Suzuki Celerio 1.0 Eco+ im Fahrbericht

Aus zwei mach eins

10/2014 Fahrbericht Suzuki Celerio Foto: Suzuki 22 Bilder

Der Celerio soll mittelfristig gleich zwei Modelle im Suzuki-Programm ersetzen und sich im A-Segment als preiswerter und sparsamer Konkurrent zu Aygo & Co. etablieren. Wie fährt sich der kleine Thailänder?

Thailänder? Richtig gelesen, der jüngste Zugang in der Suzuki-Palette läuft für Europa in Südostasien vom Band. Mit einer Länge von 3,60 Meter ordnet sich der stets viertürige Celerio genau zwischen den Suzuki-Modellen Alto (3,50 m) und Splash (3,78 m) ein, die er beide über kurz oder lang beerben wird. Mit ihnen teilt er auch den Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 68 PS unter der Fronthaube, der im Celerio aber in einer zusätzlichen, neuen Variante angeboten wird. Dank zweier Einspritzdüsen pro Zylinder entwickelt der 1.0 Eco+ bei gleicher Leistung etwas mehr Drehmoment (93 Nm) und liegt beim Normverbrauch deutlich unter seinem älteren Bruder (3,6 statt 4,3 l/100 km).

Suzuki Celerio mit orendtlichem Platzangebot

Beim ersten Gegenüberstehen fällt auf, das nichts auffällt. Der Celerio ist zurückhaltend gezeichnet – ein wenig mehr Pfiff hätte es ruhig sein dürfen – und auf möglichst gute Raumökonomie ausgelegt. Dank Steilheck, langem Radstand (2,43 m) und hohem Aufbau (1,53 m) bietet er im Inneren tatsächlich ein ordentliches Platzangebot für vier plus ein überdurchschnittliches Kofferraumvolumen (254 Liter). Der große Ausschnitt der hinteren Türen erleichtert das Einsteigen und die Montage von Kindersitzen.

Das Interieur ist klassenüblich schlicht gehalten und überwiegend in Hartplastik ausgeführt. Immerhin hellen einige Blenden im Alu-Look und Dekorteile in den Türverkleidungen den Innenraum auf. Das Cockpit mit analogem Zentraltacho ist klar gezeichnet und mitsamt des CD-/USB-Radios mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung (Serie ab Ausstattung „Club“) einfach zu bedienen.

Der Dreizylinder reicht, ist aber kein Dynamiker

Also Zündschlüssel drehen und los. Kupplung, Schaltung und Lenkung kommen uns mit niedrigen Betätigungskräften entgegen, der Dreizylinder hat seinerseits keine Mühe, den 900-Kilo-Floh in Bewegung zu setzen. Besetzt mit zwei Erwachsenen und leichtem Gepäck wuselt der Celerio flink und wendig durch die Stadt und schreckt auch vor Ausflügen auf die Autobahn nicht zurück. Natürlich wollen Überholmanöver dort rechtzeitig geplant sein, der Dreizylinder ermöglicht aber ein Reisetempo mit Richtgeschwindigkeit ohne akustisches Trommelfeuer. Dies stellt sich lediglich auf grobem Kopfsteinpflaster in der Stadt ein, das Federung, Dämpfung und Dämmung auf eine harte Probe stellt. Bei normalen Straßenverhältnissen gefällt der Celerio aber mit einer klassenüblich komfortorientierten Abstimmung. Hektische Kurvenfahrt ist seine Sache nicht, aber die ist unter der avisierten Zielgruppe (weiblich, 50+) auch eher unüblich.

Bleibt der Blick auf die Celerio-Preisliste. Sie beginnt bei 9.690 Euro und umfasst drei Ausstattungslinien – Basic, Club (10.890 Euro – plus Klimaanlage, Radio, Vorhangairbags) und Comfort (11.490 Euro – plus Nebelscheinwerfer, Alufelgen) sowie zwei Extras: Metalliclack (420 Euro) und das Eco+-Paket (1.100 Euro mit Sparmotor, Start-Stopp und LED-Tagfahrlicht). Im nächsten Jahr soll noch eine Variante mit automatisiertem Schaltgetriebe dazukommen.

Fazit: Nicht vom unscheinbaren Äußeren täuschen lassen – der unkomplizierte Celerio bringt alle Zutaten für ein gelungenes Stadtauto mit.

Technische Daten
Suzuki Celerio 1.0 ECO+ Club
Grundpreis 11.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3600 x 1600 x 1530 mm
KofferraumvolumenVDA 254 bis 1053 l
Hubraum / Motor 998 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 50 kW / 68 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 155 km/h
Verbrauch 3,6 l/100 km
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