Tesla Roadster

Volta Renn

Foto: Hans-Dieter Seufert 38 Bilder

Mit ihrem rein elektrisch angetriebenen Roadster wollen die kalifornischen Tüftler von Tesla Ölpreis-Schmerzen kurieren und den großen Automobilfirmen Kopfweh bereiten. 450-Kilogramm-Lithium-Ionen-Batterie und 225-Kilowatt-Elektromotor treffen auf 1,2 Tonnen Sportwagen.

Der Zeitpunkt könnte dramaturgisch nicht besser gewählt sein: Mitten in der Ölpreis-Depression ist der Roadster serienreif. Wer hätte das gedacht, nach all den Produktionstermin-Verschiebungen und Querelen mitsamt Ausstieg des Firmengründers Eberhard im letzten Jahr. Den Stress seiner Geburt sieht man dem Tesla nicht an. Er ist kein Verzichtsmobil oder Ich-muss-nach-Öko-aussehen-Prius, sondern ein schnittig-leckerer Sportwagen mit 300 PS, pardon 225 Kilowatt an der Hinterachse.

Beschleunigung im Porsche-Format

Gewöhnen wir uns schon einmal an neue Bezeichnungen: Statt Sechs- oder Achtzylinder heißt es jetzt: asynchroner Dreiphasen-Motor. Das klingt zu kalt und technisch? Die Emotionen sind nur einen 500-Ampere-Stromstoß entfernt. Dann katapultiert sich die E-Flunder so brutal aus dem Stand wie sonst nur Porsche Turbo und Co. Ein Elektromotor braucht keine Drehzahlen, um Drehmoment aufzubauen. Von der ersten Umdrehung an zerrt die volle Kraft an den Hinterrädern. Ohne elektronische Traktionskontrolle würden die Gummis vor der Elektromacht qualmend kapitulieren.

Klug eingeregelt, schnalzt der Tesla jedoch aus jeder Drehzahllage so schlagartig, gleichmäßig und unaufgeregt nach vorne wie ein Bungee-Seil. Erst bei 13.000/min wartet der rote Bereich. Unter vier Sekunden versprechen die Sunshine-State-Tüftler von null auf 100 km/h. Ganz nebenbei verwöhnt Black Beauty dabei auch noch mit einem cremigen Antriebskomfort, wie ihn kein V12 dieser Welt zu bieten vermag. Wer vom Gas – pardon Strom – geht, erlebt zudem die mächtige Verzögerung des Generatorbetriebs. Dann schaufelt der Tesla über 50 Ampere wieder zurück in den Akku.

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Fahrbericht Tesla Roadster
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Als Basis dient das modifizierte Alu-Chassis des Lotus Elise. Reichlich Karbonfaser drückt das Gewicht, Verarbeitung und Materialien wurden spürbar verbessert. Das Getriebe flog raus, komplizierte Zahnrad-Logistik brauchen E-Motoren nicht. Zum ultimativen Leichtgewicht wird der sehr agile Volt-Star damit aber nicht: Eine 450 Kilogramm schwere, mikroprozessorgesteuerte Lithium-Ionen-Batterie- Blackbox lagert schwer hinter dem Kreuz des Fahrers und erhöht das Gesamtgewicht auf über 1.200 Kilogramm. Die insgesamt 45 Kilowatt/h darin gespeicherte elektrische Energie sollen für 365 Kilometer Reichweite genügen.


Während er in den USA schon bis 2010 ausverkauft ist, schippern die ersten 250 Roadster für Europa erst im Mai 2009 über den Ozean. In Hamburg, München und Frankfurt entstehen spezielle Tesla-Händler für den 117.810 teuren Luxus-Ökologen. Ohne auf prinzipielle Wo-kommt-der-Strom-her-Diskussionen einzugehen, bleibt aber immer noch das große Fragezeichen der Batterietechnik: Halten die Lithium-Ionen- Akkus wirklich problemlos und ohne großen Kapazitätsverlust? Das muss der Tesla erst noch beweisen. Schafft er es, war der Autor früher Zeuge einer stillen Revolution.

Mehr zum Tesla Roadster lesen sie in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 18/2008 , ab 14. August im Handel.

Außerdem in dieser Ausgabe:
Vergleich VW Golf VI gegen Audi A3
Vorstellung Audi A6
Impression KTM X-Bow
Doppeltest Fiat 500 gegen Nissan Micra

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Technische Daten
Tesla Roadster
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3946 x 1728 x 1127 mm
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
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