonsten müssen sie wenig entbehren - weder faire Preise noch drei Jahre Garantie und jetzt auch keinen überzeugenden Dieselmotor mehr.

Technische Daten
Subaru Outback 2.0D 4x4 Trend
Grundpreis 33.930 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4730 x 1770 x 1545 mm
KofferraumvolumenVDA 459 bis 1649 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 3600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Verbrauch 5,8 l/100 km
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