Suzuki Wagon R+ 1.3 im Fahrbericht

Erster Modellwechsel des Micro-Vans

Erster Modellwechsel des Micro-Vans Suzuki Wagon R+. Und bei der Gelegenheit führt der wendige Japaner gleich noch den Opel Agila aufs Parkett. Wem es wohl zuerst schwindlig wird?

Vielleicht läuft es für den ­Suzuki Wagon R+biblisch: Der japanische Erstgeborene hat nämlich ein ihm auf der Fersefolgendes deutsches Brüderchen namens Opel Agila. Und wie schon bei Jakob undEsau könnte der Nachzügler das eigentliche Rennen machen.

Dabei stünde dem ab Juni bei den Händlernstehenden ­Wa­­gon R+ die Gunst der Käufer mindestens ebenso zu wie seinemetwas später erscheinenden Zwilling mit dem Blitz am Küh­lergrill – wenn nichtnoch mehr.

Seit 1997 ist der Wagon R+ in Europa bekannt, inseinem Heimatland Japan erfreut sich der schnelle Schuhkarton gro­ßerBeliebtheit: mit 660 Kubikzentimeter kleinem Vierzylinder, brachialemSpoilerwerk und tiefergelegt, bis kein Sushi-Röllchen mehr unter den Schür­zendurchpasst.

Miniaturisierung ist im Land der Bonsaibäumchenund elektronischen Haustiere en vogue, ein Konzept wie das des Wagon R+ passtobendrein hervorragend in den brüllenden Tokioter Stadtverkehr. Und – sostellte man in Rüsselsheim angesichts der unterhalb des Corsa klaffenden Lückefest – ideal ins Opel-Modellprogramm.

Ergebnis: Der neue Suzuki Wagon R+ wurde inZusammenarbeit mit Opel entwickelt. Opel baut den Agila in Polen, Suzuki den R+in Ungarn. ­An­sonsten senkt die gemeinsame Beschaffung von Werkzeugen, Teilenund Komponenten die Produktionskosten. Das freut Opel, und der Suzuki hat nunein Lenkrad vom Astra.

Überhaupt zeichnet sich der Innenraum des neuen R+ durch aufgeräumte Funktionalität und Verwendung von Teilen aus dem Opel-Regal aus. Instrumente, Schalter, Hebel – nur der Blitz auf dem Lenkrad fehlt. Die Sitze kommen mit fröhlich-bunten Stoffbezügen, bieten allerdings wenig Seitenhalt und gerade mal für kleinere Insassen ge­nügend Beinauflagefläche.

Aber für Sportliches oder die große Reise ist der kleine Suzuki schließlich nicht geschaffen. Vielmehr als moto­risierter Einkaufskorb, als unverkrampfter Schulbus oder schluck­freudiger Möbel-Laster. In diesen Kerndisziplinen hat der Wagon R+ ganz schön was auf dem kleinen Kasten: Die erhöhte Sitzposition schafft Übersicht, und mit einem Wendekreis von unter fünf Metern, gerade mal 3,5 Meter Gesamtlänge und seiner klaren Form ohne lange Überhänge lässt sich der Wagon in die kleinsten Parklü­cken regelrecht hineinwürfeln.

Für die Kleinen gibt es gegen Aufpreis Isofix, und auch zwei schlaksige Abiturienten sitzen im Fond des Wagon gut. Vorsicht ist bei Sprösslingen im Führerscheinalter geboten: Mit seiner im Verhältnis 50:50 umklappbaren Rücksitzlehne und dem zwischen 300 und 1250 Litern variablen, gut nutzbaren Gepäck­raum ist der Suzuki zum Auszug von daheim nahezu ideal.

Vorerst einziger Antrieb der großen Freiheit ist ein D4-­Motor aus dem Suzuki-Regal, ein 76?PS leistender 1,3-Liter-Vierzylinder, der im Schnitt 6,1 Liter Superbenzin verbrauchen und den Wagon R+ zu einer Höchstgeschwindigkeit von 155?km/h treiben soll. Er wird mit einem gut abgestuften Fünf­ganggetriebe oder – gegen Aufpreis – auch mit einer Vier­stufen-Automatik angeboten.

Dank seiner kurzen Übersetzung wirkt der Antrieb kräftig und quirlig, allerdings dreht der Motor bei höheren Geschwindigkeiten schmerzhaft hoch. Das Fahrwerk des Suzuki gefällt unbeladen durch gutmütige Lastwechsel und – angesichts des kurzen Radstandes von 2360 Millimetern – ausreichenden Komfort. Lediglich die Hinterachse stolpert hart über kleine Unebenheiten.

Vorerst ist der Suzuki Wagon R+ noch für unter 20?000 Mark ausschließlich in der besser ausgestatteten GL-Version erhältlich. Klimaanlage sowie unverständlicherweise ABS und Beifahrer-Airbag kosten extra. Und dann der Zwillings­bru­der: Er folgt auf dem Fuß.

Technische Daten
Suzuki Wagon R+ 1.3
Grundpreis 10.760 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3500 x 1620 x 1705 mm
KofferraumvolumenVDA 248 bis 597 l
Hubraum / Motor 1298 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 56 kW / 76 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 155 km/h
Verbrauch 6,1 l/100 km
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