Toyota Aygo

Kurz-Trip

Foto: Uli Jooß 13 Bilder

Als Lifestyle-Auto soll der 3,40 Meter kurze Toyota Aygo Karriere machen – mit konventionellem Kleinwagen-Konzept und zu Preisen ab 8.950 Euro. Genug Lockstoff für die Jugend Europas? Die Markteinführung des Toyota Aygo startet am 1. Juli rund um die angesagtesten Clubs und Lounges europäischer Metropolen.

Händlerpräsentationen im Industriegebiet, am Samstagvormittag, mit Hüpfburg und Gratis-Brezeln? Bloß nicht, sagen die Marketing-Menschen von Toyota. Stattdessen beginnt die Markteinführung des Toyota Aygo am 1. Juli rund um die angesagtesten Clubs und Lounges europäischer Metropolen.

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Als ideale Aygo-Paten hat der Hersteller „Die fantastischen Vier“ ausgemacht, jene Rap-Combo, die sich im wirklichen Leben eher in Kult-Schüsseln wie dem Opel Admiral aus den Siebzigern zu Hause fühlt.

Die Homepage www.aygo.de zeigt das neue Auto nur am Rand, und auch das eigens konzipierte Lifestyle-Magazin scheint kein Auto anzupreisen, sondern ein Lebensgefühl. Es soll sich mit dem Befinden jener 20- bis 30-jährigen Metropolenbewohner decken, vor deren Altbauwohnungen der kleinste Toyota bevorzugt parken soll (siehe auch Seite 172). Mit 4000 von ihnen rechnet Toyota in diesem Jahr in Deutschland, rund 15 000 sollen es 2006 sein. Ähnliche Zahlen nennen Citroën und Peugeot, die Partner, mit denen die Japaner den neuen Kleinwagen in einem neuen Werk im tschechischen Kolín bauen.

Aygo, Citroën C1 und Peugeot 107 unterscheiden sich nur in Designdetails: Die Franzosen etwa reißen das konzerntypische Kühlermäulchen in der Frontschürze auf, während der Toyota mit tiefsinnigem Dauergrinsen im Antlitz vor seine Betrachter rollt; seine Rückleuchten trägt er quer und nicht hochkant wie die beiden Zwillingsbrüder aus Frankreich. Innen geben sie sich im Wesentlichen mit unterschiedlichen Lenkrädern zu erkennen, den Rest erledigen verschiedene Ausstattungs- Pakete und differierende Grundpreise.

Entwickelt haben die drei Partner ihr Nice-Price- Auto gemeinsam, die Marktnischen suchen sie in eigener Verantwortung.

8950 Euro stellt Toyota für den Basis-Aygo in Aussicht, zweitürig und mit dem Ein-Liter- Dreizylindermotor, den sie alle drei gemeinsam haben. Dafür werden nicht nur Servolenkung und ABS an Bord sein, sondern auch sechs Airbags. ESP ist vorerst selbst gegen Aufpreis nicht geplant, und auch sonst herrscht jene asketische Kargheit, die zum Studium der Mehrpreisliste motiviert. Eine teilbare Rücksitzlehne mit Isofix-Verankerungen gibt es nur in der besseren Ausstattungsversion namens City, die auch Zentralverriegelung, CDRadio mit MP3-Buchse und die Möglichkeit der Klimaanlagen- Bestellung umfasst.

Wunder sind rar im Primaleben- und-sparen-Segment der Kleinwagen-Klasse, die erste Probefahrt mit dem Aygo zeigt es. Verschiebbare Rückbank, wegklappbare hintere Sitzflächen? Fehlanzeige. Deckel vor dem Handschuhfach, Aschenbecher, verstellbare Kopfstützen vorn? Gespart ist verdient. Die Heizungs- und Lüftungsbetätigung scheint vom Zulieferer Fisher-Price zu stammen, der Blick fällt zudem auf unverdeckte Schlitzschrauben und Kunststoffgrate, und die Innenseiten der Türen bestehen zum größten Teil aus lackiertem Blech, sparsam garniert mit Plastik-Einlagen.

Ein gewöhnlicher Kleinwagen der kleinen Preisklasse also, wenn auch einer, dessen billige Materialien akkurat verarbeitet sind und dessen Formensprache frischer wirkt als die konventionellere Optik eines VW Fox oder Dacia Logan.

Vor allem aber enden die Talente des Aygo nicht, sobald er die urbane Ausfallstraße hinter sich gelassen hat. Auch auf längeren Strecken fühlen sich größere Passagiere ordentlich untergebracht – zumindest vorn, wo selbst 1,90- Meter-Männer eine halbwegs bequeme Arbeitsposition vorfinden.

Die rechten Knie langbeiniger Fahrer kommen allerdings schnell mit der Mittelkonsole in Konflikt, und hinten reisen am besten Halbwüchsige, weil es an Beinfreiheit fehlt. Ein Tribut an die Außenlänge von 3,40 Metern ist der nur wenig reisetaugliche Kofferraum – er fasst beim Fünftürer 139 Liter, weshalb Toyota bei jeder Gelegenheit auf das zusätzliche Stauvolumen verweist, das sich in den großen Cockpit-Ablagen verbirgt.

Der Dreizylinder tönt kernig, ein metallisches Prusten, er hält sich bei höheren Drehzahlen aber zurück und malträtiert die Ohren der Passagiere nicht durch Rauheit oder Dröhnen. Und drehen mag er gern: Das Gefühl der Untermotorisierung bleibt schaltfreudigen Aygo-Fahrern erspart, zumal seine 68 PS im Idealfall auf ein Leergewicht von 790 Kilogramm treffen. Ein Reisetempo im 150-km/h-Bereich ist auch deshalb gut möglich, weil das Fahrwerk selbst grobe Verwerfungen weitgehend von den Passagieren fern hält.

Am wohlsten fühlt sich der Aygo aber in der Stadt: Wendekreis 9,50 Meter, dazu die leichtgängige Servolenkung und ausgezeichnete Übersichtlichkeit nach hinten, das passt gut zum urbanen Vermarktungskonzept. Zumal Toyota den Absatz mit speziellen, auf Twens zugeschnittenen Finanzierungskonzepten pushen will.

Das könnte der Beginn einer echten Freundschaft sein, weil der Hersteller zudem günstige Unterhaltskosten verspricht: Ein Normverbrauch von 4,6 Litern, nur etwas mehr als vier Wartungsstunden auf 100 000 Kilometer und voraussichtlich günstige Versicherungsprämien könnten die auch nicht reizlosen Alternativen vom Gebrauchtwagenhof ausstechen.

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Technische Daten
Toyota Aygo 1.0i Town
Grundpreis 9.541 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3410 x 1615 x 1465 mm
KofferraumvolumenVDA 139 bis 782 l
Hubraum / Motor 998 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 50 kW / 68 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 157 km/h
Verbrauch 4,6 l/100 km
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